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Es war mehr oder weniger Zufall, dass ich ein paar Tage vor dem 12. August auf die kleinen Plakate aufmerksam wurde, die überall in Termoli verteilt waren: Weinprobe im Kastell! Unter dem Motto „Castello DiVino“. (Ich bin ja großer Fan von Wortspielen, wahrscheinlich stach mir das Plakat auch deshalb ins Auge… 🙂 )

Weinprobe
Weinprobe
Weinprobe
Weinprobe

An vier Stationen gab es verschiedene Weine zu probieren. Die weißen am Anfang, dann gings weiter zum Rosé, dann gab’s zwei Tische an denen Rotweine serviert wurden – angefangen mit den leichten, fruchtigen bis zu den schweren.

Pro Person kostete der Spaß gerade mal 7 Euro für die man das Glas geschenkt bekam und 7 Weine probieren durfte. Nach jedem probierten Wein wurde auf einem kleinen Kärtchen ein Kreuzchen gemacht. Wenn die 7 voll waren war man es entweder selbst auch oder man musste sich eben nochmal eine Karte kaufen. 😀

Wir haben’s bei einer Runde belassen. 😉

In Vino Veritas
In Vino Veritas

Vini da Campobasso

Zu Probieren gab es ausschließlich Weine aus Campobasso. Und logischerweise liegt bei einer italienischen Weinprobe der Fokus auf den Roten. Ich selbst bin ja kein großer Rotweintrinker. Auch wenn ich einen guten Barolo durchaus zu schätzen weiß, hab ich für weiße und rosé Weine ein besseres Händchen, Näschen und Gäumchen. 😉

Kaum an der ersten Station – Weißwein, juhu! 🙂 – sprach uns die Dame hinter dem Tisch (Sommelière heißt das dann glaub ich?!) an: „Entschuldigung, Sie beide kenne ich doch?“ Kurz drauf stellten wir dann zu dritt fest, dass wir uns Ende Mai schon einmal bei einer Weinprobe kennengelernt hatten. Damals auf einem nahegelegenen Weingut – Cipressi -, das zufällig den Eltern der Freundin des Bruders meines Freundes (Könnt Ihr mir folgen? 😀 ) gehört.

1. Station Weißweine
1. Station Weißweine

An jeder Station gab’s wahlweise Taralli oder Weißbrot mit Olivenöl und Käse, um den Geschmack des jeweils probierten Weines zu neutralisieren.

Also ging’s los mit dem Weißen.

Ich hatte mich für den Bioweißwein vom Weingut Cipressi entschieden (Familie und so 😉 ) und Einen namens Kantharos entschieden. (Von dem ich mir dann am Ende nochmal ein Gläschen genehmigte, weil er mir einfach so gut geschmeckt hat…)

Kantharos
Kantharos

Bei der nächsten Station haben wir die Roséweine versucht. Mein Freund entschied sich für einen frizzante – dem kann ich nicht allzu viel abgewinnen, probierte dann von Adams Glas, sah mich bestätigt…..

2. Station Roséweine
2. Station Roséweine

…..und entschied mich für den Aere aus der Cantina San Zenone und siehe da: mein Auge für leichte Weine hatte mich auch dieses Mal nicht im Stich gelassen! Er war köstlich. 🙂

Aere
Aere

Also probierte ich mein Glück – oder besser gesagt meinen 7. Sinn, meinen Wein-Sinn 😉 – nochmal und auch mit dem nächsten lag ich nicht daneben. Zwar fand ich den Aere ein bisschen besser, weil der Rosator doch nochmal ein bisschen schwerer war, aber geschmeckt hat mir auch der:

Rosator
Rosator

Wenn man bedenkt, dass so manche Flasche dieser angebotenen Weine das vielfache des Eintrittes zu dieser Weinprobe kosten, war das schon ein echt gelungenes Schnäppchen, das wir da gemacht haben.

Die Roséauswahl
Die Roséauswahl

Außerdem vergaß man an der 2. Station mein Kreuz auf dem Kärtchen, was mir am Ende des Rundgangs ermöglichte, den Kantharos nochmal zu „probieren“.

Weiter ging’s zu den Roten. Das war eher Adams Welt. Er mag vor allem die wuchtigen Rotweine gerne, die man oft zu Fleischgerichten trinkt. Außerdem sind wir in Italien – besonders im Süden – ja doch eher im Land der roten Weine. Wahrscheinlich gab’s auch deshalb zwei Tische Rotweine…

3. Station Rotweine #1
3. Station Rotweine #1
3. Station Rotweine #2
3. Station Rotweine #2
Rotwein
Bei Rotwein versagt mein „Weinsinn“ leider 😀
Rotwein
Bei Rotwein versagt mein „Weinsinn“ leider 😀

Entsprechend war’s dann auch so, dass ich eher an Adams Glas mal nippte, bevor ich mich entschied. Man muss sich Anordnung der Weine so vorstellen: Angefangen hat das Angebot immer mit den leichten Weinen und wurde dann nach links hin immer schwerer und wuchtiger. Das heißt konkret. Mein Freund war an der 2. Rotweinstation ganz am linken Ende des Tisches in seinem ganz eigenen Rotweinparadies. Ich dagegen fühlte mich – wenn schon rote Weine – am Anfang der 2. Rotweinstation ganz rechts wesentlich wohler. 😀 Daheim war ich zwar ohnehin eher bei meinen weißen und rosé Weinen, aber auch die Roten wollte ich nicht unprobiert lassen und gab also auch hier einigen eine Chance.

Lag aber mit beiden Auswahlen leider sowas von daneben….dass ich dann lieber auf altbewährtes zurückgriff und mir mit meinem Freund einen mir bereits bekannten (und für gut befundenen Wein) teilte, bevor ich mir den zweiten Kantharos abholte… 😉

Cipressi
Cipressi

Draußen vor dem Eingang war eine Station aufgebaut, an der man seine Fähigkeiten als Sommelier testen konnte: „Entdecke deine natürlichen Fähigkeiten und lerne, wie man Wein verkostet.“

Plakat Sommeliertest
Sommeliertest

Als wir ans Castello kamen, war die Station leider gerade belagert, weshalb wir uns entschieden haben, erst die Weinprobe, dann die Sommelierprobe. Fataler Fehler. 😀 Wir haben gnadenlos versagt. 😀

Der Test bestand aus drei Teilen: Sehtest, Geruchstest und Geschmackstest.

Der Sehtest: Es wurden uns 3 schwarze Plastikbecher gereicht, in denen jeweils entweder Wasser, Weißwein oder Rotwein drin war. Das war noch einfach. Zwar konnte man beim schummrigen Nachtlicht und den schwarzen Bechern nicht wirklich die Farbe erkennen, aber irgendwie verrieten sie sich doch. Also, bestanden. 🙂

Der Geruchstest: Es wurden uns mehrere geschlossene Becher gereicht, mit einem Loch im Deckel. Darin waren Kräuter und Gewürze und man musste das Aroma erschnuppern. Um die Sache abzukürzen. Wir lagen bei allen 4 Aromen komplett daneben. 😀 Ich behaupte ja, es lag daran, dass wir zuerst den Wein probiert haben, statt erst diesen Sinnestest zu machen, aber mein Freund meinte noch vor der Weinprobe, dass er bei den Gerüchen komplett versagen würde. Nun, wie es scheint bin ich da auch kein Spezialist. 😉

Der Geschmackstest: Man reichte uns drei kleine Becher mit vier unterschiedlichen Flüssigkeiten zum Trinken. Süß, salzig, sauer und bitter (na danke!). Da lagen wir wieder richtig und haben 100% bestanden. 🙂

Fazit: 2 von 3 reicht nicht, um Sommelier zu werden. Nix mit zweitem Standbein. 😀 Schade eigentlich. Aber alles in allem war es ein rundum gelungener Abend. 🙂 Nein, ehrlich, es war toll. Falls sich irgendwer einmal im Sommer nach Termoli verirren sollte, haltet auf jeden Fall die Augen nach dem „Castello DiVino“ offen. Es lohnt sich. Letztes Jahr gab’s Weine aus Molise zu probieren, dieses Jahr aus Campobasso. Süditalienische Spitzenweine zu echt unschlagbaren Preisen. Und es macht wirklich Spaß. In diesem Sinne: Cin cin! 🙂

Weinprobenfinale
Weinprobenfinale: 7 Gläschen in Ehren, kann niemand verwehren 😀

Anmerkung: Ich wollte hier keine Schleichwerbung machen. Die namentlich erwähnten Weingüter und Weine habe ich nur deshalb explizit genannt, falls es dein ein oder anderen Weinliebhaber gibt, der sich ggf. interessiert.

Comments

  1. Danke für die vielen Weintipps! Ich fasse das keinesfalls als Schleichwerbung auf. Aber ich wäre auch an der linken Seite der Tische besser aufgehoben gewesen, denn ich mag eher schwere Rotweine. Freue mich schon darauf, irgendwann wieder welchen trinken zu können.

    • Ja, stimmt, Du musst noch ein bisschen durchhalten! Dafür wirst Du aber den ersten Wein nach der Stillzeit bestimmt umso mehr genießen. 🙂
      Der Wein ist eines der wenigen Gebiete, auf dem Adam und ich uns nur selten einig sind, aber wenn’s nur das ist, kann ich damit gut leben. 😀

        • Oha 😀 Das hört man tatsächlich selten… 🙂 Wobei meine Schwiegermutter-to-be sich auch immer stark zurückhält. Sie hat allerdings einen anderen Grund. Sie ist nach eine Gläschen schon fast betrunken. 😀 Sie verträgt es eben nur einfach nicht. 😀

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