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Basilikumlikör all’alberobellese

Basilikum ist voll im Trend. Da gibt es beim Eiscafé Zitroneneis mit Basilikum oder gleich Basilikumeis. Im traditionellen Pesto alla genovese ist Basilikum die Grundzutat, die Caprese funktioniert ebenso nur mit Basilikum. Frisches Basilikum hat einen sehr angenehmen, süßlichen Geschmack mit einer etwas pikanten, pfeffrigen Note im Abgang.

Ein guter Grund, dieses leckere Gewürzkraut mal als Basis für einen selbstgemachten Likör zu verwenden. Das folgende Rezept habe ich für euch aus dem nahegelegenen Alberobello mitgebracht und dachte, es macht sich doch super gut in einer Reihe mit meinem Rezept für selbstgemachten Limoncello und dem kürzlich vorgestellten Minzlikör.

Für den Basilikumlikör braucht ihr allerdings etwas mehr Geduld.

Und steht ggf. wieder vor dem Alkoholbeschaffungsproblem.

Ich habe meinen letzten Alkoholkauf 50:50 auf Minze und Basilikum aufgeteilt. Weil ich erstens selbst nicht täglich Likör süffel und zweitens, weil ich erstmal antesten wollte.

Bis auf die grundlegende Farbe haben aber Basilikumlikör und Minzlikör nicht viel gemeinsam. Der Likör aus Basilikum ist schwerer als der aus Minze und hat mehr Körper. Dennoch schmecken beide für sich genommen super lecker. Welcher besser ist, ist einfach nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Von daher, probiert euch gern mal durch. Ich bin sicher, es werden nach und nach auch noch andere Rezepte folgen. 🙂

Was ihr braucht, um den Basilikumlikör selbst zu machen

Auch wenn das Rezept aus Alberobello ziemlich genaue Mengenangaben enthält, könnt ihr von einer Wasser-Alkohol-Ratio von etwa 2:1 und einer Basilikum-Zucker-Verhältnis von groben 1:3 ausgehen. Sprich auf die Menge Alkohol X kommt die doppelte Menge Wasser. Das ist vielleicht nicht ganz unwichtig, wenn ihr mehr Likör machen möchtet, etwa, um mal ein Geburtstagsgeschenk oder Mitbringsel bei der Hand zu haben.

Die Zutaten:

  • 120 g frischer Basilikum
  • 250 ml reinen Alkohol (i.d.R. ca. 96 ‰)


 
 
 
 
 
 
 
 
und später

  • 500 ml Wasser
  • 400 g Zucker

Die Arbeitsschritte:

  • Wascht den Basilikum sorgfältig. Ob ihr nur die Blätter benutzt oder die Stängel mit verwendet, ist egal. Das Originalrezept geht davon aus, dass man nur die Blätter abzupft.

Mir war das aber zu viel Frickelarbeit – zumal man mit nur Basilikumblättern überhaupt erstmal auf 120 g kommen muss. Das braucht ihr sicher mehr als eine Basilikumstaude aus dem Supermarkt.

  • Den gesäuberten und abgetropften Basilikum gebt ihr dann in ein Gefäß mit Deckel. Im besten Fall ist es luftdicht verschließbar. Wenn nicht, könnt ihr auch Alufolie zum Zudecken benutzen.

Bin ich persönlich kein großer Fan von, weil sich der Alugeschmack unter Umständen übertragen kann. Ein Topf oder eine Plastikschüssel mit Deckel ist besser.

  • Dann gebt ihr den Alkohol dazu, rührt alles einmal herzhaft um und stellt das Alkohol-Basilikum-Gemisch an einen kühlen Ort.

Ich hab meins im Kühlschrank stehen gehabt. Wenn ihr einen kühlen Kellerraum oder eine schattige Abstellkammer habt, umso besser.

Jetzt kommt der Teil mit der Geduld.

  • 75 Tage soll der Basilikum im Alkohol verbleiben.

Ich habs genauso gemacht, denke aber, besonders, wenn der Basilikumgeschmack nicht ganz so intensiv werden soll, reichen auch 10, 15 Tage weniger locker aus.

  • Jeden 2. Tag sollten die Basilikumblätter mal umgerührt werden.

Das hab ich zu Anfang gemacht, wurde danach aber etwas schludrig, weil ich immer auch mal ein paar Tage unterwegs war oder es schlichtweg einfach vergessen hab. Darum kann ich aus Erfahrung sagen: Jeden 3. oder 4. Tag reicht auch. Oder auch mal ne Woche nicht. 😀

Es ist vielleicht auch von der Menge abhängig, die ihr zubereitet. Ich vermute, je mehr Basilikumlikör ihr machen möchtet, desto regelmäßiger solltet ihr diesem Tipp aus dem Originalrezept Folge leisten. 😉

Nun wird aus dem Basilikum Likör!

Nach den 60 bis 75 Tagen geht’s ans Eingemachte: Erhitzt das Wasser und gebt den Zucker dazu. Erhitzt die Mischung aber nur so lange, bis der Zucker sich vollständig im Wasser aufgelöst hat.

Dann stellt den „Sirup“ zur Seite und lasst ihn abkühlen. Das ist wichtig, denn wenn ihr den Alkohol in den zu warmen Sirup gebt, verdunstet zu viel davon. Dann habt ihr einfach nur süßen Basilikumsaft. 😉

Während der Sirup abkühlt, fischt die Basilikumblätter aus dem Alkoholbad.

Wenn ihr die Möglichkeit habt, filtert die Blätter durch ein sauberes, feinporiges Tuch. Das bewahrt euren Basilikumlikör vor Kleinpartikeln aus den Blättern. Es geht aber auch ohne. Ich hab meinen Basilikum einfach nur fest ausgewrungen ohne die Filterschritte, die im Originalrezept empfohlen werden. Zwar schwimmen nun in meinem Basilikumlikör zwei, drei Blattpartikel herum, aber mich selbst stört das herzlich wenig. Wer den Likör gern verschenken will, sollte diesen Zwischenschritt vielleicht machen. Sieht vielleicht etwas ordentlicher aus.

Nun müsst ihr nur noch den Alkohol in den abgekühlten Sirup geben und alles gut vermengen.

Wer möchte, kann beim Umschütten vom Topf in die Flasche nochmal einen Filterschritt einlegen, ansonsten gießt ihr die nun offiziell zum Basilikumlikör gewordene Mischung direkt in die Flasche/n.

Und so sieht mein ungefiltertes Ergebnis aus:

Dieser Rezeptbeitrag ist Teil der Blogparade „Blogtour Bella Italia“ von Silvia und Astrid bei leckerekekse.de.

5 Comments

  1. Boah. Ich liebe Basilikum. Kaum ein Kuchen oder eine Creme die in den letzten Jahren davon verschont blieb. Da kommt dieses Rezept gerade recht. Werde ich mit Sicherheit ausprobieren. Danke für die tolle Idee und die ausführlichen Anleitung.

    • Hi Andrea, haha, das freut mich aber sehr, dass das Rezept deine Zustimmung findet. Darfst mir gern sagen, wie er Dir geschmeckt hat, wenn Du ihn ausprobiert hast. Würde mich freuen!! So von einer Basilikum-Liebhaberin zur andern. 😉

  2. Hallo Julia,

    ich habe erst letztens Basilikumbrause getrunken. 😉 Deine Anleitung ist sehr gut gemacht. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass du ein paar Tropfen von dem Likör wie Dressing auf dem Salat nutzen kannst.

    LG,

    Anne

  3. Ich probiere mich zwar auch regelmäßig durch die Liköre in Alberobello, aber Basilikum ist mir bisher nicht untergekommmen. Interessant. Aber ich glaube, ein so großer Fan des Krauts bin ich nicht. Bei mir rangiert immer noch “Weiße Schokolade + Olive” auf dem ersten Platz. Den kaufe ich allerdings. 😉

    • Ohhhh ja! Der Schoko-Olive ist super lecker! Der konnte sogar meine Tante überzeugen und die hasst Oliven! 😀 Basilikumlikör hab ich in den Läden dort allerdings auch noch nicht entdeckt. Umso verwunderter war ich, dass es dieses Rezept gibt. Hab ich aus einem kleinen Rezeptheftchen, das ich im Trullo Sovrano für nen Euro gekauft hab, als ich das letzte Mal dort war. 🙂

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