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macc88nner-vom-meer Der Mann vom Meer
Männer vom Meer 😀

Als ich letztes Mal bei meinem Liebsten zu Besuch war, saßen wir abends bei Wein, Frittura und abschließendem Kaffee-mit-Kippchen auf dem Balkon und unterhielten uns über die wichtigen Dinge im Leben.

Beziehungen.

Über unsere letzten und vorletzten und wie wir eigentlich beide niemals einen Partner im Internet kennenlernen wollten.
(Gott sei Dank ist ja auf „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“ immer Verlass…)

[An dieser Stelle ein kurzer Rückblick]

Mein Freund und ich kennen uns bereits seit 2012. Wobei „kennen“ wohl etwas viel gesagt wäre. Aber in einer Zeit in der wir völlig Fremde „Freunde“ nennen, kann man das wohl so nennen.

Ich weiß nicht mehr genau, wie es dazu kam, jedenfalls addete mich ein Freund von ihm bei Facebook und er wenig später auch. Da wir beide Hobbymusiker sind, kam recht schnell eins zum andern und wir machten 2013 einen Song zusammen.

Dann war bis auf ein paar Ausnahmen eigentlich Funkstille.

Bis er sich Anfang 2014, kurz vor meinem Umzug, meldete. Aus einer, zwei eher unverbindlichen Nachrichten wurden schnell 5, schnell 10, schnell hörte ich auf zu zählen.

Er offenbarte sich mir ganz direkt, dass er mich toll fände, begeistert wäre, dass wir die gleiche Musik machten und eine ähnliche Einstellungen zu vielen Dingen haben.

Es folgte der obligatorische Nummernaustausch und so trug unsere Beziehung, verwurzelt in den Whatsapp-Nährboden, schnell Früchte. Zwar versuchte er mich stets zu einem Skypegespräch zu überreden, ich lehnte das aber so lange ab, bis er das erste Mal hier gewesen war.

Im Juli 2014 war’s dann soweit. Ich holte ihn am Flughafen ab und seitdem sind wir offiziell ein Fernbeziehungspaar.

[Kehren wir zurück in die Gegenwart]

Wir sitzen also mit fettig frittiertem Seafood vollgestopft auf dem Balkon und lassen uns die frühsommerliche Abendluft um die Nase wehen und er erzählt mir einen Schwung aus seiner letzten Beziehung.

Sie waren zu Besuch bei seinen Eltern und am Hafen gab es ein großes Fest. Das findet einmal im Jahr statt und wenige besonders glückliche (um nicht zu sagen, besonders gut vernetzte) Leutchen haben das Glück, dafür Freikarten geschenkt zu bekommen.

Zu Essen gibt’s so ziemlich alles, was es aus dem Meer zu fischen gibt. Frittiert, paniert, gebraten, gegrillt, roh. Und viel davon. Und die ganze Nacht.

Der Onkel meines Freundes hatte noch eine Karte übrig und lud spontan ihn und seine Ex-Freundin dazu ein. Zwar hatten die gerade erst gegessen, aber hey! So etwas würde ich auch nicht ausschlagen!

Seine Ex aß nur dummerweise keinen Fisch! 😀

Dass der restliche Abend eher ein zweifelhaftes Vergnügen war, dürfte daraus wohl ersichtlich sein…

Am Ende seiner Erzählung sagt er zu mir: „Ganz im Ernst. Hättest Du mir damals gesagt, Du isst keinen Fisch, wären wir nicht zusammengekommen!“

Ich musste etwas schmunzeln ob der Auswahlkriterien, nach denen er bei der Partnerwahl vorgeht, aber er meinte das tatsächlich sehr ernst:

„Du kannst doch einem Mann vom Meer nicht sagen, dass Du keinen Fisch isst! Das kann doch nicht funktionieren!“

So sind sie, die Gente di Mare… 🙂

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