Beitrag speichern und ausdrucken:

leggere in italiano »Italy Rimini

Rimini

Anders als von Ferrara, von dem mir alle vorgeschwärmt haben, haben mich vor Rimini irgendwie alle gewarnt. Also… Im Sinne von, dass die Stadt nicht schön, nichts besonderes wäre. Ich stellte mir dann die Frage, wieso es seit den 50er Jahren die Deutschen also quasi massenhaft nach Rimini zieht. Und um das herauszufinden, blieb mir notgedrungen nur eine Möglichkeit: hinfahren und selber gucken!

Ein großer Vorteil war, dass ich dank meiner super Lernapp spontan einen eigenen, ortskundigen Cityguide hatte, der sich mir zuliebe trotz Regen bereit erklärt hat, seinen freien Samstagnachmittag in Riminis Altstadt zu verbringen.

Der Regen legte dankbarerweise auch eine Pause ein, sodass wir gar nicht so nass wurden, wie zunächst befürchtet. Außerdem reise ich ja bestens vorbereitet mit einem kleinen Schirm in der Handtasche – das hat zum einen den Vorteil immer vorbereitet zu sein, zum andern können aufdringliche Regenschirmverkäufer, die bei so einem Wetter in Italien überall wie Pilze aus dem Boden schießen, mir GAR NIX! 😉 (Was sie natürlich, wie in Ravenna, nicht davon abhält, mir einen größeren aufschwätzen zu wollen.)

Eins ist an Rimini überaus praktisch:rimini-11 Rimini

Aus dem Bahnhof raus, läuft man einfach immer geradeaus und kommt unweigerlich ins historische Stadtzentrum, das rund um die Piazza Tre Martiri angelegt ist. Die Piazza heißt übrigens nicht, wie man beim Anblick der historischen Bauten vermuten könnte seit jeher so, sondern erst seit den Dreißigerjahren und ist drei Partisanen gewidmet, die im Widerstand gegen den Faschismus von deutschen Nazisoldaten ermordet wurden. (Praktisch, so ein einheimischer Stadtführer… 😉 )

Wenn man von der Mitte der Piazza aus nach rechts läuft, vorbei an der Statue des Cesare Agosto (Kaiser Augustus) kommt man nach ein paar Metern auf einen kleineren Platz, auf dem einem das Glasgebäude sofort ins Auge fällt. Darin / dahinter verbirgt sich das Fundament eines Hauses, indem wohl einst ein römischer Chirurg gelebt hat. Bei den toll erhaltenen Mauern und Böden handelt es sich um einen archäologischen Zufallsfund, der nun für Touristen und Einheimische aus nächster Nähe zu bestaunen ist.

rimini-91 RiminiWenn man stattdessen nach links läuft, kommt man unter einem Triumphbogen hindurch zu der Ponte del Tiberio (Tiberbrücke), die über einen mittlerweile umgeleiteten Flussarm führt. Auch hier wurden die alten Steinblöcke erhalten, wenngleich die Brücke einstmals als Zugbrücke angelegt war, um die Stadt vor Feinden zu schützen. Außerdem kommt man in dieser Richtung dahin, wo ich ja am liebsten bin! Ans Meer!! <3 Endlich habe ich das Meer wiedergesehen! Dabei war mir auch völlig egal, dass es aufgewühlt war und sowohl farblich als auch geruchlich nicht unbedingt in seiner ansprechendsten Verfassung. Völlig! E. GAL! Ich hab das Meer gesehen! Und obwohl es da gerade wieder anfing zu regnen, habe ich die fünf Minuten Meerluft und Meeresrauschen und ja, sogar den miefigen Fischgeruch, einfach nur genossen!

Auf dem Weg zum Meer sind wir dabei noch an einem Prachtbau sondergleichen vorbeigekommen – das älteste und größte und berühmteste…und wahrscheinlich auch teuerste Hotel Riminis. Ich glaube ja, der schmucke Steinklotz war irgendwann mal die Residenz irgendeines Herrschers oder Stadtältesten oder irgendein Regierungsgebäude. Jetzt ist eben eine Nobelunterkunft, die ich mir ohnehin niemals leisten können werde, weshalb ich sie mit einem kurzen, anerkennenden Blick bedacht und dann links liegen gelassen habe. Deshalb, und wahrscheinlich auch ein bisschen, weil es sich zu meiner Linken befand – Schenkelklopfer. Lassen wir das.

Vom Meer zurück in die Stadt hat mir mein Rimini-Guide noch einen weiteren Zufallsfund aus altrömischer Herrschaftszeit gezeigt: Ein Amphitheater, das in seiner Größe dem berühmten Kolosseum in Rom in nichts nachgestanden haben soll. Leider konnte es nur zu einem kleinen Teil gesichert werden. Der Rest ist unter Häusern und Straßen Riminis wahrscheinlich für immer, zumindest aber bis ans Ende unserer Hochkultur, verschütt gegangen. Beeindruckend ist es aber allemal! Wer in Rimini ist, sollte einen Abstecher zu diesem Relikt auf jeden Fall mitnehmen – ist außerdem in der Nähe vom Bahnhof, was per se keine Ausrede zulässt.

Leider hat mein Handy in der Zwischenzeit ein Systemupdate unternommen, auf das ich nicht vorbereitet war und mir im Zuge dessen alle Fotos gelöscht, die noch darin gespeichert waren. Die paar wenigen, die ich retten konnte, seht Ihr hier. Für weitere…. nun ja… muss ich wohl nochmal wiederkommen…

 

9 Comments

  1. Bei Sonnenschein ist das alles mit Sicherheit noch viel schöner. … und, was das Meer in Stadtnähe betrifft, dürfte es überall ähnlich aussehen bzw. riechen. 😉

    • Ja, ja, in jedem Fall, vor allem wenns dann auch noch so ein Wetter ist und das Meer so aufgewühlt…
      Also ich könnt mir durchaus vorstellen, dass es im Sommer super ist dort…mir persönlich wahrscheinlich zu viel Feiervolk, aber rein von der Stadt her bestimmt…

  2. Ich freue mich über dein Folgen und bin gerade gerne in Italien eingetaucht. Liebe Grüße, Marion

Write A Comment