Beitrag speichern und ausdrucken:

clicca qui e leggi l’articolo in italiano

In Teil 3 meiner Begegnungen der neapolitanischen Art geht es heute um Verwechslung. (Juhu, sie is’ mit dem Tattooding durch! 😉 )

Folgendes Szenario: Man sitzt entspannt im Lokal, genießt Sonne und Drink und entdeckt umherschweifenden Blickes auf der andern Straßenseite plötzlich einen Bekannten oder eine alte Freundin, die man seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gesehen hat. Man lächelt in die entsprechende Richtung, in der Hoffnung, er oder sie würde einen ebenfalls entdecken. Leider kommt weder ein Blick noch ein Lächeln zurück. Man entschließt sich zu größerer Geste (große Geste, große Wirkung, so die Idee) und winkt – eventuell pfeift man auch. Arm in die Höhe, also, und wie wild drauf los geschwenkt. Aber? Nichts. Wenn er oder sie aber jetzt nicht gleich was merkt, ist man schon wieder aus dem potenziellen Blickfeld verschwunden! Leichte Panik! Dann ist diese oder dieser unglaublich tolle Bekannte, mit dem man seit der Grundschule nicht mal mehr bei Facebook geschrieben (geaddet schon) hat, schon wieder für weitere Jahrzehnte aus dem eigenen Leben getreten!

Was tun? Aufspringen und den Namen über die vierspurige Straße, die zusätzlich noch von einer Straßenbahntrasse geteilt wird, brüllen natürlich!

Dabei mit dem Knie am Bistrotisch hängen bleiben und Tisch samt Drink auf den Boden zu werfen. (Scherben bringen Glück.) Während man sich nun mit einer Hand das schmerzende Knie hält, winkt man mit dem andern Arm wie wahnsinnig weiter und ruft – weil sie gerade vorbeifährt – durch die Straßenbahn hindurch nun noch lauter den Namen der betreffenden Person.

Weil die einen aber scheinbar aber immer noch ignoriert (dabei hat man ihm oder ihr ja gar nichts getan … zumindest nicht, dass man wüsste), hilft jetzt alles nichts mehr und man stürzt sich, das kaputte Knie ebenso wie den Feierabendverkehr ignorierend, in bester Harakirimanier, die selbst japanische Piloten aus dem zweiten Weltkrieg vor Neid erblassen lassen würde, auf und über die Straße.

Gott sei Dank wurde man nur von 5 Autos touchiert und nur ein Straßenbahnfahrer musste ein Trauma erleiden, weil man so haarscharf, dass der Arme niemals hätte rechtzeitig in die quietschenden Bremsen steigen können, um die Elektroschlange zum Stehen zu bringen, vor der Bahn über die Gleise gehetzt ist.

Drüben angekommen – immer noch winkend und mittlerweile mehr keuchend als rufend – kriegt man diesen ehemals so guten Bekannten endlich zu fassen. Der dreht sich um und sagt: Kenn ich Dich?

Ups, verwechselt.

Kennt man, oder? Also … so oder so ähnlich.

Nun, meiner allgemeinen Verpeiltheit ist es geschuldet, dass ich derlei Szenarien eigentlich immer eher in der Geber-Position bin. Vulgo: Ich bin die, die peinlich berührt ist, weil sie wen anders für jemand anderen gehalten hat und laut hechelnd hinter “wen anders” hergerannt ist, während sie japsend seinen Namen so etwas ähnliches wie gerufen hat und wenn sie ihn dann mit letzter Kraft erreicht und sich – dem Zusammenbruch nahe – mit dem kleinen Finger an dessen Ärmel festkrallt, um ihn zu stoppen, erst bemerkt, dass sie sich vertan hat. Und ja, der Satz ist absichtlich so lang!

Kein Wunder hat der sich nicht umgedreht! Meh.

Bei meiner nächsten Begegnung in Neapel war ich zur Abwechslung mal die, die verwechselt wurde!

Juhu! Endlich hab auch ich ein Allerweltsgesicht, das nicht weiter auffällt. (Oder mein Double sieht einfach nur so ähnlich blendend aus, wie ich. Wahrscheinlich wird’s eher das sein! Glückliches Mädchen! 😛 )

Also:

Ich hatte meinen 1-Euro-Bier-Kater, der mir am Vorabend zugelaufen war, einigermaßen weggeschlafen und war bereit, mich auf die Suche nach Essbarem zu begeben, (für mich, nicht für den Kater – oder zumindest nur mittelbar) bevor ich mich mit meinem Kumpel Giando, der eigentlich Giandomenico heißt, aber, weil die Süditaliener es nicht so mit langen Namen haben (Giulia ist ab Rom südwärts gerne auch Giù), von allen nur Giando genannt wird, zur nächsten Lokalrunde (Lokal ist hier im Plural zu verstehen) zu treffen.

Kaum aus dem Haus – dazu muss man wissen, dass die Straße, die zu meiner vorübergehenden Wohnung führte linksseitig gesäumt war von kleinen Läden -, grüßte mich nach ein paar Metern ein junger Mann. Mit dem Besen fegte er den Dreck vor dem Kebabladen weg – oder tat zumindest so, dem Handy in seiner Hand nach zu urteilen.

Ich grüßte zurück und er setzte gerade dazu an, mich zu fragen, wie es mir ginge, während ich in meinem Kopf dachte, och nee, nicht auf so ne billige Tour, bitte, als er sich entschuldigte und sagte, er hätte mich verwechselt!  Ok, kann immer noch Masche gewesen sein, aber da er nach ein paar Sätzen (woher kommst Du; Du siehst einer Freundin von mir ähnlich; etc.) sofort wieder in den Laden verschwand ohne jedwede Art von Annäherungs- oder Kennenlernversuch unternommen zu haben, gehe ich einfach mal davon aus, dass es sich tatsächlich um eine Verwechslung gehandelt haben muss.

Beseelt ging ich meiner Wege, um irgendwo in den Weiten der neapolitanischen Altstadt etwas zu essen aufzutun.

[An dieser Stelle bitte eine eloquente, aber weniger ausführliche, als es die Einleitung war, Überleitung zur nächsten denkwürdigen Begegnung einfügen.]

An der zweiten Begegnung dieses Tages ist, wie schon aus Teil 1 bekannt, mein neapolitanischer Freund Giando schuld*. *wer auch sonst?

spritz_contro_crisi Begegnungen der neapolitanischen Art, Teil 3/4Er und ich zogen an diesem Abend, wie schon am Abend zuvor, also einmal quer durch die Altstadt auf der Suche nach günstiger 1-Euro-Flüssignahrung. Nach einigen Zwischenstopps kamen wir an das kleine Lokal, von dem ich bereits im ersten Neapelbeitrag gesprochen hatte. Dort, wo es den Anti-Krisen-Spritz gab.

Davor auf einer Bank saßen Studenten mit Gitarre und spielten und sangen. Da wir beide rauchen, nahmen wir alsbald unser Getränk und gesellten uns zu ihnen. Es dauerte nicht lange, bis wir Gesellschaft in Form eines mittelalten Herrn bekamen, der definitiv schon ein oder zwei Becherchen zu viel Anti-Krisen-Sprit (ohne z) getankt hatte. (Der Wirt weigerte sich später auch, ihm noch mehr zu geben, was für ihn Anlass zu einer Litanei aus Beschwerden war.)

Besagter, dezent überalkoholisierte Mann unterhielt sich also mit uns. Was genau er so erzählte erinnere ich nicht mehr so gut. Das ist zu Teilen auch dem Umstand geschuldet, dass er vom Italienischen immer wieder ins Neapolitanische zurückfiel. Gepaart mit einer lallenden Aussprache dank alkoholschwerer Zunge war das meiste seines Kauderwelschs für mich so gut wie unverständlich.

Giando und ich warfen uns von Zeit zu Zeit vielsagende Blicke zu, während die antifaschistischen Lieder der Studenten den Backgroundsoundtrack lieferten, in den unser neuer Bekannter hin und wieder mit einstimmte.

Irgendwann unterbrach er mich und Freund Giando in einem Gespräch und fragte: “Ma quanto parli male?” Was so viel heißt, wie: Mein Gott, ist dein Italienisch schlecht.

. . .

Kurze Schockstarre, dann versuchte ich es als das Gewäsch eines Besoffenen abzutun. Das wollte mir aber erst dann richtig gelingen (hier, hallo, Ego und Perfektionismus und so…), als Giando mich aufklärte: Diese Redewendung wird benutzt, wenn jemand nicht mit dem örtlichen Akzent oder im lokalen Dialekt spricht, bzw. der italienische Zuhörer nicht anhand der Aussprache oder der Kadenz zuordnen kann, von wo aus Italien sein Gesprächspartner kommt.

Glück gehabt! 😉

Und da ich ja schon von Nord bis Süd überallhin eingeordnet wurde, konnt’ ich den Spruch dann auch als Kompliment verbuchen. So für mich.

Und immerhin hat sich der Gute so einen Platz in meinen Erinnerungen gesichert. Ehre, wem Ehre gebührt und so.


 

Incontri alla napoletana, puntata 3/4

La terza puntata dei miei incontri alla napoletana parla della confusione di persone. (Bella, ha finalmente finito con i tatuaggi! 😉 )

Immaginate vi questo scenario: Siete in un locale e vi godete il sole ed un bel drink. All’improvviso vedete un conoscente o una vecchia amica che non avete visto da una vita sull’altro lato della strada. Gli date un sorriso nella rispettiva direzione sperando che anche lui o lei vi veda. Putroppo non vi da né uno sguardo né un sorriso. Vi decidete a fare un gesto più appariscente (gesto sporgente, effetto grande; è questa l’idea). Allora accenate – forse fate pure un fischio. Cioè braccia su e si lo sciaborda da matto. Ma? Niente. Se lui o lei non vi riconosce fra un po’, siete ancora fuori vista! Cresce un po’ di panico! Sennò, quest’incredibilmente meraviglioso amico con cui non avete neanche più messaggiato su Facebook (aggiunto sì però) e con cui non avete mai avuto niente a che fare dai tempi scolastici sparisce dalla vostra vita per un’altra decina d’anni!

Che fare? Balzare dalla sedia, ovviamente e gridare il suo nome attraverso la strada a quadrupla corsia che inoltre viene divisa da un tracciato tranviario!

E mentre balzate, buttate giù il tavolino con il drink. (I frantumi portano fortuna, si dice da noi.) Tenendo il ginocchio debole con una mano continuate ad accenare da pazzi coll’altra e chiamate ancora più alto il nome della rispettiva persona attraverso il tram che sta appena passando.

Visto, però, che loro sempre sembrano di ignorarvi (anche se non gli avete fatto niente di male … almeno non per quanto ne sapreste), non serve più altro che buttarvi nel traffico ed attraverso la strada in una bella maniera Harakiri che farebbe invidia pure i piloti giapponesi della Seconda Guerra Mondiale.

Menomale che siete stati urtati da solo 5 auto e soltano un tranviere ha riportato un trauma perché anche volendo non fosse mai riuscito a fermare il tram in tempo per non urtarvi mentre siete stati attraversando i binari sfiorando un incidente.

Arrivati dall’altro lato della strada – sempre accenando e nel frattempo più ansimando che chiamando – finalmente riuscite a giungere questa conoscenza di una volta. Si gira e vi dice: Ma tu chi sei?

Ops, confuso.

Suona familiare, no? Sia così che in un modo simile.

Grazie alla mia generale confusione sono più o meno sempre io quella che fa questa figuraccia. Cioè: Sono io quella che fa l’impressione penosa perché ha confusa una persona per un’altra ed è ansimante corsa dietro “una persona” mentre ansantemente sfiata il suo nome e la giunge a gran pena cercando di fermarla aggrappando la sua manica col mignolo e solo poi nota che si è sbagliata. E sì, la frase e così lunga apposta!

Mica meraviglia che non si girava! Meh.

Al mio prossimo incontro a Napoli tanto per cambiare fui io quella chi fu presa per un’altra persona!

Uei! Finalmente ho anche io una faccia comune che non fa spicco. (Oppure la mia contrafigura ha un splendido aspetto simile al mio. Probabilmente sia questo il caso! Beata lei!)

Allora:

Ebbi dormito via la mia spranghetta che presi la serata scorsa e fui pronta per andare alla ricerca di qualcosa edule, prima che incontrai di nuovo il mio amico Giando – che in realtà si chiama Giandomenico ma visto che al Sud non gli piacciono i lunghi nomi (Giulia viene pure Giù da Roma in giù) tutti lo chiamano solo Giando – per andare ad un altro giro da bere (o meglio giri in plurale visto che abbiamo passato più che un locale).

Appena uscita della casa che si trovò in una stradina laterale dove sulla sinistra ci furono tanti piccoli negozi, mi salutò un giovane ragazzo. Una scopa in mano spazzò la strada in fronte della kebabberia – o perlomeno fece finta di spazzare, giudicando dal cel nella sua mano.

Gli salutai pure io (tanto sono gentile eh) e lui stette per chiedermi come stessi quando all’improvviso si scusò e mi disse che mi avesse confusa con un’altra ragazza! Certo, può sempre essere stato il suo trucco, ma visto che dopo qualche parola (di dove sei; assomiglia una mia amica; ecc.) tornò subito dentro senza nessun approccio o conato di conoscenza, suppongo proprio che si dovette trattare di una confusione.

Ispirata dall’incontro tirai diritta per scoprire una qualcosina da mangiare nella distesa del centro storico di Napoli.

[Inserire passaggio eloquente ma meno elaborato che l’introduzione allo prossimo memorabile incontro, per favore.]

Il secondo incontro del giorno fu colpa del mio amico napoletano Giando come fu la sua colpa già nella prima puntata*. *chi altro?

spritz_contro_crisi Begegnungen der neapolitanischen Art, Teil 3/4Come la serata scorsa ci incontrammo anche questa sera per andare alla ricerca dei liquidi a prezzo basso nella città vecchia. Dopo alcune soste finivammo a quel piccolo locale di cui parlai nel mio primo articolo su Napoli. Il bar dove venderono gli spritz contro crisi ad un euro.

In fronte al locale sederono degli studenti suonando la chitarra e cantarono. Visto che siamo entrambi fumatori prendemmo le nostre bevande e gli facemmo compagnia. Mancò poco che ci raggiunse un uomo che decisamente ebbe ormai bevuto uno o due troppi spritz contro crisi. (Dopo anche il titolare gli rifiutò altri che venne seguita da un sacco di lamentele.)

Detto, decentemente sopraalcolizzato uomo allora ci parlò per un bel po’ però ciò che disse non ricordo bene. In parte è anche colpa del fatto che lui stette scambiando tra l’italiano ed il napult’an. Insieme alla sua voce avvinazzata per me fu l’arabo ciò che parlò.

Giando ed io invece scambiammo degli sguardi comprensivi ogni tanto mentre le canzoni antifascisti che cantarono gli studenti, di tempo in tempo raggiunti del nostro nuovo conoscente, suonarono nel sottofondo.

Ad un certo punto interruppe un altro discorso tra Giando e me e mi chiese: “Ma quanto parli male?”

. . .

Un attimo di shock poi cercai di prenderlo come lo sproloquio di un tossico. Considerando il mio perfezionismo ed il mio ego, ci riuscii comunque solo dopo che Giando mi spiegò cosa vuol dire: E’ un modo di dire che si usa quando uno non parla il rispettivo accento o il dialetto locale oppure quando l’ascoltatore non sa dire di dove in Italia l’altro viene sentendolo parlare.

Menomale! 😉

E visto che fui ormai inquadrata ovunque dal nord al sud, potei anche prendere la battuta come un complimento. Solo per me.

E poi, perlomeno quel tizio si salvò un posto nei miei ricordi. Onore al merito, dai.

 

Comments

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: