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Operation „Sicheres Meer“

Ich hatte es13882079_321648828175605_4069377239329479805_n-300x168 Operation "Sicheres Meer" ja schon erwähnt – die Deutschen lieben es über alles, sich Strand- und Poolliegen zu reservieren. Dafür sind wir berühmt. Auch wenn es ein eher zweifelhafter Ruhm ist. Zugegeben. Aber eben deutsch. 😀 Mindestens so deutsch, wie die immer wieder bemühten Socken in den Sandalen. 😀

Und den Italienern reicht’s jetzt! Sie greifen durch. Hart durch! Und zwar mit aller Staatsgewalt.

Weil Touristen die besonders im Norden immer weiter dezimierten, öffentlichen Strandabschnitte mit Sonnenliegen, Handtüchern und Badeutensilien reservieren, setzt man nun die Polizei ein, um besagte Gegenstände einzusammeln, wenn die Besitzer nicht in Sichtweite sind.

Öffentliche Strände dürfen von Staat und Gemeinde zwar an Lidobetreiber und Hotels vermietet werden. Dort wo das aber nicht der Fall ist, gelten sie als öffentlich zugängliches Allgemeingut. Handtuch hinschmeißen und dann erstmal gepflegt zurück ins Bett oder Frühstücksbüffet bevor man den vollgestopften Pansen in die Sonne streckt, is‘ nich‘ mehr.

Anfang August – also inmitten der Urlaubssaison – hat z.B. die Küstenwache in Livorno auf gerade einmal 100 Metern Strandabschnitt 37 Sonnenstühle, 30 Sonnenschirme, eine Liege, Handtücher und Badekleidung abtransportiert.

In Alba Adreatica in den Abruzzen waren immerhin 25 Sonnenschirme, in Kampanien bei Ascea knackige 30 Schirme und 50 Liegestühle.

Bis hierhin noch zum Schmunzeln, aber …

Tatsächlich wird künftig auch zur Kasse gebeten. Wer sich erwischen lässt, darf ein Loch von 200 Euro in die Urlaubskasse reißen. Also ist durchaus Vorsicht geboten. Die Italiener machen jetzt Ernst.

Und irgendwie kann ich sie verstehen. Teilweise sind die Utensilien so nah am Wasser abgelegt und abgestellt, dass das Meer sie problemlos mitnehmen kann. Besonders dann, wenn keiner da ist, um ein Auge drauf zu haben. Und noch mehr Müll im Meer braucht’s nun wirklich nicht!

Den Italienern geht’s aber auch noch um was anderes. An manchen Orten ist der Strand erst ab einer bestimmten Uhrzeit für den Publikumsverkehr geöffnet. Dabei geht’s wahrscheinlich eher um die Lärmbelästigung der Nachbarn, als um den Umweltschutz, aber umso besser, wenn davon auch Strand und Meer profitieren.

Also heißt es auch für des Deutschen liebstes Urlaubshobby in Italien erstmal: Lass‘ stecken! 😉 Ich find’s eigentlich gut. Und Ihr?

6 Comments

  1. Die Strafgebühr ist schon happig. Grundsätzlich finde ich aber auch diesen Handtuch-Krieg der Deutschen fürchterlich. Wobei bei allen schrulligen Eigenarten und Korinthen -Kackerei gibt es durchaus auch in anderen Nationen bekloppte Rituale.

  2. Wow, 200 Euro sind je echt heftig. Und ja, ich gebe es zu, wir haben das auch schon gemacht, aber nur weil man sonst echt keine Chance hat, denn die ganz hartgesottenen kommen schon morgens um 8 und belegen die Liegen. Wir würden aber niemals die Handtücher hinlegen und dann stundenlang wegbleiben, so wie wir es schon beobachtet haben, sondern wir haben die Handtücher nach dem Frühstück aufgelegt, sind kurz ins Zimmer haben uns umgezogen und dann wieder gekommen.

  3. Ich kann es auch total nachvollziehen und konnte die Leute noch nie verstehen, die sowas machen. Wobei ich mich auch selten in Ferienanlagen aufhalte, wo das nötig wäre… 😛

    Liebe Grüße
    Barbara

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