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In Bezug auf meinen letzten Post zu der lebendigen Fischerei in Termoli, bzw. zu der verspeisten Frittura, ist mir noch ein kleiner Schwank eingefallen, den es zu erzählen lohnt.

Bei meinem mittlerweile vorletzten Besuch in Süditalien, aßen wir das erste Mal die Frittura aus dem gleichen kleinen Laden, den wir auch letztes Mal frequentiert haben. Damals kam es zu einem kleinen Missverständnis.

Der Laden ist nicht besonders groß, es stehen sechs oder acht kleine Tische darin, am Ende des Raumes die Ladentheke, in der die Fischgerichte ausgelegt sind. Zumindest die, die man kalt essen kann. Die Frittura wird dahinter in der Küche natürlich frisch zubereitet. In der Theke liegen Polposalat, marinierte Sardellen, gefüllte Tintenfische und Fischpolpette aus.

Jedenfalls war der Laden sonntags abends gut gefüllt, circa eine halbe Stunde vor Ladenschluss. Es war die erste Zeit in Richtung Sommer, warm und die Leute sind viel und lange auf der Straße unterwegs. Entsprechend voll war es eben auch in dem Lokal.

Sie haben dort einen kleinen Automaten aufgestellt, wo man Nummern ziehen kann, eben damit man, wenn’s voll ist, nicht den Überblick verliert. Wir haben das natürlich – eben auch, weil’s voll war – nicht gesehen, sind an die Theke gelaufen und als wir “an der Reihe” waren, unsere Bestellung aufgegeben. Eine Frittura. Die Portionen sind groß genug, dass man mit etwas Brot dabei usw. locker zu zweit davon satt wird.

Die Bedienung meinte dann aber, dass die Frittura aus sei für den Tag. Wir entschieden also um, ich wollte ein bisschen hiervon, davon kaufen und probieren, damit ich – wenn ich schon mal am Meer war und frischen Fisch essen konnte – die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen ließ. Wir hatten noch 10 Euro in bar dabei und wollten für eben jene 10 Euro also etwas anderes anstelle der Frittura kaufen.

dsc_0314 Vom Fremdenvorteil...
Frittura Fresca

Während ich aussuchte und etwas rechnete, kam mein Freund mit einem anderen Paar ins Gespräch, auf die wohl eine der letzten Fritture reserviert war. Nachdem aber eben alles voller Kunden war und die Bestellungen hin und her gingen und uns dann gesagt wurde, dass die Frittura für heute aus sei, drückte uns eben jenes Paar kurz darauf ihr Ticket mit der Nummer in die Hand und sagte so etwas wie: “Nun, wenn die Frittura eh aus ist, brauchen wir auch nicht mehr länger zu warten.”

Leider war das aber ein Missverständnis. Denn die Meeresfrüchte hatten zum Zeitpunkt der Bestellung der beiden ja noch für zwei Portionen gereicht, erst als wir ankamen war damit aber dann eben nichts mehr.

Die beiden waren kaum verschwunden, kam die Bedienung und wollte ihnen ihre Frittura geben und wunderte sich dann, dass sie nicht mehr da waren. Wir konnten mit etwas Herumgeknote dann das Missverständnis aufklären, aber die beiden waren eben unwiderruflich weg, also nahmen wir die Frittura entgegen. Zwischenzeitlich hatte aber eine zweite Bedienung schon angefangen, meine weitere Auswahl in Schälchen zu verpacken.
Am Ende waren wir bei einer Summe von 12 Euro. Hatten aber eben nur noch diese besagten 10.

Wie gelegen kann es da also kommen, wenn man 1.) den einen Mitarbeiter in dem Lokal noch aus Schulzeiten kennt und 2.) mal eben schnell die Sprache switchen kann.

Mein Freund schaltete plötzlich um und sprach ein für mich unverständliches Kauderwelsch. Alles was ich davon verstand, war: “Lei è da fuori…” Ich bin von außerhalb. War ja nicht gelogen, höchstens etwas untertrieben. Was es damit aber auf sich hatte, stellte ich erst später fest.

Nachdem Verlassen des Ladens meinte mein Freund dann zu mir: “Entschuldige bitte, dass ich dort drin plötzlich Dialekt gesprochen hab, aber ich musste denen klar machen, dass ich von hier bin, so haben wir immerhin einen 2-Euro-Sconto auf unsere Bestellung gekriegt…” 🙂

Ich sagte darauf nur: “Och, Du, wenn die Masche funktioniert, machen wir das jetzt einfach immer. Du sprichst Dialekt und sagst, dass ich nicht von hier bin und Du mich die Spezialitäten der Gegend probieren lassen möchtest…” 😀

Manchmal ist es schon ein Vorteil, von “außerhalb” zu sein……………. 😉

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