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Das Cibò in Bari

Es ist ein kleines Phänomen. Wenn ich einem Italiener erzähle, dass ich nach Italien fliege, lautet die erste Frage standardmäßig:  “Wohin?”
Wahrheitsgetreu antworte ich dann entsprechend. Als ich nach Triest flog, Triest. Als ich nach Neapel flog, Neapel. Als ich nach Ravenna ging, Ravenna. Und wenn ich nach Bari fliege, eben Bari.

Der nächste Satz ist immer der gleiche: “Oh, wenn Du in … bist, musst Du unbedingt … essen!”

Italien und Essen sind untrennbar miteinander verknüpft. Mein Exfreund sagte einmal: “Wenn wir Italiener nicht gerade essen oder kochen, dann reden wir vom Essen.” Und meiner Erfahrung nach ist da sehr viel Wahres dran.

Jede Region in Italien hat ihre eigene, traditionelle Spezialität, ein typisches Gericht oder zumindest eine lokale Art und Weise, ein Gericht zuzubereiten. Die Pizza ist dafür ein gutes Beispiel. In Rom ist der Pizzaboden sehr dünn und knusprig (mag ich!), in Bologna ist er fluffig und dick, erinnert ein bisschen an eine Focaccia, in Neapel ist er zwar dünn, aber nicht kross gebacken, wie in Rom. Die Pizza ist ein Nationalgericht mit tausend Gesichtern. 😀

So kam es, wie es kommen musste und man riet mir: “Wenn Du nach Bari gehst, musst Du Panzerotti essen.”

Bei meinem ersten Besuch war das nur so halb geglückt. Denn ich habe zwar ein Panzerotto gegessen, aber eines aus dem Ofen. Mit Käse überbacken. Wenngleich es lecker war, waren meine baresischen Bekannten unzufrieden mit meiner Wahl.

Warum?

Weil ein “echtes” Panzerotto frittiert wird.

Die Jagd nach dem echten Panzerotto

Die Teigtasche wird mit unterschiedlichen Leckereien und Zutaten gefüllt und dann ins siedende Öl gegeben, bis sie ihre goldgelbe Farbe bekommt und dann mit der Hand gegessen (Achtung, Verbrennungsgefahr!).

Bei meinem zweiten Besuch in Bari war es also meine Pflicht, ein solches “echtes” Panzerotto aufzutreiben und zu verspeisen. Die Mission stellte sich als gar nicht so leicht umsetzbar heraus. Denn so sehr ich auch die Augen offen hielt, ich fand beim Spazierengehen kein Lokal, in dem ich frittierte Panzerotti hätte essen können. Ich musste also ein bisschen schummeln und Google zu Hilfe nehmen.

Zwei, drei Suchergebnisse später fand ich dann eine TripAdvisor-Empfehlung: Das Cibò. Mitten im historischen Bari Vecchia gelegen soll das Cibò die Topadresse für dieses klassische, baresische Streetfood sein. Da es langsam eh Zeit wurde, dass ich etwas in den Magen bekam, machte ich mich also auf in die Innenstadt, um den Imbiss zu suchen.

Überraschenderweise war das Lokal nicht so voll, wie ich vermutet hatte – angesichts der Bilder auf Google und der Tatsache, dass es Samstag Abend war. Ich konnte also in Ruhe die Karte über dem Tresen studieren, eine ziemlich lange Liste unterschiedlicher Panzerotti, und dann eine der vielen, vegetarischen Varianten auswählen.

Das Cibò war also zwar nicht meine persönliche Entdeckung, aber ich kann mich in diesem Fall den TripAdvisor-Rezensenten nur anschließen: Ein Gang ins Cibò lohnt sich! Und ein Panzerotto macht auch erstmal gut satt. Und die Herzkranzgefäße fett. 😀 Aber das ist es wert! 😀

Und ich konnte meinen Freunden und Bekannten endlich stolz berichten, dass ich ein “echtes” Panzerotto gegessen habe! 😉 Mjamm.

Panzerotto_fritto_Bari-168x300 Cibò Bari

6 Comments

  1. Das sieht so köstlich aus und ich habe jetzt wirklich Appetit so ein Panzerotto zu schlemmen! Irgendwie liebe ich es mich im Urlaub auf Genuss statt Kalorien einzustimmen!
    Liebe Grüße,
    Alex.

  2. Stimmt! Italiener reden immer entweder von Italien oder vom Essen. Und jeder hat eine andere Meinung, was denn nun die richtige Zubereitung seiner Lieblingsspeise sein.
    Herzliche Grüße
    Sabine

  3. Oh ja das Panzerotto hört sich sehr lecker an – und fettig 😉 Aber ja, neues Essen auszuprobieren ist eindeutig eines der schönsten Dinge beim Reisen – zumindest für mich!
    glg aus Ecuador

  4. Das sieht wirklich sehr lecker aus! Ich kannte es bisher noch gar nicht, aber wenn ich mal in Italien sein sollte, dann steht es mit auf dem Speiseplan. Toller Blog!

    Liebe Grüße

    Christine von

    http://pretty-you.de/

    • Boh…ich hab das nach Gefühl gemacht. 😀 Keine Ahnung, ob da irgendwer mal irgendwann irgendwas für festgelegt hat. Für mich klingt’s mit neutralem Artikel besser, aber das kann auch einfach nur mein Gehör sein 😀 Das hat keine Gültigkeit oder Aussagekraft 😀
      Danke für den Link! Den speicher ich mir mal ab, für wenn ich den Umzug gemacht hab!! Voll gut!!!!!! 🙂

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