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Die andre Seite Roms: Die Castelli Romani

Wenn man an Rom denkt, denkt man an die klassischen Touristenattraktionen wie den Trevibrunnen oder die Piazza di Spagna. Man denkt an die langen Besucherschlangen vor dem Kolosseum. Man denkt an den mächtigen Petersdom und vielleicht denkt man an von Touristen verstopften Gassen und Straßen in der Innenstadt.

Aber kann man mit Rom auch Erholung, Entspannung und Ruhe in Verbindung bringen?

Man kann. Dafür muss man nur etwa 20 bis 50 Kilometer außerhalb des Zentrums der italienischen Hauptstadt suchen. Denn dort findet man die Castelli Romani. Ein Zusammenschluss mehrerer kleinerer Gemeinden – sogenannte Borghi, die eine Art Naherholungsgebiet sind, zunehmend aber auch Touristen von außerhalb Roms anziehen. Und nicht ganz zu unrecht: Auf dem vulkanischen Landstrich gibt es Seen, Berge, historische Ortschaften und einen eigenen Naturpark. Also alles, was man für einen entspannenden Urlaub braucht. Und ehrlich, wer das Meer bei Rom kennt, wird die verfügbaren Seen zu schätzen wissen! 😉

Lago_Albano-770x515 Die andere Seite von Rom: Castelli Romani

Bei meinem einwöchigen Trip nach Rom, den ich seinerzeit ja in 10 Episoden recht ausführlich beschrieben habe, steuerten wir auch die Castelli Romani – oder, wie sie auch heißen, die Colli Albani – an. Wir haben nicht alle 16 Borghi besucht, aber vielleicht komme ich ja irgendwann noch dazu, das nachzuholen. 🙂

Woher die Castelli Romani ihren Namen haben

Das Gebiet der heutigen Castelli Romani wird deshalb so bezeichnet, weil sich auf der Gebirgskette, die das Gebiet abgrenzt, schon seit 500 vor Christus der Klerus und Adel Ferienanwesen errichteten. Dass diese natürlich standesgemäß ausfallen müssen, ist klar. So entstanden die mittelalterlichen Burgdörfer und Städtchen.

Weil also die Anwesen der hochherrschaftlichen Römer so ausladend ausfielen und nicht nur riesige Palazzi und Villen, sondern bisweilen eben auch kleinere Burgen hervorbrachten, erhielt das Feriengebiet um die beiden Kraterseen Lago di Nemi und Lago Albano den Namen Castelli Romani. Auf Deutsch so viel wie: Römische Burgen.

Castelli Romani: Castel Gandolfo

Das Castel Gandolfo ist wahrscheinlich das berühmteste der Castelli Romani. Seit mehreren Jahrhunderten schon, kommt hier jedes Jahr der amtierende Papst in den Sommermonaten zum Urlaub her. Bis auf den amtierenden, so rumort es. Aber der nächtigt ja auch nicht in den designierten Papstgemächern.

Stattdessen ist die päpstliche Sommerresidenz heute ein Museum. Und Castel Gandolfo bietet einen wunderbaren Ausblick über den Lago Albano!

Lago_Albano_3-770x515 Die andere Seite von Rom: Castelli Romani

Castelli Romani: Marino

Die Gegend um die Castelli Romani ist nicht nur ein Ruhepol für gestresste Römer, sondern auch eine berühmte Weinregion. Kein Wunder, auf der vulkanischen Erde wächst eine Rebe besonders gut. Und dem Wein bzw. der Weintraube zu Ehren wird in Marino einmal im Jahr ein Fest ausgerichtet.

Seit 1925 findet an jedem ersten Wochenende im Oktober in Marino das Sagra dell’uva statt, bei dem sogar aus den Brunnen Wein fließt.

Sagro-delluva-933x508 Die andere Seite von Rom: Castelli Romani
Es sind Brunnen wie dieser, aus denen beim Sagra dell’uva Wein fließt.

Wer fährt mit mir mal hin? Ist bestimmt eine spektakuläre Erfahrung, Wein aus dem Brunnen zu trinken! 🙂

Castelli Romani: Nemi

Nemi ist das kleinste der hier erwähnten Castelli Romani, dafür hat es aber schon eine ganze Menge Lebenszeit auf dem Buckel. Seit der Bronzezeit sollen an der Stelle des Borgo Menschen gesiedelt haben. Um 1930 herum wurden im Lago di Nemi, dem zweiten Kratersee im Gebiet der Castelli Romani, zwei Schiffe geborgen, die der römische Kaiser Caligula zu Ehren der Göttin Diana erbauen ließ.

Berühmt ist Nemi außerdem für seine Erdbeeren. Und analog zum Sagro dell’uva in Marino findet in Nemi seit 1922 jährlich im Sommer (am ersten Junisonntag) das Sagro delle fragole statt.

Ausflug zu den Castelli Romani

Ihr könnt die Castelli Romani in Eigenregie besuchen. Da die Verbindung mit den Öffentlichen aber ein bisschen abenteuerlich ist (was aber nicht bedeutet, dass es nicht machbar ist), rate ich euch entweder dazu, ein Auto zu mieten, wenn ihr den Mut habt, in Italien Auto zu fahren.

Andernfalls gibt es geführte Ausflüge in die Castelli Romani, bei denen ihr mit einem Reisebus ans Ziel gebracht werdet und dann die Wahl habt, das jeweilige Borgo selbst oder in einer geführten Gruppe zu erkunden. Buchen könnt ihr sowas zum Beispiel über Anbieter wie Aurea Roma.

Castelli_Romani_Lago_Albano-770x515 Die andere Seite von Rom: Castelli Romani

Wart ihr schon einmal in einem der Borghi der Castelli Romani? Welches hat euch am besten gefallen? …und noch spannender: Wie seid ihr hingekommen? Habt ihr Tipps? 🙂

5 Comments

  1. Schön, mal etwas von außerhalb Roms zu erfahren. Es lohnt sich ja wirklich, nicht nur auf den allseits bekannten Touristenpfaden zu wandern.

  2. Liebe Giulia, schreibst du auch mal wieder was über Deinen Alltag in Italien und mit den Italienern? Das würde mich sehr interessieren. Liebe Grüße, Lydia

    • Das steht schon lang auf meiner To-Do-List, leider stockt hier gerade einiges von behördlicher Seite, sodass ich gar nicht wirklich was Neues / Spannendes zu erzählen hab. Aber geplant ist auf jeden Fall etwas!! 🙂 Danke für den lieben Kommentar und dein Interesse ❤️

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