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Eine Sache, die mir mittlerweile schon häufiger aufgefallen ist: Die Süditaliener identifizieren sich sehr mit “ihrem” Meer.

Wenn die Hälfte der Passagiere im Landeanflug aus dem Fenster blickt und unisono verzückt aufatmet: “Schau nur, unser Meer”, dann weiß man automatisch nicht nur, wer nur Tourist ist. Man wird außerdem selbst auch etwas wehmütig und sehnsüchtig.

Besonders schön, finde ich es, wenn es nicht mehr “il nostro mare” ist, sondern “mare nostro” oder “nostro mare”.

Denn wer ein bisschen was über die italienische Sprache weiß, weiß vielleicht auch, dass man den Artikel (il oder la) nur bei engen Verwandtschaftsgraden weglässt. Wie bei Vater, Mutter und Geschwistern.

Mia madre, mio mare

In diesem Sinne ist das Meer sozusagen Teil der engsten Familie.

Was auch Sinn macht, bedenkt man dass das Meer oft wichtigste Nahrungsmittelquelle und Arbeitgeber zugleich ist. Es ernährt die Menschen. Wie es eben die Familie tut.

Die Italiener lieben ihr Meer …

… und mal ehrlich: Bei dem Anblick ist das doch auch verständlich, oder?


das-meer-bei-bari-il-mare-di-bari Unser Meer
Das Meer bei Bari – – Il mare di Bari
das-meer-bei-molfetta-il-mare-di-molfetta Unser Meer
Das Meer bei Molfetta – – Il mare di Molfetta
das-meer-bei-monopoli-il-mare-di-monopoli Unser Meer
Das Meer bei Monopoli – – Il mare di Monopoli
das-meer-bei-polignano-il-mare-di-polignano Unser Meer
Das Meer bei Polignano – – Il mare di Polignano a Mare
das-meer-bei-porto-cesareo-ii-il-mare-di-porto-cesareo-ii Unser Meer
Das könnte in der Karibik aufgenommen worden sein, ist aber tatsächlich …. (I.) – – Potrebbe essere fotografato ai Caraibi ma in effetti è … (I.)
das-meer-bei-porto-cesareo-i-il-mare-di-porto-cesareo-i Unser Meer
… am Strand von Porto Cesareo entstanden. (II.) – – … è fatta sulla spiagga di Porto Cesareo. (II.)

Il nostro mare

C’è una cosa che ho notato parecchie volta andando in Italia: Gli italiani del sud si identificano molto con il “loro” mare.

Quando metà dei passeggeri guarda fuori la finestra mentre l’avvicinamento per l’atterraggio tira un estatico sospiro di sollievo all’unisono e dice: “Guarda, il nostro mare”, non solo si capisce subito chi è solo turista. Ma anche automaticamente ci si diventa ugualmente un po‘ melanconico e nostalgico.

A me particolarmente piace quando non è più “il nostro mare” ma “mare nostro” o “nostro mare”.

Chiunque sa l’italiano un po‘, sa pure che l’articolo viene lasciato via solo per descrivere i parenti vicini. Padre, madre e fratelli per esempio.

Mia madre, mio mare

In questo senso, il mare fa quasi parte della famiglia più vicina.

E tanto ha senso considerando che il mare spesso è la risorsa alimentare e padrone più importante allo stesso tempo. Il mare nutrisce la gente. Come lo fa la famiglia.

Gli italiani amano il loro mare …

… e sinceramente: A quella vista è più che comprensibile, no?

Comments

  1. Die Frage ist nur, warum die Italiener mit „mare suo“ so umspringen, als gehöre es ihnen nicht. Was da mancherorts so für Müll schwimmt, ist unglaublich und hat mit Liebe wenig zu tun.

  2. Danke für den Beitrag! Da hast du vollkommen Recht! Auch ich identifiziere mich sehr stark mit dem Meer… Vielleicht als Halbitalienerin angeboren??? 😀

    Das mit Müll hat übrigens meines Wissens nach damit zu tun, dass die Abwasser ins Meer fließen. Da können die Bürger (mal ausnahmsweise) nicht direkt was dafür…

    Liebe Grüße
    Barbara

    • Ja, schon möglich, dass das angeboren ist. Wenn ich an die ganzen Kinder denk, die das von klein an „eingebläut“ kriegen, liegt das glaub ich in der Natur der Sache 😀

      Allerdings hab ich auch schon so manches Hafenbecken und so manchen Strandabschnitt gesehen, der teils verlassen wird, wie eine Müllkippe. Abgesehen von den Abwässern und dem Schiffsmüll, kann da schon noch einiges gemacht werden, denk ich. 🙂 Für die großen Sauerreien, geb ich Dir recht, kann der kleine Mann oft nichts.

  3. Diese Verbundenheit ist wirklich schön – und voll nachvollziehbar. Ich werde das leider nie sagen können, dafür denke ich beim Landeanflug „schau, UNSERE Berge“ 😉

    • Mal sehn, ob ich als Flachlandindianer-im-Herzen irgendwann an den Punkt komm….Bisher genieß ich immer einfach den Ausblick…so lang, bis das Flugzeug in die Kurve geht, dann muss ich die Kopflehne vom Vordermann fixieren, sonst wirds unangenehm 😀

  4. Tolle Bilder. Obwohl ich gerade am Meer war, bekomme ich da schon wieder Sehnsucht! Müll findet man leider überall im Meer – in allen Meeren. Da sind die Italiener keine Ausnahme-leider.

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