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oder:

Wenn Dr. Oetker einen Cameo-Auftritt hat

Eigentlich ist es mir im Sommer zuwider, über den Winter auch nur nachzudenken. (Aber er kommt ja auch so furchtbar schnell wieder, brrr…) Nun ja. Worauf ich eigentlich hinaus will:

Im Winter 2014 war ich einmal mehr zu Besuch bei meiner was man so im alltäglichen Sprachgebrauch als bessere Hälfte bezeichnet. Die Heizung in der Wohnung war seit Tagen ausgefallen, den Vermieter kratzte das allerdings herzlichst wenig.

Nicht, dass es im Winter etwas sonderbares wäre, aber: ich fror. Richtig! Heiße Duschen hatten nach 5 Minuten ihre Wirkung verloren und so schlurfte ich in Kapuzenpulli (T-Shirt darunter, wichtig!), dicken Wollsocken und ebenso dicker Jogginghose und zusätzlich in eine Wolldecke gehüllt durch die eisig kalte Wohnung. (Bewegung hält warm. Sagt man.)

Kaffee kochen, Tee kochen. Hinhocken. Wieder von vorne.

Irgendwann kam aber mein Herzblatt ja doch von der Arbeit. Die Erlösung!

„Amore, wir müssen einkaufen gehen.“

Raus? Bei den Temperaturen?

Entsetzen meinerseits.

Nach anfänglicher – und offensichtlich vergeblicher – Weigerung, entledigte ich mich also widerwillig der immer noch um meinen Körper gewickelten Wolldecke. Tauschte die Jogging- gegen eine Strumpf- unter der Jeanshose, währenddem ich skeptischen Blickes meine Hautverfärbung und Strukturänderung (auch Gänse- oder Hühnerhaut genannt) selbiger betrachtete und lies mich zwingen, hinaus in den italienischen Winter* zu treten.

*Im Norden unterscheidet er sich eigentlich nur unerheblich von unserem hier. Aber kalt ist nunmal kalt! Und ich mag kein Kalt. So. Ist das auch gesagt.

Auf dem (Fuß-!!!) Weg zum Supermarkt beschwerte ich mich noch ein wenig und beschloss dann, dass ich für diese Unzumutbarkeit (immerhin fünf Gehminuten durch die Winterkälte, Hallo?!) eine heiße Schokolade wollte!

Ich dachte, wir kaufen uns Milch, kaufen uns eine Box Kabapulver. So kenne ich ihn aus meiner Jugend noch. Große Packung voll hellbraunen, lecker-süßen Pulvers.

Mein Freund zog dann eine – im Vergleich zu unseren Kabaschachteln – klitzekleine Verpackung aus dem Regal bei deren Betrachtung ich, sofern ich mich erinnere, das erste Mal, stutzte. Portionierbarer Kaba.

Aber das war nicht das eigentliche, das mich verwunderte. Diese Tassenportionen kenne ich von löslichen Cappuccinomischungen (*bäh*) und dergleichen. Vielmehr stach mir das Logo ins Auge:

cameologo2 Deutsch-italienische Markenfreundschaft (1)
Cameo aka. Dr. Oetker.

Ich dachte: An was erinnert mich das? Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Das ist doch?!

logo_dr-oetker Deutsch-italienische Markenfreundschaft (1)
Dr.-Oetker-Logo

Japp. Eins zu eins.

Also.

Abgesehen vom Namen. Wahrscheinlich ist der Ö-Umlaut oder die t-k-Folge einfach nicht aussprechbar für italienische Zungen. Oder ihnen als Markenname zu lang. Vielleicht hat Dr. Ö auch die Firma Cameo aufgekauft, so genau habe ich mich nun nicht mit der Geschichte auseinandergesetzt. Ich fand’s nur einfach irgendwie witzig.

Das war meine erste Begegnung mit deutsch-italienischen Markenverwandschaften. (Die heiße Schokolade war – ohne irgendeine Schleichwerbung zu forcieren – übrigens echt lecker… Hier habe ich sie aber noch nie gekauft. Und da ich weiß, dass Fanta bspw. wesentlich herber ist in Italien, als bei uns, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass auch die heiße Schokolade gemäß dem Volksgeschmack angepasst wurde. Macht man übrigens auch mit Eiern bzw. Eidottern so. Aber ich schweife ab.)

Mittlerweile habe ich, ähnlich wie bei den Redewendungen ein Gehör, einen Blick für solche Labelparallelen gewonnen. Schwarzkopf zum Beispiel. Anders als bei Dr. Oetker aber haben die ihren Namen einfach mir-nix-dir-nix ins Italienische übersetzt:

schwarzkopf_logo Deutsch-italienische Markenfreundschaft (1)
Schwarzkopf-Logo.
© 2015 Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf. Alle Rechte vorbehalten.
testanera_logo Deutsch-italienische Markenfreundschaft (1)
TESTANERA-Logo Copyright © (2015) Henkel. Tutti i diritti riservati.

Und neben der bereits erwähnten Opel-Karl-Werbung – die, wie ich nach etwas YouTube-Recherche nun auch herausfand, im Deutschen die Gleiche ist, also, Asche auf mein Haupt, liebe Italiener! -, bin ich noch auf einen bekannten Badreiniger aufmerksam geworden. Bei uns heißt Antikal frei übersetzt „gegen Kalk“, das italienische Pendant „Weg Kalk“ oder etwas grammatikfreundlicher „Kalkweg“, Viakal.

Prector & Gamble sind mit ihren Logos nicht so freigiebig und der Akkred-Prozess war mir dann etwas zu aufwändig, deshalb die YouTube-Links.

So oder so gehe ich nun dauerhaft mit offenen Augen durch italienische Supermärkte (auch durch Lidl, hehehe). Spaßeshalber.

Comments

  1. Ja, mir ist auch irgendwann aufgefallen, dass sich manche Markennamen unterscheiden, man sie am „Zeichen“ aber doch irgendwie wiedererkennt. Für deine Sammlung fällt mir da spontan ein: Langnese heißt hier Algida.

    • Ja, Iglo ist mir auch noch eingefallen. Ich mach demnächst noch einen Post dazu! Nehm ich Langnese grad noch dazu! Stimmt, die hatt ich vergessen 🙂 Danke 🙂

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