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Bari auf deutsch

Nachdem mein Touristguide mich gegen 13.30 verlassen hat, war ich allein in Baris Straßen unterwegs und entschloss mich ob des ausgefallenen Abendessen vom Vortag (bin spät gelandet und hatte vorher noch gearbeitet, bin also ziemlich kaputt gewesen, als ich ankam) und dem ebenfalls aus Zeitgründen nicht eingenommenen Frühstück (wurde um 10 Uhr (außergewöhnlich für Italiener echt pünktlich 😉 ) abgeholt), endlich mal was für meine – Achtung, Ironie – „bella figura“ zu tun (die mir am Abend ein aus dem Auto gelehnter Barese mit einem lauten „Wow“ quittierte) und was zu essen.

Schon vorher waren wir an einem Posten (mir fällt kein adäquates Wort für „posto“ ein (meine Italienisierung schreitet unaufhaltsam voran)) vorbeigekommen, bei dem mir die Worte „Altstadt“ und „Biergarten“ aufgefallen waren. Und weil Vertrautes allein in einer großen, unbekannten Stadt echt gut tut, bin ich dahin zurück gelaufen. Ich saß noch nicht richtig, kam schon eine Frau an meinen Tisch und drückte mir die Karte in die Hand. Als ich ein paar Minuten später bestellte, stellte sie mir die obligatorische Frage, woher ich denn käme.

Brav sagte ich mein Sprüchlein auf: Aus Deutschland, aus Heidelberg, ist eine kleine Stadt im…..da unterbricht sie mich und sagt auf Deutsch(!): Ich bin in Stuttgart geboren! Gleich ging es weiter, als sie meine Tattoos begutachtete und dann sagte: Ich hab auch welche, aber die sieht man nicht. Sie schiebt den Ärmel hoch und zum Vorschein kommen Tick, Trick und Track auf dem linken Arm. Und nach ein paar Fachsimpeleien über Tattoos, über meine Arbeit („Ich dachte mir schon, dass jemand der so aussieht, ein bisschen verrückt sein muss.“) bestellte ich eine Focaccia mit Tomaten, Mozzarella und Rucola, dazu ein Wasser.

Als ich gegessen hatte, bestellte ich mir den in Italien für mich ebenso wie der Aperitivo obligatorischen Caffè und als sie mir den brachte, setzte sich ein Pärchen an den Tisch vor mir. Er schmatze seine Pizza, sie wollte bestellen, woraufhin sie die Antwort bekamen, dass die ‚Kaffetteria‘ noch nicht eröffnet sei. Weil aber vorher drei Mädels am Tisch daneben ihren Kaffee anstandslos gekriegt haben, zählte ich hurtig zwei und zwei zusammen und dachte bei mir: Wie Deutsch! 😀

Sie ging dann an meinem Tisch vorbei zurück und raunte mir zu: Na, entschuldige mal, wenn man schon essend in ein Restaurant kommt… 😀 Ich grinste in mich hinein, dann sie an und sagte: Ich dachte mir schon, dass Du es deshalb gesagt hast.

Nachdem ich bezahlt hab, kassierte ich einen kräftigen Händedruck (deuuuutsch!!! 😀 ) und wurde mit den Worten verabschiedet: Es war mir ein echtes Vergnügen!

Mir auch!!! Und ich werd auch mal sehn, dass ich dort nochmal vorbeischau, bevor ich in drei Tagen wieder den Abflug mach’….dsc_0080 Bari auf deutsch

 

Comments

    • Ich war sonntags nochmal da, ja. Aber da wars dann so voll, dass sie keine Zeit für ausgiebiges Plauschen hatte. Allerdings wurde ich mit einem charmant schwäbischen: Hallo, was bekommsch? begrüßt 😀

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