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Dieser Artikel enthält einen Werbelink. Inhalt des Beitrages und Linkplatzierung sind aber aus eigener Überzeugung und absoluter Authentizität heraus entstanden. Der im Artikel geschilderte Inhalt basiert, wie alle Beiträge auf Italien und ich, zu 100% auf persönlicher Erfahrung und eignen Erlebnissen.

Status Quo Vadis – die Stolperstein-Edition

Irgendwie hab ich mir das ja alles ganz anders vorgestellt.

Nachdem ich nun nach Gesprächen mit Steuerberatern beider Ländern herausgefunden habe, dass es für mein Vorhaben wirtschaftlich sinnvoller ist, Wohnsitz und Job auch offiziell nach Italien zu verlegen, kam mir in diesem von mir so wunderbar tranquilla ausgemalten Szenario der verdammte August dazwischen.

Dazu müsst ihr wissen: Im August steht Italien still. Nicht einmal bei Gericht wird im August gearbeitet. Von Behörden und Ämtern ganz zu schweigen. Ich glaube, die einzige, öffentliche Einrichtung die nicht von dieser über ein Notstromaggregat am Laufen gehaltenen Besetzung betroffen ist, ist das Krankenhaus. Und auch da würde man sicher, wenn man könnte.

Zwei Mal bin ich mittlerweile beim Gemeindeamt vorstellig geworden, um meinen Wohnsitz anzumelden.

Zwei Mal bin ich unverrichteter Dinge wieder abgezogen.

Das erste Mal war noch okay, denn ich war vor allem dort, um Infos zu kriegen und die notwendigen Unterlagen abzuholen.

Das zweite Mal war schon nerviger, denn ich hatte zwar – nach Aussage meines Steuerberaters – alles nötige in die behördlichen Wege geleitet, das zum Beantragen des Wohnsitzes verlangt wird, wurde vom Personal der Comune aber trotzdem wieder nach Hause geschickt.

Three’s A Charme – oder: Versicherung um der Versicherung willen

Nun steht demnächst also der dritte Gang zur Comune an.

Mittlerweile hab ich immerhin schon mal meine Partita IVA. Meine Steuernummer. Die berechtigt mich dazu, in Italien ganz offiziell als Freiberuflerin zu arbeiten. Und verpflichtet mich dazu, hier Steuern abzuführen.

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Und dank dieser Partita IVA kann ich nun auch in das italienische Krankenkassensystem aufgenommen werden. Dazu stehen aber weitere Amtsgänge an, die ich ganz bald ganz ausführlich an anderer Stelle beschreiben werde. Wahrscheinlich wird auch dieser Prozess wieder nicht ganz reibungslos ablaufen. Also dürft ihr euch schon mal auf einen weiteren Artikel aus meinem Expat-Fundus freuen. 😉

Und! Ebenfalls sollte ich dank dieser Partita IVA nun kein Problem mehr haben, hier in Italien den Wohnsitz zu beantragen.

Denn, was das bisher verhindert hat, war laut Auskunft der netten Dame beim Ufficio Anagrafe eine Versicherung, die der Stadt Bari und dem Staat Italien versichert, dass ich ihm nicht auf der Tasche liegen werde.

So ganz hab ich das nicht wirklich verstanden. Denn ich muss ja ohnehin einen Nachweis darüber erbringen, dass ich über eine bestimmte Summe X (auch dazu bald mehr) verfüge, die mich eine gewisse Zeit über Wasser halten wird.

Nun sollte ich also noch zusätzlich eine private Versicherung abschließen, die genau das noch mal versichert?

Hä?

Die Logik hat sich mir nicht erschlossen. Bis heute nicht.

Man stellt mich also vor die Wahl:

  • Entweder Du bist mit Arbeitsvertrag irgendwo angestellt. (Nachzuweisen durch Vertrag.)
  • Oder Du bist als Freiberufler in Italien steuerpflichtig. (Nachzuweisen über die Partita IVA.)
  • Oder aber Du bist als Freiberufler in Italien nicht steuerpflichtig, hast dafür aber eine Versicherung abgeschlossen, die versichert, dass Du keinerlei öffentliche Gelder what so ever verpulverst.

Fun Fact: Solche Versicherungen schließen die meisten Anbieter nur mit Personen ab, die über einen offiziellen Wohnsitz in Italien verfügen. Widerspruch much?! 😉

Und noch ein Fun Fact: Diese Versicherung hätte ich auch dann noch abschließen sollen, während mein Antrag auf die Steuernummer bereits unterwegs zur Handelskammer war. Wäre ja mal spannend geworden, wie lang die Bearbeitungszeit von beiden Anträgen geworden wäre. Wahrscheinlich hätte ich längst die Steuernummer gehabt, bis die Versicherung meinen Antrag bewilligt hätte, was am Ende dazu geführt hätte, dass ich für ein Jahr eine völlig überflüssige Versicherung abgeschlossen hätte. Denn mit Erhalt der Steuernummer und des weiteren Vorgehens (wie gesagt, nach Abschluss des ganzen Prozederes dazu mehr) bin ich automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung Italiens mit drin.

Status Quo

Dank meiner wirklich lieben und verständnisvollen Sachbearbeiterin in Deutschland bin ich nun aktuell noch über meine alte Krankenkasse in Deutschland versichert. Auch, weil mein Status in Sachen Wohnsitz und Freiberuflichkeit noch so eher einem Schwebezustand gleicht.

Zwar muss ich die Beiträge dort aktuell privat bezahlen, aber man hat sich dort als sehr entgegenkommend erwiesen und darüber bin ich einfach echt froh. Es nimmt doch etwas Sorge und Last von den Schultern, wenn man weiß: Auch, wenn ich hier Arzt oder – Gott bewahre – Krankenhaus nötig hätte, bin ich auf der sicheren Seite. Der deutschen Krankenkasse plus Auslandskrankenversicherung wie Envivas sei Dank.

Quo Vadis

Super auch: Sobald ich offiziell im italienischen Krankenkassensystem aufgenommen bin, kann ich ohne Kündigungsfrist und mit einem ganz einfachen Nachweis über meine Versicherung in Italien aus dem aktuellen Versicherungsstatus austreten.

Und für den ein oder anderen nicht uninteressant:

Für Reisen und Langzeitaufenthalte im europäischen Ausland braucht man auch keine Anwartschaft stellen. Sofern man im jeweiligen Land gesetzlich krankenversichert ist und nicht bei einer – meinetwegen europaweiten – Privatversicherung (etwa das, was die Comune di Bari von mir haben wollte), wird man bei einer Rückkehr von der alten Krankenkasse in Deutschland anstandslos wieder aufgenommen.

Auch darum bin ich für die Übergangszeit lieber weiter bei meiner deutschen weiterversichert. Nur halt freiwillig, nicht gesetzlich.

Nachdem ich nun also so einige behördliche und formelle Klippen umschifft und Stolpersteine überwunden habe, geht die Mission „Auswanderung nach Italien“ in die nächste, heiße Phase. Aber wahrscheinlich erst, wenn ich aus Sizilien wieder zurück bin, von wo ich hoffe, euch ein paar neue, frische Anekdoten, Tipps und Geschichten mitzubringen, bevor ich euch dann mit dem weiteren, staubtrockenen und nervenzehrenden Behördenkram nerve!! 😀

 

 

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