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leggere in italiano »Italy Bari

Bari – was soll ich sagen.

Wenn ich jemals das Gefühl hatte, irgendwo direkt beim ersten Besuch angekommen zu sein, dann hier. So schwülstig das klingen mag. Und sicher tut es auch seinen Teil dazu, dass ich vom verregneten 10°-Grad-Frühling im 25°-Sonne-Meer-Beinahesommer angekommen bin. Ein Umstand der meiner mozarellafarbenen Haut – an den Stellen, an denen sie nicht künstlich eingefärbt ist – direkt am ersten richtigen Tag im schönen Apulien einen Sonnenbrand auf Nase, Wange, Stirn, Armen und im Genick beschert hat. Dass mich das aber sogar irgendwie gefreut hat, beweist nur, wie sehr ich die Sonne vermisst hab. 😉

bari_centro_7 BariAber vor allem gab mir die Atmosphäre in der Stadt und die Leute das Gefühl, hier willkommen zu sein.

Nachdem ich also mittwochs abends mein Urlaubsquartier bei einem schwulen Astrologen bezogen haben, wurde ich donnerstags morgens von einem weiteren Sprachlernappbekannten abgeholt und erstmal an die Promenade „Pane e Pomodoro“ gebracht. Meeeeeerrrrr! ♥

Dankbarerweise ist das Zentrum von Bari quadratisch aufgebaut, so dass es selbst unorganisierten und eher verwirrten Besuchern wie mir, die ich nach ein paar Stunden von meinem Stadtführer wieder alleine gelassen wurde, nahezu unmöglich ist, sich zu verlaufen! 😀 Auch deshalb ist mir Bari doch recht sympathisch. Spart jedenfalls Akku. Oder zumindest kann ich den Akku, den ich nicht für Google Maps verbrauche für meine Kamera verwenden. 🙂

Besonders schön in Baris Zentrum ist der Corso Cavour – die Einkaufsstraße. Modern, aufgeräumt und weitläufig und gesäumt von Bäumen, sodass man auch bei strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen ganz entspannt im Schatten shoppen gehen kann.

Den Corso Cavour in Richtung Meer gelaufen kommt man, wenn man leicht links abbiegt in die Altstadt. Wenn man quasi geradeaus läuft, kommt man auf den Fischmarkt und wenn man nach rechts abbiegt kann man am Meer entlang spazieren und kommt nach einigen Kilometerchen an Baris einzigen „Sandstrand“. Dieser besteht aus knapp 50 Metern Sand, die – aus dieser Richtung kommend – den Anfang des „Pane e Pomodoro“ genannten Küstenabschnittes sind. Eigentlich eher eine schmale parkähnliche Anlage. Der Sand wurde künstlich dort hinein geschüttet, denn original gibt es in der Gegend um Bari keine Sandstrände. Dafür ist die Promenade „Pane e Pomodoro“ aber umso praktischer, denn dort gibt’s nicht nur Bars und Lokale, Bänke und Palmen, sondern man ist wahlweise mit dem Bus oder per pedes ruck-zuck wieder im Zentrum. Überhaupt scheint mir der ÖPNV in Bari ausnehmend gut zu funktionieren.

bari_vecchia_10 BariAls Tourist darf man Bari nicht verlassen, bevor man nicht das Highlight der Stadt erkundet hat: Bari Vecchia. Hohe Fassaden, enge Gassen, bei denen die Nachbarn sich nur ein paar Zentimeter aus dem Fenster lehnen müssen, den Arm ausstrecken und sich die Hände schütteln können. Oder Salz oder Eier ausborgen. Praktisch! Und es ist mit Abstand der kühlste Platz der Stadt! Die schmalen Sträßchen und die hohen Mauern sorgen für Schatten und angenehm kühle Temperaturen, wenn die Sonne vom Himmel brennt. Da haben sich die Konstrukteure wahrscheinlich durchaus ihren Teil gedacht, als sie den historischen Stadtkern von Bari damals errichtet haben. Und man kann tatsächlich den baresischen Alltag beobachten – trotz der Touriläden, in denen massenhaft Souvenirs feilgeboten werden. Vom Meer bzw. von der Piazza del Ferrarese her kommend, läuft man an einer riesigen Kirche (und zwar wörtlich riesig! So riesig, dass sie nicht auf ein Bild passt. Also, nicht auf eines, das ohne Weitwinkelobjektiv auskommen muss…), der Basilica San Nicola, vorbei auf die gleichnamige Piazza und kann dann durch den historischen Stadtkern spazieren! 🙂 Ich fand’s super schön da!
(Und gemessen an der Vielzahl der Touristen…mehrheitlich Franzosen…die am Wochenende die Altstadt besiedeln, bin ich damit wohl nicht alleine. Wer also etwas gemütlicher und entspannter durch Bari Vecchia tingeln möchte, dem sei ein Wochentag empfohlen. Denn in den schmalen Gassen tritt man sich sonst doch wohl eher auf die Füße. Und vor lauter Ungemütlichkeit durch die Altstadt zu hetzen, wird dem kleinen Quartiere schlichtweg nicht gerecht.)

Über die ganze Stadt verteilt gibt es viele kleinere und größere Parkanlagen, die zum Verweilen einladen. Für mich persönlich macht das das Flair der Stadt besonders einladend.

park_bari_5 Bari

Leider habe ich lange nicht alles gesehen, das ich sehen wollte. Dafür habe ich mich zu sehr von charmanten, neuen Bekanntschaften und Aperitivi ablenken lassen. So wollte ich zum Beispiel gerne das Archäologische Museum besichtigen. Hab ich leider nicht geschafft. Aber immerhin habe ich es nach Alberobello geschafft (und auch wieder zurück, trotz dass mein Handyakku irgendwann den Geist aufgegeben hat und ich ganz oldschool auf meinen eigenen – nicht ganz so zuverlässigen – Orientierungssinn und den Kontakt mit Einheimischen zurückgreifen musste) und (dank Corinna von „Mein Apulien“) nach Polignano a Mare. Die undurchsichtigen Fahrpläne von Bussen und Bahnen nach und von Castel del Monte haben mich davon abgehalten, einen Abstecher dorthin zu machen und auch die Grotte von Castellana musste ich mir aus Zeitgründen für den nächsten Trip nach Bari (oder den übernächsten und damit dann wohl vorerst endgültigen) aufheben. Genauso wie die Fahrten nach Brindisi und Lecce. Und wahrscheinlich noch jede Menge andere Highlights. Jedes einzelne davon ist für mich ein Grund mehr, nochmal ins wirklich superschöne Apulien zu reisen!

Mehr Berichte über Bekanntschaften und Absurditäten, Land und Leute, Essen und Trinken werden in den nächsten Wochen folgen. Bis dahin genießt gerne die in Bildern eingefangene Sonne, den strahlendblauen Himmel, das klare, azurfarbene Meer und die beeindruckenden Häuser und Gebäude Baris!

♥ Bari – ich bin verliebt. ♥

Comments

  1. Ich bin gespannt auf deine Geschichten, die noch folgen. Die Fotos sehen schön aus und ich folge Corinnas Blog auch schon lange – trotzdem habe ich es nie auch nur überhaupt bis Italien geschafft.

    • Dafür war ich noch nie in der Türkei und in Amerika das letzte Mal 1992 😀 So gleicht sich alles irgendwie immer wieder aus hehe

  2. Oh wie schön geschrieben ? . Man bekommt sofort Lust dort hin zureisen. Mit so viel liebe geschrieben. Ich lese deine Beiträge wirklich gerne und sooo schöne Fotos ☺️

    • Dankeschön meine Liebe 🙂 Freut mich, dass Du Dich „hier wohlfühlst“ 😀 Das Kompliment gebe ich natürlich gern zurück.

      Ja, ich muss auch echt gestehen, dass Bari es mir recht leicht gemacht hat, so davon zu schwärmen 🙂

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