Beitrag speichern und ausdrucken:

(Mein) 1. Bloggertreffen von Travel365 in Igea Marina [1/3] – ne echt scharfe Sache

Wenn man sich für die Teilnahme an einem Bloggermeeting entscheidet, stellt man sich unweigerlich zunächst eine Frage: Definiere ich mich überhaupt als Blogger?

Ich nicht. Ich bin Redakteurin, ich bin Texterin, wenn man es so sagen mag bin ich auch Content-Managerin und irgendwie auch Übersetzerin.

Warum also habe ich mich für die Teilnahme an einem Bloggerevent entschieden? Mal abgesehen davon, dass meine Logik nicht unbedingt schlüssig und in sich kongruent ist, waren für mich mehrere Faktoren dafür ausschlaggebend, mich ausgerecht für dieses Bloggermeeting zu entscheiden:

  1. Es war das 1. Bloggertreffen, das Travel365 organisiert hat. Und es war auch mein 1. Bloggertreffen. Das vermittelte mir ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Frei nach dem Motto: „Ich weiß vielleicht nicht, was ich da tu, aber die auch nicht.“ 😉
  2. Es war ein Bloggertreffen für Reise- und Foodblogger und ein Teil der Veranstaltung war dem Monetarisieren von Reiseblogs und dem Marketing gewidmet. Neuer Input kann nie schaden.
  3. Es war eine verlockende Idee, mich mal mit Menschen zu umgeben, für die Dinge, mit denen ich mich beruflich und privat beschäftigte, keine böhmischen Dörfer sind. Die mich nicht irritiert anschauen, wenn ich erkläre, womit ich mein Geld verdiene.

Die Anreise

Zugegeben, der Umstand, dass es sich um ein italienisches Treffen handelte, verursachte einige Bedenken meinerseits:

  • Würde ich die Leute verstehen?
  • Würde ich die Inhalte der Vorträge verstehen?
  • Würden sie mich verstehen?

Und noch als ich am Freitag am Bahnhof von Bari stand, waren die Zweifel so groß, dass ich kurz davor war, doch einen Rückzieher zu machen. Aber … was hatte ich schon zu verlieren? Abbrechen und zurückfahren hätt ich jederzeit können.

Also mit dem Intercity von Bari nach Rimini, von dort mit dem Regionalzug nach Igea Marina. Eine sechs-, siebenstündige Zugfahrt entlang der Adriaküste. Und wenn ich sage entlang der Küste, dann meine ich, beim Blick aus dem Fenster hat man die ganze Zeit über das Meer im Blick.

Also gings los: vom Land des Caffè Normale ins Land des Espressos, vom Cornetto zum Brioche, von den Orecchiette zu den Tortellini, vom Panzerotto zur Piadina in 6 Stunden.

Der 1. Tag des Travel365-Bloggertreffens

Über den Nachmittag verteilt trudelten peu à peu alle Teilnehmer*innen im Hotel San Salvador ein. Langsam wuchs die Gruppe auf die angemeldeten 20/25 Leute an. Was mich überraschte und auch zuerst etwas verunsicherte war, dass sich viele der Blogger zumindest virtuell bereits kannten. Nach dem ersten Beschnuppern wich die Unsicherheit dann doch der Neugierde und der Vorfreude auf das erste für den Abend geplante Event.

Peperoni-Tasting

… und das mir!! 🙁 Wo ich doch so eine Mimose bin, wenn es um scharfes Essen geht!! 🙁

Schon bei den Scoville-Zahlen, die bei einigen Sorten dabei standen und kursierten, trieben mir kalten Schweiß auf die Stirn. Entsprechend habe ich auf die ultra-scharfen Varianten dankend verzichtet. Das schärfste, an das ich mich herangewagt hab, war der Moruga. Verarbeitet als Kompott mit Orange.

Moruga-Peperoni

Moruga kommt aus Trinidad Tobago und heißt mit ganzem Namen Trinidad Moruga Scorpion. Eine Peperonisorte, die außer scharf auch fruchtig süß ist und bis 2013 den zweifelhaften Titel der schärfsten Chili der Welt trug: 2 Millionen von aktuell maximal 16 Millionen Scoville.

FEUERLÖSCHEEEERRR!!!

Alba_Peperoncini_Tasting_10-370x285 1. Bloggertreffen von Travel365 in Igea Marina [1/3]Probiert habe ich den Kompott vor allem wegen der Orange. Ich mag Orange. Nach Erdbeeren, Wassermelone und Feigen kommt sie locker unter meine Früchte-Top-5. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und hab ein minibisschen probiert.

Das Ende vom Lied war, dass meine Lippen und Zunge wie Feuer brannten, ich begann zu schwitzen und versuchte, den Brand mit Sekt und weißem Käse zu löschen. Im Mund war die Maßnahme erfolgreich. Um die Lippen herum brannte es leider nach. Lange.
Weiterlesen ↓

1 2

16 Comments

    • Ciao Roberta, figurati, è (stato) un piacere! 🙂
      Grazier per il saluto! Lo spero pure io di avere chance che ci rivediamo.

  1. Ich sehe nur Foodblog-Inhalte…klingt aber trotzdem spannend. Essen ist ja immer Kulturgut :).
    Allerdings wollte ich fragen, inwiefern du aufgrund des Veranstaltungsortes Angst vor Verständigungsproblemen hattest, da dachte, dass du Italienisch fließend beherrschst. Es gibt zwar regional viele Unterschiede, aber da du sowohl in Apulien als auch auf Sardinien gut klarkamst, kann dich doch sicher nix mehr schocken, oder? 😀

    • Hi Christine. Ja, es waren schon wirklich hauptsächlich Foodblooger oder eben welche, die beides machen. Ich plane noch eine generelle Recap, wo ich dann alle kurz vorstelle. Da sind dann auch die dabei, die sonst ein bisschen untergegangen sind und die auch über Reisen schreiben. 🙂
      Ach, die Sorge vor den Verständigungsproblemen war vor allem auf die Inhalte der Präsentationen bezogen, die auch Teil der Veranstaltung waren und von denen ich im nächsten Teil etwas mehr berichten werde. Nicht so sehr wegen der Dialekte, am Ende ist es eh meist so, dass wenn Italiener aus verschiedenen Regionen zusammensitzen, dass Standarditalienisch gesprochen wird. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich zum Beispiel in Gruppengesprächen noch nicht so aktiv teilnehmen kann, wie im one-on-one-Gespräch. Schlichtweg, weil meine Reaktionszeit zu lange ist. 😀 Bis ich in meinem Kopf den Satz vorgeformt hab, den ich beitragen will, ist das Gespräch schon wieder weiter fortgeschritten. xD Plus, ich denke, es war auch ein bisschen eine unlogische Befürchtung, einfach, weil ich zwar fließend sprech, (würd ich mal so behaupten) aber es eben doch nicht meine Muttersprache ist. 🙂

      • Danke für deine ausführliche Antwort 🙂 . Haha, ja, das mit der langen Reaktionszeit kenne ich. Und im Nachhinein ärgert man sich und denkt noch ne halbe Stunde über den Kommentar nach, den man beitragen wollte. Und wartet, ob der an anderer Stelle doch noch passen würde.
        Standarditalienisch klingt erstmal gut, aber in Neapel hatte ich auch im Hochitalienischen wegen des starken Akzents arge Verständigungsprobleme…und war (aus rein sprachlichen Gründen) froh, als ich wieder lombardischen Boden unter den Füßen hatte und die Leute „normal“ redeten 😀 .

        • hahahaha, genau das! 😀 leider ist die Chance meistens immer verpasst dann. 😀 Aber das kenn ich auch nur zu gut, ja. 🙂
          In Neapel hatte ich Glück, sowohl mit meinem AirBnb-Host, als auch damit, dass ich dort einen Freund hab, den ich aus Heidelberg kenne und der in der Lage ist, Hochitalienisch zu sprechen. 😀 Aber ich versteh das vollkommen, anche i baresi non scherzano, wenn’s um den Dialekt geht. Allerdings gings bisher noch immer einigermaßen mit Standarditalienisch, auch mit der alteingesessenen Einwohnerschaft von Bari Vecchia. 😀 Stimmt schon, in den nördlicheren Regionen ist die Fähigkeit, normales Italienisch zu sprechen deutlich ausgeprägter. 😀

  2. Hallo Giulia,

    so wie ich das lese, waren deine Befürchtungen ganz unbegründet und ihr habt gemeinsam ordentlich geschlemmt. Sowas verbindet automatisch. Ich bin auf deinen 2. Teil gespannt, wenn es thematisch nicht nur ums reine Essen geht, sondern auch ums Reisen. Warst du denn die einzige Nicht-Italienerin auf dem Treffen?

    LG,
    Anne

    • Hi Anne, ja, zum Glück waren sie unbegründet. 😀 Aber das ist meine gängige Herangehensweise an unbekannte Situationen: Hauptsache erstmal ordentlich Panik schieben, um dann zu merken, „geht doch“. 😉 Aber halt lieber so, als andersrum. 😀 Und auch ja, war tatsächlich die einzige Ausländerin dort. 🙂 LG Julia

  3. Hallo Julia,

    Wir schreiben zwar bevorzugt über Genussthemen, aber hier hätte ich mit ziemlicher Sicherheit gekniffen. Scharfe Sachen meide ich gewöhnlich wie der Teufel das Weihwasser. Aber vielleicht sollte ich das doch einmal ändern. Deiner Beschreibung nach gibt’s da ja recht große Unterschiede.

    Liebe Grüße,
    Monika

    • Hi Monika, also ich kann nur empfehlen, das nächste Mal etwas mutiger zu sein (und im Zweifelsfall etwas Brot oder Käse bei der Hand zu haben). 🙂 Im Zweifel einfach nach der Chilisorte und / oder der Scoville-Einheit fragen. 🙂 LG und viel Spaß beim Probieren. Wenn es denn dazu kommen sollte. 🙂

  4. … was es nicht so alles mit Peperoni gibt 😉
    Auf Marmelade wäre ich da nie gekommen. Ich hoffe, dass du dich nach deiner anfänglichen Bedenken wohl gefühlt hast vor Ort.

    • Ja, ich war auch (positiv) überrascht. Auch das Hummus war erstaunlich lecker, wenngleich etwas zu scharf für mich persönlich. Aber es war auch spannend zu sehen/schmecken, welches Chili wo auf der Zunge oder im Mund „wirkt“ bzw. welches mit Verzögerung, welches sofort. 🙂
      Am ersten Tag war ich einfach noch ein bisschen skeptisch und zurückhaltend, aber am nächsten Morgen liefs dann echt gut. 🙂

  5. Haha, oje gleich so ein scharfes erstes Bloggertreffen. Nur zu gerne würde ich auch einmal ein Bloggertreffen besuchen, obwohl ich mir selber auch nicht so ganz sicher bin, ob ich wirklich ein Blogger bin. Ich schreibe zwar einen Blog, aber verdienen tu ich leider (noch) nichts damit.

    Liebe Grüße aus Bolivien,
    Michaela

    • Hi Michaela, ja, genau das war auch mein „Problem“. Bin ich überhaupt Blogger in dem Sinne? Aber es waren zum Glück auch zwei, drei andre dabei, die bisher noch nichts monetarisiert haben oder das auch gar nicht vorhaben. Von daher kann ich Dir nur raten, es einfach mal zu machen. Im Zweifelsfall hast Du immer noch neue Kontakte geknüpft. 🙂 LG

  6. Cool, liebe Julia!

    Vielleicht können wir ja mal gemeinsam auf so ein Reisebloggertreffen gehen? Es klingt auf jeden Fall nach viel Spaß 🙂 Auch wenn das Peperoncinotesten nichts für mich gewesen wäre 😛

    Liebe Grüße,
    Barbara

    • Hi Barbara, klar, wenn Du magst, kann ich Dir Bescheid geben, wenn ich mal wieder über eines stolpere oder das zweite von Travel365 ansteht. Muss man dann halt sehen, wo auf der Welt Du dich grade zufällig rumtreibst, ob die Teilnahme realisierbar ist. 🙂 Würd mich freuen! LG

Write A Comment