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Ich hab ja bisher noch nie bei einer Blogparade mitgemacht, aber das Thema hat mich so kurz nach der Trennung doch sehr angesprochen…

In meiner gegenwärtigen Verfassung sei mir dabei bitte auch verziehen, dass es nicht ganz ohne Pathos vonstattengeht. Warum? Weil es um Heimat geht.

Im Englischen sagt man Home Is Where The Heart Is. Mein Herz war ganz lange bei meinem Jetzt-Ex-Freund. Und ist es noch. Und tatsächlich erinnere ich mich, dass ich einmal zu ihm gesagt habe: Bei Dir fühl ich mich daheim.

Leider wurde ich dessen ja nun mit der Trennung beraubt und die ersten Wochen hat sich alles in mir sehr leer angefühlt. Irgendwie eben heimatlos. Wie ein Schiff ohne Kompass und ohne Heimathafen, gesteuert von einem halbblinden Fährmann.

Mittlerweile hab ich mich wieder ein bisschen gefangen – heul mich nicht mehr in den Schlaf oder brech auf Arbeit zusammen. Trotzdem übermannt mich an manchen Tagen immer noch dieses Gefühl von Heimatlosigkeit. Klar ist meine Wohnung mein Zuhause, aber ich weiß eben auch, dass wir in diesem Zuhause einmal drei Monate am Stück zusammen verbracht haben. Das war Heimat. Die Wochen, die wir gemeinsam im Haus seiner Eltern verbracht haben. Das war Heimat.

Heimat-Definition

Es war Heimat – hier wie dort – weil wir wir waren.

Mein Zuhause ist mein Dach über dem Kopf. Aber meine Heimat? Die habe ich verloren und muss nun erst wieder eine Neue finden. Wie ich das machen will? Mit einem selbst erdachten 5-Schritte-Programm…

  1. Reisen, um zu sehen, wo es mir – zumindest für die nächsten Monate und Jahre – gefallen könnte.

  2. Meine Freiberuflichkeit auf- bzw. ausbauen und solange Geld beiseite legen. So halt ich mich wenigstens ein paar Monate (nach Ablauf des ALG I) über Wasser und hab Zeit für neue Aufträge oder Arbeitssuche.

  3. Eine Unterkunft in der Stadt meiner Wahl finden.

  4. Meine Sachen packen und ab dafür.

  5. Ein neues Zuhause und eine neue Heimat in mir selbst gefunden haben.

Schon klar, dass das alles gerade ziemlich einfach klingt – wahrscheinlich einfacher als es ist. Oder es ist tatsächlich so einfach und ich hab‘ nur einfach Schiss davor, dass es doch komplizierter ist, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es so einfach sein soll. (Ihr könnt mir noch folgen?! 😉 )

Nur dank diesem Vorhaben trauere ich nicht mehr dem verlorenen Stück Heimat nach, das er mit sich genommen hat.

Wobei.

Das stimmt so auch nicht.

Ich trauere dem trotzdem noch nach.

Aber eben auf eine andere Weise.

Statt mich zu quälen und alles über den Haufen (oder über Bord des oben besagten Schiffes) zu werfen (und damit zu riskieren, es nie wieder zu finden, weil ich die Koordinaten nicht kenn‘), versuche ich, dieses jetzt fehlende Stück Heimat mittels eigener Kraft zu ersetzen. So lange, bis aus Verdrängung Verarbeitung geworden ist und aus Wünschen Wirklichkeit.

Wie ich mir Heimat vorstelle? Im Moment?

Allein an einem Sandstrand sitzen, durchatmen, nachdenken und einfach nur aufs Meer rausblicken.

Strand in Sardinien by_Julia_pixelio.de
Credit: Julia / pixelio.de

……und danach ’nen Kaffee al bar dietro l’angolo……. 😉

Comments

  1. Ich finde deinen Plan toll und glaube, dass es dir gelingt. „Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man es – egal wie groß die Strapazen sind.“ pflegte mein Großvater immer zu sagen.

  2. Ich bin auch sehr optimistisch dahingehend, dass Du Deine Pläne umsetzen können wirst. Das Schwere daran ist, der erste Schritt. Sich trauen, einfach loszugehen. Der Rest findet sich. … und auch eine neue Heimat. Obwohl ich Dir zustimmen muss, dass Heimat stark mit den Personen verbunden ist. Jedenfalls für mich auch. Aber die lernt man überall wieder neu kennen. 🙂

    • Danke 🙂 Ich denke, vielleicht ist es sogar besser, den Schritt alleine zu gehen, als „wegen“ einem Mann – zwar war es nie nur seinet- oder unseretwegen geplant, aber eben auch. Und jetzt bin es eben 100% ich. Nächsten Monat geht die Entdeckungsreise an der Mittelmeerküste entlang auch schon los. Flug nach Trieste und AirBnB ist schon gebucht 🙂 Und Euch will ich auf jeden Fall auch besuchen kommen. Der Süden hat halt doch einen ganz eigenen Charme. Aber das bereden wir mal in Ruhe und nicht über die Kommentarspalten hier, hihi.
      Danke jedenfalls mal wieder für deine lieben Worte. Und Euch dreien buone feste, das erste Mal zu dritt 🙂

      • Dir auch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch! Melde Dich gern per Mail. Uuuh… aber im Januar… die ersten beiden Monate im Jahr sind wettermäßig die unschönsten. Pack‘ Dir gut was gegen Feuchtigkeit ein. 😉

        • Danke, mach ich auf jeden Fall im neuen Jahr. 🙂
          Und nochmal danke für den Tipp mit den Klamotten. Bin arg aufgeregt, aber auch echt neugierig. Wird sicher gut.

          Guten Rutsch auch Euch! Und nochmal schöne, ruhige Feiertage. 🙂

  3. Ich wünsche dir viel Erfolg deine Vorhaben zu realisieren! Den Gedanken, das auch Menschen Heimat sein können, den hatte ich auch. Aber dass Heimat auch weggenommenen bzw. drastisch von heute auf morgen ändern kann, hatte ich nicht im Blick.

    Vielen Dank für diesen Artikel.

    Lieben Gruß, Yasemin.

    • Danke Dir, Yasemin, für den tollen Kommentar! Schön, dass ich (traurigerweise) einen neuen Blickwinkel auf das Thema werfen konnte… Liebe Grüße, Julia

      • Ach weißt du, das Leben ist ein Auf und Ab. Es ist illusorisch zu glauben, dass es nur Friede, Freude, Eierkuchen ist. Wir finden Menschen und wir verlieren Menschen und hier beziehe ich mich auch auf den Tod.
        An meiner Küchenwand habe ich folgenden Spruch sehr groß stehen: ”Everything happens for a reason“. Manche Erfahrungen musst du machen, damit du die Person wirst, die du bestimmt bist zu werden. Was meinst du?

        Yasemin

        • Ja, vermutlich schon, aber es wird leider nicht leichter mit der Zeit / den Jahren / der Erfahrung…im Gegenteil, ich hab das Gefühl, es wird immer schwieriger. Natürlich kommt alles so, wie es kommen soll und natürlich prägt das einen Menschen, aber manchmal überwiegt dann eben doch das Unverständnis und man fragt sich „warum ich“, „warum schon wieder“, „muss das sein“. Man kann sich leider nicht davor schützen, schmerzliche Erfahrungen zu machen. Egal, wie sehr man sich danach sehnt (und glaub mir, das tu‘ ich sehr!). Natrülich macht uns das zu den Menschen, die wir sind bzw. werden sollen – aber leider eben nicht nur im Guten… Es kann auch in destruktive Bahnen führen oder in Zynismus und Aufgabe enden. Ich schramm da jedesmal haarscharf dran vorbei und wünsch mir gleichzeitig doch irgendwie, die Gefühlswelt manchmal einfach ausschalten zu können, wie nen Lichtschalter, damit ich das, was das Leben mit und aus mir macht, nicht mehr so bewusst und intensiv miterleben muss…dass es mir ein bisschen egaler sein kann. Ich hab‘ letztens einen Spruch gelesen: No matter how smart you are, in matters of the hear, you will always be stupid. Ich glaub das trifft zumindest für mich den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. 😉

  4. Pingback: Blogparade: Heimat - Das Finale - Wiktoria's Life

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