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Im Sinne der Völkerverständigung 

Es geht auf den Sommer zu. Und Sommer heißt für viele Deutsche immer noch: Sonne, Strand und dolce vita! Wer noch auf der Suche nach einem geeigneten Aufenthaltsort für die Sommerferien ist, findet hier die ein oder andere Anregung.

Rimini zum Beispiel ist ein Klassiker für deutsche Touristen.

Wer’s gern etwas gediegener mag, wird sich in Trieste bestimmt wohlfühlen.

Und wer Kultur und Strand miteinander verbinden möchte, ist in Ravenna und Umgebung ganz gut aufgehoben.

Aktiver kann man den Urlaub dann in Apulien gestalten – von Bari aus kommt man per Zug ganz bequem zu den schönsten Fleckchen.

Wer sich für einen Aufenthalt im sonnigen Süden entscheidet, sollte ein paar Dinge beachten. Hier also ein kleiner Leitfaden mit – aus eigener Erfahrung gelernten – Dos und Don’ts in Italien.

  1. Sollte die Reise in eine Gegend oberhalb der Po-Ebene gehen, kann man getrost den deutschen Espresso bestellen, sofern man denn einen trinken will. Aber auch, wer aus Gewohnheit einen Kaffee bestellt, wird sicher nochmal die Rückfrage erhalten, ob er einen Espresso meint oder nicht. Unterhalb besagter Ebene sollte man sich aber nicht verplappern, denn dort ist ein normaler Kaffee ein Espresso.
  2. Und wo wir grade beim Bestellen sind. Die Italiener sind im Grunde ein sehr höfliches Völkchen. Bitte und Danke sollten selbstverständlich sein… “Einen Kaffee bitte” ist ein Minimum. “Bringen Sie mir bitte einen Kaffee” darf’s schon sein. (Achtung: bitte in diesem Fall ist per favore und nicht prego! Höchstens wenn man sagt: Prego un caffè – Ich erbitte einen Kaffee. Aber wer sagt das schon… 😉 ) Und wenn man ihn bekommt, ist ein “Danke” auch nicht zuviel verlangt!
  3. Kleiner Schwank aus meinen Fehltritten: Ich habe bei der Cousine meiner Oma in Mailand übernachtet, um am nächsten Tag nach Bologna weiterzureisen. Beim Frühstück stellte sie mir ein Glas selbstgemachte Kiwimarmelade hin. Dumm nur, dass ich Kiwi gar nicht mal so gern mag. Sie würde mir nicht wirklich fehlen, würde sie nicht existieren. Also habe ich die Marmelade NICHT probiert. Was hinterher zu einer Mischung aus enttäuschten und beleidigten Blicken geführt hat. Besser also: Einladungen und Geschenke nicht ablehnen.
  4. Trinkgeld in Restaurants oder Bars sind typisch deutsch. Hin und wieder hört man zwar auch von einer mancia von italienischen Gästen. Es ist aber eher die Ausnahme, mehr als gefragt zu bezahlen. Mein Exfreund sagte mir einmal: Die Leute bestimmen hier den Preis selber. Na gut. Dann lasst sie den Preis selbst bestimmen. Sicher freut sich ein Kellner aber trotzdem über ein nettes Trinkgeld – wer aber nur 20 oder 50 Cent aufrundet, wie man das hierzulande gern tut, darf sich über Spötteleien nicht wundern. Sofern er sie versteht. Denn…
  5. …alles, was nicht für Touristenohren gedacht ist, wird gerne in Dialekt ausgesprochen. Manchmal tun Italiener das auch, wenn sie einen (liebevoll) auf den Arm nehmen wollen. Das ist dann eher ein Zeichen dafür, dass sie sich in eurer Gesellschaft wohlfühlen. Und das führt uns schon zum nächsten Punkt.
  6. Italiener veräppeln sich und andere gern. Es macht vor dem (engeren) Kontakt mit Einheimischen also Sinn, an seinem Lachen, Humor und der Fähigkeit über sich selbst zu lachen, zu feilen. Dinge, die dem Deutschen ja nicht unbedingt immer leicht fallen.
  7. Lasst nach Möglichkeit das Auto stehen! Nicht nur wegen der Mautgebühren. Aber wer die italienische Fahrweise (Vollgas in der Innenstadt, Schneckentempo auf der Autobahn, plus Handy in der Hand oder am Ohr und unvermittelt aus der Seitenstraße rausschießende Roller) nicht gewöhnt ist, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verzweifeln. (Außerdem lassen sich Städte ohnehin sehr viel schöner zu Fuß erkunden…)
    Pro-Tipp: Einfach dem Flow anpassen. Dann passiert schon nichts. 😀 Das gilt übrigens auch beim Überqueren von Zebrastreifen und Fußgängerampeln.
  8. Zugverspätungen, – ausfälle oder unangekündigte Streiks sind einzukalkulieren.
    Pro-Tipp: Entschleunigt! Und zwar schnell! (← Ja, das war Absicht! 😀 ) Dann regt man sich weniger auf und weniger aufregen ist besser für den Blutdruck und die Arterien und all das.
  9. Lasst den Blödsinn mit den Handtuchreservierungen von Sonnenliegen sein! Und wo wir grade dabei sind: Socken und Sandalen – die ich zwar auch in Italien schon gesehen hab – gehören nicht zusammen!
  10. Ciao Bella ist nicht automatisch eine Anmache und Ciao Bello hat mit Homosexualität nichts zu tun. (Gleiches gilt für Ciao Cara oder Ciao Caro.) In Italien kommt es durchaus auch vor, dass sich auch Freunde und Bekannte untereinander so begrüßen. Also bitte nicht gleich panikartig die Flucht ergreifen. Manchmal ist ein nettes Wort einfach nur ein nettes Wort. Ohne Hintergedanken.

Wer noch mehr Tipps und Gepflogenheiten hat, darf mir gerne einen Kommentar dalassen oder eine Mail schicken und ich ergänz‘ dann hier! 🙂 Demnächst will ich das ganze Ding umgekehrt machen. Als eine Art Leitfaden für den Umgang mit uns Deutschen. Wem hierzu was einfällt, darf sich ebenfalls gern melden! 🙂

Comments

  1. Ja, alles wahr! Vor allem das mit dem Entschleunigen und dem-Flow-Anpassen. Hilft ungemein, den Italienaufenthalt ohne gesundheitliche Probleme zu überstehen.

  2. Ciao!
    Danke für deine Tipps! Viele davon waren mir nicht bekannt und ich gebe gerne Trinkgeld. Bei den Handtüchern musste ich lachen. Ich chille nicht den ganzen Tag am Pool, bewege mich lieber! 😀 Sehr schön!

    Liebe Grüße,
    Alex.

    • Hehehe ich glaube das ist ein sehr spezieller Schlag Menschen, die das machen. ? Aber ich weiß, dass es ein Klassiker unter den Deutschenklischees ist, deshalb durfte es in keinem Fall fehlen. 😀
      Schön, wenn die Tipps außer witzig auch hilfreich sind, freut mich sehr! 🙂
      LG Julia

  3. Oh wie schön – richtig praktische Tipps! Sowas mag ich sehr und werde ich beim nächsten Italienaufenthalt berücksichtigen. Wobei – egal in welchem Land: Danke und Bitte sind für mich eine Selbstverständlichkeit!

  4. Ein weiterer Tipp vielleicht. Italiener lieben es, wenn man zumindest versucht die Sprache zu sprechen. Wenn auch nur ein paar Brocken. Sie werden überschwänglich kommentiert. 😉

    • Ohhhh ja! 😀 Es reicht ironischerweise schon zu sagen „Non parlo l’italiano“, damit sie hellauf begeistert in ein Dauerfeuer der Begeisterung ausbrechen. Auch wenn man’s dann nicht versteht… 😀

  5. Bei einem unserer ersten Italien-Urlaube, ich war noch ein Kind, ist also schon laaaange her, da kam ein Bekannter haarscharf an einer Polizeistrafe vorbei. Der Polizist war sehr nett und unser Bekannter wollte sich bedanken und sagte „Prego Seniorita!“ 😀
    Das ist heute noch gebräuchlich in der Familie, um sich gegenseitig überschwänglich zu bedanken. 😉

    • Ahahahaa schön ? ich musste grade herzlich lachen ?
      Ja, so ein Faux-pas verdient es, in Ehren gehalten zu werden!! hihi

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