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Seinen Namen hat das kleine Städtchen Monte Sant’Angelo, das im nördlichen Apulien zwischen hektargroßen Olivenhainen und Weinbergen gelegen ist, erhalten, weil angeblich im 5. Jahrhundert der Erzengel Michael örtlichen Hirten erschienen ist.

Vista da Monte Sant'AngeloVista da Monte Sant'AngeloVista da Monte Sant'AngeloEigentlich müsste die Stadt, Monte dei Santi heißen. Denn alles in dieser Stadt dreht sich um Heilige, Kirchen, Päpste und Engel. Es ist nicht umsonst ein Wallfahrtsort, mehr denn eine reine Touristenattraktion. Und nicht nur dort, auch am Fuß des Berges, in San Giovanni Rotondo, geht es so weiter. Legenden und Erzählungen längst vergangener Tage ranken sich um diese Gegenden.

Vista da Monte Sant'AngeloAuf dem Weg hinauf nach Monte Sant’Angelo liegt in einer Kurve ein ehemaliges Nonnenkloster, oben angekommen ist im Zentrum der Stadt ein riesiger Komplex schon von weitem zu erkennen, ein von Padre Pius ins Leben gerufenes Krankenhaus mit (mittlerweile) angeschlossenem Rehabilitationszentrum.

Oben auf dem Berg angekommen dann, überblickt man die komplette Landschaft der Gegend. Es ist wirklich atemberaubend. Bei gutem Wetter kann man bis aufs Meer sehen – auf ein, zwei Bildern lässt es sich erahnen, leider war das Wetter an dem Tag etwas unbeständig – und wenn’s richtig klar ist, kann man von hier aus die komplette Küste bis hinunter zum Stiefelabsatz sehen. Leider blieb uns das verwehrt.
Vista da Monte Sant'Angelo

Vista da Monte Sant'AngeloVista da Monte Sant'AngeloVista da Monte Sant'AngeloAls das Herzstück des Städtchens darf aber wohl durchaus das Santuario Monte Sant’Angelo bezeichnet werden, dessen Zentrum die Grottenkirche bildet, die dem Erzengel Michael geweiht ist und die seit 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde.
Porta del Santuario Monte Sant'AngeloPorta del Santuario Monte Sant'AngeloCroccia dentro il Santuario Monte Sant'AngeloDentro il Santuario Monte Sant'AngeloDas Castello ist faszinierend, weil sich in ihm die Baustile unterschiedlichster Epochen und Herrschernationen spiegeln. (Kostet aber Eintritt.)
Castello Monte Sant'AngeloCastello Monte Sant'AngeloCastello Monte Sant'AngeloCastello Monte Sant'AngeloCastello Monte Sant'AngeloCastello Monte Sant'AngeloDie Grottenkirche hat mich aber tatsächlich überwältigt. Ich bin kein gläubiger Mensch, das hatte ich schon einmal an anderer Stelle erwähnt, aber diese unterirdisch in den Berg gearbeitete Kirche hat mich enorm beeindruckt.
Chiesa del Arcangelo MicheleChiesa del Arcangelo MicheleChiesa del Arcangelo MicheleChiesa del Arcangelo MicheleDer Legende nach soll hier auch schon ein Kampf zwischen Gut und Böse stattgefunden haben, als der Teufel in der Grotte erschien. Heute ist an dieser Stelle eine kleine Kapelle.
Chiesa del Arcangelo MicheleChiesa del Arcangelo MicheleChiesa del Arcangelo MicheleEs geht auch noch ein Stockwerk tiefer. Dort sind Gruften von Heiligen angelegt, angeblich soll sich dort das von Dante Alighieri beschriebene Tor zur Hölle befinden, so dass sogar der ein oder andere neuzeitliche Papst es nicht gewagt hat, dort hinab zu steigen.

Wir sind leider auch nicht hinunter, denn die Führungen finden nur in Gruppen von 5 Leuten (wir waren 2) statt und nur zu festen Uhrzeiten. Ich hätte sie gerne noch gesehen und wollte zu gegebener Zeit später nochmal hin, aber das haben wir auf der Flucht vor dem Regen leider verbummelt.

Cittadina di Monte Sant'AngeloAlles in allem war es aber den Besuch in jedem Fall wert! Wer sich also in der südlichen Region Italiens herumtreibt, sollte einen Tagesausflug nach Monte Sant’Angelo auf jeden Fall mit einplanen – auch wenn man keinen religiösen Bezug hat, lohnt es sich schon allein, um die Verschmelzung von natürlichem Stein mit menschengemachter Architektur, die seit Jahrhunderten, eigentlich fast seit einem Jahrtausend, besteht, gesehen zu haben.
Mappa di Monte Sant'AngeloVielleicht hat man ja sogar das Glück – anders als wir – den Ausblick über die italienische Ostküste bis ganz hinunter genießen zu dürfen.

Dank der vielen Geschichten, des Alters und der sagenumwobenen Atmosphäre beinhaltet Monte Sant’Angelo auch für religionsferne Menschen eine gewisse Mystik, die man nicht wirklich beschreiben kann. Das muss man einfach selbst erleben.

Comments

    • Lohnt sich 🙂 Ich rate Dir allerdings, vielleicht einen Zeitpunkt außerhalb der Hochsaison dafür zu wählen. Wir standen sicher eine halbe / dreiviertel Stunde auf der Straße, bis wir in den Parkplatz fahren konnten, so voll war es. Deutsche, Belgier, Nordici…. 😀 Und das obwohl das Wetter an dem Tag echt alles andere als berauschend war. Denke, wenn nicht grad Hochsommer und Ferien sind, ist es nicht so überfüllt da.

      • August ist nicht gerade der beste Reisemonat, wenn man viel vorhat. 🙂

        Aber ihr habt es ja trotzdem geschafft.

        • Naja, ich habs trotzdem genossen. Steht ja immer die Zweisamkeit im Vordergrund. Aber grundsätzlich ist das natürlich richtig 🙂

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