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Treviso

Bei meiner neuerlichen Invasion, diesmal mit dem Ziel, Ravenna zu erobern (dabei hat sie mich erobert, aber nun gut), habe ich mich auch dieses Mal wieder für die Nordroute über die Alpen entschieden. Die Elefanten hab ich Zuhause gelassen (sag nochmal einer, die Menschen würden aus der Geschichte nichts lernen) und hab mich stattdessen für meine angestammte Airline entschieden. Abflug Frankfurt-Hahn, Ankunft Treviso. Wer’s ein bisschen mehr kommod mag, kann selbstverständlich auch nach Bologna (wollte ich aus Gründen vermeiden, ging aber leider dann doch nicht ganz, aber egal jetzt) fliegen und von da aus im Zug weiter nach Ravenna; oder noch bequemer nach Forlì fliegen, das nur 25 km von Ravenna entfernt liegt. (Ursprünglich wollte ich mich ja eben dort mal erkundigen, ob Poltron e Sofa tatsächlich so qualitative Wertarbeit leisten, wie sie selbst behaupten, hab mich dann aber doch für Ausflüge nach Ferrara und Rimini entschieden. Auch, weil man mir sagte, dass es außer den Sofamachern nichts sehenswertes gäbe in Forlì. Ich betone an dieser Stelle: Das hat man mir gesagt, das spiegelt nicht meine Meinung wieder – hab da genau genommen gar keine zu, weil ich ja nicht dort war. Andererseits hat man mir auch gesagt, Rimini sei hässlich und Ferrara schön. Hm…)

Ich jedenfalls bin wie bei meinem Besuch in Triest in Treviso gelandet. Gesund und munter. Unglaublicherweise. Nachdem ich letztes Mal mit einiger Verspätung in Treviso angekommen bin und den Zug dort verpasst habe – wobei, das ja nicht so wirklich stimmt, da ich ja dort abgeholt und nach Triest gefahren worden bin. Aber ich hätte den Zug verpasst, wäre das nicht der Fall gewesen –, wollte ich dieses Mal – echt deutsch – auf Nummer sicher gehen und hab mir ein Ticket für den Zug später geholt, damit nicht alles so ganz knapp wird. Ausgerechnet dieses Mal ging dann natürlich alles reibungslos vonstatten, sodass ich am Ende drei Stunden Zeit in Treviso totschlagen musste / durfte / konnte. Kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt, nach Venedig reinzufahren – Züge kontrolliert, von dem Gedanken verabschiedet. Der nächste Zug wär auch erst später gefahren, sodass ich von Venedig wahrscheinlich eh nicht viel gesehen hätte, bis ich wieder zurückfahren hätt müssen. Aber drei Stunden am Bahnhof von Treviso (absolut unspannend, kann ich Euch versichern) wollt‘ ich mir nun auch nicht antun. Also packe ich meinen treuen, rollenden Gefährten, aka. Mr. Rollkoffer, und mach nen Stadtrundgang durch Treviso.DSC_0053 (Wenn dieser Koffer irgendwann übrigens auf den Müll fliegt, hat er wahrscheinlich mehr Kilometer runter, als mein letztes Auto. 😀 Gut, dass man bei Rollkoffern keine Reifen wechseln muss, sonst müsst ich wegen abgefahrenen Profils mittlerweile wohl eine nicht unerhebliche Strafe zahlen… 😉 ) 

Treviso 18Glücklicherweise hatte es der Wettergott an dem Tag noch nicht auf mich abgesehen und so zogen ich und mein Rollkoffer einfach auf gut Glück los ins Zentrum von Treviso. Vom Bahnhof aus gings geradeaus, dann links, dann rechts, dann über ein Brückchen, dann wieder rechts, links, gradeaus. So verwirrend das klingt, so verwirrt war ich auch unterwegs. Das bin ich allerdings immer, von daher nichts Neues. Und ich bin ja der Meinung, dass ich genau so so manche Stelle und so manches Kleinod überhaupt nur entdecken kann. Außerdem ist der Ausgang immer offen. Werde ich entführt werden? Im Ghetto rauskommen? Im Villenviertel vom Ferrari angefahren? Verlauf ich mich komplett und verpasse dann den Zug? Herrlich, die Vorstellung, einfach nie zu wissen, was auf einen zukommt. 😀

Außerdem sagte ich ja bereits, dass ich das Gefühl habe, in Italien wandle man nur wenige Zentimeter über den Resten des römischen Reiches… Vielleicht tut sich ja zufällig bei einer meiner verpeilten Aktionen mal ein Loch vor (nicht unter!) mir auf und ich bin die Entdeckerin einer spätrömischen Siedlung. 😀 Scherz beiseite.

Im Grunde ist Treviso nicht spektakulär (vielleicht sind drei Stunden aber auch nur nicht lang genug), aber hübsch allemal. Für ein paar Fotos hat’s jedenfalls ausreichend Motive gegeben. 🙂 Die bunten Säulen fand ich zum Beispiel absolut schön – hab dann später allerdings enttäuscht feststellen müssen, dass die weder bemalt noch in höchster kunsthandwerklicher Manier gestaltet sind, sondern nur in Stoff gehüllt. Der Effekt ist trotzdem toll. Vor allem aus der Entfernung. Und wenn man sich den Teil mit dem Stoff wegdenkt. 😀

Treviso 7

Irgendwann habe ich beschlossen, mich einfach nur ein Stündchen müde in die frühlingshafte Mittagssonne zu setzen und den ersten richtigen Kaffee dieser Reise zu genießen.


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Comments

  1. Schöner Artikel, schön zu lesen und wirklich tolle Bilder und Eindrücke die du uns da gibst! 🙂
    Habe auch vor, leider erst nächstes Jahr da ich es dieses Jahr nicht mehr schaffe, den Alpen zu besuchen.
    Die Pläne stehen schon seit drei oder vier Jahren, leider kam immer irgendwas dazwischen. Aber anscheinend lohnt es sich. 🙂

    LG

    • Schön, dass er Dir gefällt, danke, Dennis 🙂
      Ich kann es jedenfalls nur empfehlen! Ich drück‘ Dir die Daumen, dass 2017 dann endgültig nichts mehr dazwischen kommt 🙂 LG

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