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… und so ergibt es sich, dass mein Survivalguide für den Straßenverkehr in Italien unverhofft Zuwachs bekommt. 😉

Catherine, die den folgenden Artikel verfasst hat, hat noch ein paar weitere Tipps für euch, wie ihr den italienischen Straßenverkehr möglichst unbeschadet überlebt.

Danke Cat für den schönen Gastbetrag bei mir! 🙂

Mehr zu Catherine gibt’s entweder im Interview zum Auswandern nach Italien oder auf ihrer Facebookseite oder ihrem Expat-Blog.

Straẞenverkehr – Fakten, Menschen, News

Man mag es anzweifeln, doch die Statistiken beweisen es: man kann am italienischen Straßenverkehr teilnehmen und überleben!

So zählte der ADAC 2014 im Europavergleich bei 1000 Autos 4,9 Unfälle mit Personenschaden in Italien und immerhin 6,7 Unfälle in Deutschland. Dennoch hat der italienische Verkehr den Ruf, gefährlich, unübersichtlich und nervenaufreibend zu sein. Dass es nicht immer reibungslos läuft, erkennt man sicher schon beim näheren Hinsehen: Schrammen, Kratzer, Dellen und die eine oder andere gut sichtbare Reparatur in Eigenregie – italienische Autos erzählen frei heraus von ihrer aufregenden Vergangenheit.

Für Viele gilt: Das Auto ist ein Transportmittel – es muss nicht schön sein, es muss fahren. Und das möglichst bis es auseinander fällt. Die große Menge wirklicher alter Karren im Straßenbild unterstreicht diesen Eindruck. Besonders beliebt – damals wie heute – der Fiat in all seinen Varianten. Auch 2016 lag er auf Rang 1 der italienischen Neuzulassungen, mit einem Marktanteil von 20%.

Go with the flow – Immer schön flexibel bleiben

Praktisch ist auch, wenn das Auto nicht zu groß ist. Schließlich muss es in eine Vielzahl möglicher und unmöglicher Parkgelegenheiten gequetscht werden. Und wenn es dann einmal wirklich ungünstig steht – in zweiter Reihe, in Ausfahrten oder sogar im Halteverbot – dann wird der Warnblinker betätigt und erledigt was zu erledigen ist.

Arrangiarsi. Die Kunst sich irgendwie zu behelfen.

Das tun dann auch die Fahrer, die ein solches stehendes Auto vor sich finden. Sie umfahren es.

Und damit sind wir bei der Quintessenz des Survivals im italienischen Straßenverkehr: Rechne damit, dass etwas Außerreguläres passiert, dass jemand unerwartet parkt, ausschert, bremst oder rechts überholt.

Besonderes Augenmerk auf Motorrad- und Vespafahrer richten: Sie schlängeln sich gerade an Ampeln bis ganz nach vorne durch. Umsichtiges Fahren und flexibles Reagieren auf die realen Umstände vermeidet einen Haufen Blechschäden. So können wir uns auch erklären, wieso Fahrer auf großen, zweispurigen Straßen schon mal in der Mitte fahren. Falls sich plötzlich rechts oder links ein Hindernis auftut, können sie sich geschmeidig zeigen und einfach ausweichen.

Ein Tipp jedoch: zur Mittagszeit die Schulen großräumig umfahren; denn abholende Eltern stellen sich zum Unterrichtsende auch gnadenlos in dritte oder vierte Reihe und haben keine Scheu den Verkehr in einem Straßenzug komplett lahmzulegen.

7 Comments

  1. Herrlich beschrieben! Genauso haben wir den italienischen Autoverkehr auch erlebt. Und bei einem muss ich Dir Recht geben: ein kleines Auto ist in Italien auf jeden Fall von Vorteil.

    • und am besten nicht zu teuer, damit es einen nicht so schmerzt, wenn die ersten Macken reingefahren werden 😀

      Ich fahre hier in Genua einen Kombi und hatte manchmal schon meine liebe Mühe damit und habe auch schon Macken reingefahren, aber er ist wenigstens nicht neu und wird gefahren, bis er nicht mehr fährt, also sind Macken auch kein Problem was Wiederverkauf angeht.

  2. Ich hätte noch erwähnen sollen, dass wenn man an einem Zebrastreifen anhält, die Leute einem fast ehrerbietig mit offenem Mund ins Auto starren, versuchen zu verstehen ob sie wirklich gehen dürfen und dann buckelnd vorbeieilen um dich ja nicht noch länger aufzuhalten…

    • Zu denen zähle ich zugegebenermaßen aber auch mittlerweile – man kann sich nämlich nie sicher sein. Mich hat sogar schon mal einer angefahren, obwohl ich bei grün über die Fußgängerampel bin. Von daher wissen die Fußgänger meist was ihnen blühen könnte, wenn sie zu gutgläubig sind. 😀 Allerdings muss ich sagen, dass an “Go with the flow” sehr wohl etwas dran ist. Denn wenn man als Fußgänger sein “Recht, die Straße zu überqueren einfordert” und eine passende Lücke zwischen den Autos abwartet, sodass der nachkommende Fahrer einen gar nicht übersehen kann (außer er hantiert mit dem cellulare, was sooo ungewöhnlich auch nicht ist), bremsen sie meist tatsächlich auch ab und lassen einen lebendig auf der anderen Straßenseite ankommen. Unabhängig übrigens davon, ob ein Zebrastreifen (mit oder ohne semaforo) da ist oder nicht. 😀

      • Ja, das stimmt auf jeden Fall und auch hier im Norden. Ich bin neulich auch erst an einer großen Kreuzung fast überfahren worden als ich bei Grün mit Hund rüber bin und ein Vespafahrer einfach fuhr und dann hupte, als sei ich dran Schuld. Ich hab natürlich angemessen reagiert und etwas wie “Sei cieco, stronzo!!?” hinterher gerunfen, was man halt so macht.

        Am Zebrastreifen halten wirklich die meisten nicht, allerdings müssten sie dies tun. Was aber wohl kaum einer weiß, denn sonst würden nicht so viele grüßen und rennen, sobald ich halte.

  3. “…man kann am italienischen Straßenverkehr teilnehmen und überleben!” 🙂 das sagt ja schon fast alles. Im Übrigen ist es in Berlin auch so, dass sich Rollerfahrer rechts und links durch den Verkehr schlägeln, sich an der roten Ampel dirket vor dir positionieren und dann nicht vorwärts kommen. Das regt mich immer total auf. Sehr amüsanter Survivalguide 😉

    • Da kannste mal sehen: Berlin ist so international, dass sogar der Straßenverkehr schon “italienisch” interpretiert wird. 😉

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