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American Football in Italien – Navy Seals Bari

American Football in Italien – Navy Seals Bari

Ich muss es so sagen: Italien ist nicht unbedingt für seine Offenheit amerikanischer „Kulturgüter“ gegenüber bekannt.

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Bei Starbucks, Coca-Cola, MacDonalds und Konsorten kann ich das bestens verstehen. Um eine meiner Lieblingssportarten tut’s mir ein bisschen leid. Meiner Meinung nach hätte American Football grundsätzlich überall mehr Aufmerksamkeit verdient. (Die Vorurteile sind mir geläufig, ebenso wie die gesundheitlichen Konsequenzen, die mittlerweile sogar von der NFL anerkannt sind, wo man durch immer neue Regeln versucht, diese zu minimieren. Trotzdem ist Football kein brachialer Machosport, sondern wird nicht grundlos auch als Rasenschach bezeichnet.)

Italien ist aber nun mal eine Fußballnation. Kein Wunder also, dass die Ränge im ausgedienten Fußballstation von Bari ein eher trauriges Bild abgaben. In meinen Augen nicht gerechtfertigt. Aber konsequent.

Dass Bari eine American-Football-Mannschaft – sogar ein Frauenteam – hat, habe ich eher zufällig herausgefunden, als ich nach einer Möglichkeit suchte, den SuperBowl 2017 nicht allein daheim gucken zu müssen.

Am 05. März war ich dann beim ersten Heimspiel der neuen Saison. Die Navy Seals Bari gegen die Delfini Taranto.

American Football live

Football ist kein Sport zum Alleinegucken. Fußball kann ich allein gucken und mich trotzdem reinsteigern. Beim Football gelingt mir das nicht so gut. Außer ich hab einen Grund, mich richtig aufzuregen.

Ich glaub, dass einem als Zuschauer das Herz blutet, versteht man als Außenstehender bei so einem „stumpfen, brutalen“ (oder überhaupt irgendeinem) Sport nicht unbedingt. Aber als ehemals selbst aktive Spielerin tut es mir in der Seele weh, wenn ich „mein“ Team verlieren sehe. Und ich kann mich hölle aufregen, wenn ich unnötige Fehler entdecke. Schlimmer noch, in mir keimt dann das Bedürfnis, selbst aufs Feld zu stürmen und mitzumischen. 😀

Leider verdanke ich meinem – „Julia, mach mal 50%, nicht 100. 100 kannst Du am Gameday geben.“ *hust* – Einsatz einen unerkannten Bandscheibenvorfall (was mir erst beim zweiten, der dann aber schon nichts mehr mit Football zu tun hatte, rückblickend klar wurde) und einen unfairen Tritt von außen ans Knie durch eine gegnerische Spielerin, der dann das frühe Ende meiner aktiven Footballzeit bedeutete. Andernfalls hätte ich längst dort angefragt, ob ich der Frauenmannschaft beitreten kann.

Was mein „Leid“ beim Football-Gucken noch vergrößert ist dieses diffuse Zugehörigkeitsgefühl zu einer Teilmannschaft. In diesem Fall zur Defense.

Beim American Football gibt es eine Defense-Mannschaft und ein Offense-Team (sowie ein paar sogenannte Special Teams, das würde jetzt aber zu weit führen). In der Regel spielt jeder Spieler nur in einer der beiden Mannschaften.

(Unsere Frauenmannschaft damals war so klein, dass eine Spielerin immer mehrere Positionen beherrschen musste. So hab ich zum Beispiel in der Verteidigung

Meine Lieblingsposition war Nose Tackle. Das ist der bzw. die, die in der Verteidigungslinie gegenüber dem Offensivspieler steht, der den Ball nach hinten weitergibt (der heißt Center). Der, der den Ball übernimmt ist der QB, Quarterback, und der kann wahlweise selbst den Ball werfen oder damit laufen oder aber an den hinter ihm positionierten Fullback weitergeben.

Sogenannte Trickspielzüge sorgen dann gern mal für Verwirrung, wenn der QB so tut, als würde er dem Fullback den Ball übergeben, behält ihn aber gut versteckt und beide rennen in unterschiedliche Richtung ins gegnerische Spielfeld.

Ich drifte ab … wo war ich?

Navy Seals Bari vs. Delfini Taranto

Jedenfalls fühle ich mich durch meine eigene Spielerfahrung in der D-Line dem Defense Team immer sehr verbunden. Sobald die Defense „meines Teams“ auf dem Feld steht, bin ich versucht ganz laut „LET’S GO, DEFENSE, LET’S GO!!!“ zu brüllen. 😀

Weil die Ränge aber so traurig leer waren und ich nicht unnötig Aufmerksamkeit auf mich ziehen wollte oder mich lächerlich, hab ich diesen Drang schweren Herzens unterdrückt.

Dabei hätte die Defense der Navy Seals wirklich Support gebrauchen können. Das englische Wort cringe beschreibt treffend, wie ich mich gefühlt habe. Gibt’s da ein deutsches, dass passt? Mir fällt grad keines ein …

Navy Seals Defense

Was mir zuallererst auffiel: Die D-Line geht viel zu früh in die Senkrechte, müsste länger „unten“ bleiben und in dieser Position die O-Line von unten diagonal nach oben aufbrechen. Geht übelst auf die Oberschenkel, aber ist unglaublich effektiv. Hebelwirkung heißt das Stichwort. Außerdem haben Nose Tackle und Guards aus dieser Position heraus die Möglichkeit durch die Lücken zwischen den Center, Guards und Tackles zu schlüpfen und so die Chancen eines Sacks des QBs zu erhöhen bzw. Full- und Runningback ggf. in der eigenen Spielfeldhälfte zu stoppen und Yards gutzumachen.

Stehen die Defense-Linemen zu früh auf, sind sie selbst viel zu ungeschützt und viel zu leicht angreifbar. Plus, sie verlieren die Energie aus dem Horizontalstart auf dem Weg nach oben, statt genau die für den Block der Offense Guards zu nutzen.

Was mich das Nerven gekostet hat … ihr habt keine Vorstellung! 😀 Jungs, bitte, bleibt unten! ARGH! 😀

Die D-Line der Navy Seals muss beweglicher, flexibler und reaktionsfreudiger werden. Es tat mir mehr als einmal leid, zu sehen, wie die O-Line der Delfini sie auseinandergenommen hat.

Das gilt auch für ihre Tackles – die man sowieso kaum zu sehen bekam. Ich weiß nicht, ob es die Angst ist, davor, dem Gegner in die Beine zu springen oder sich fallen zu lassen. Aber einige Male hätte ein tatsächlich ausgeführtes Tackle die Delfini davon abhalten können so unglaublich viele Yards zu gewinnen. 🙁 Schade drum. Wirklich. Ich schätze, da fehlt es an Mut.

Mir wurde auch gesagt, dass einige Spieler in der Herrenmannschaft noch frisch sind, grade aus der Jugendliga aufgestiegen mit 19 Jahren. Kein Wunder, dass da Spielerfahrung fehlt und eben die Angst vor eine Verletzung beim Tackle noch überwiegt. Vor allem, wenn man vor einem erfahrenen Bomber aus der Gegenmannschaft steht und nicht im Training vor einem Teamkameraden.

Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass auch die Bomber und Bäume fallen. Sehr leicht sogar. Wenn man eben die Beine tackelt und nicht am Oberkörper oder gar den Schultern. Mut, Jungs, dann klappt das! Ihr müsst nur die richtige „Sollbruchstelle“ finden. 😉

Nicht gerade förderlich für die Defense-Moral war auch, dass einer der – meiner Meinung nach stärksten – Linemen schon im ersten Quarter verletzt ausfiel. Ich hoffe, er wird bald wieder, denn ich glaub, von ihm können grade die Jungen im Team noch recht viel lernen.

Navy Seals Offense

Die Offense der Navy Seals war stärker als ihre Defense. Aber den Delfini Taranto immer noch weit unterlegen.

Einmal mussten sie sich sogar die Blöße geben und haben einen Ball an die Delfini Defense verloren, die die Chance sofort ergriffen und eine völlig perplexe Seals Offense geradezu stehen ließen, um das Ei in die Endzone zum Touchdown zu tragen.

Mir blutete das Herz und ich mochte gar nicht hinsehen … 🙁

Und so kam dann letztendlich, was kommen musste: Die Delfini Taranto entschieden das erste Heimspiel der Navy Seals mit knackigen 35:0 für sich. 🙁

Ich selbst hab nur vier Touchdowns (6 Punkte) und drei Two-Point-Conversions (2 Punkte) gezählt, komme damit nur auf 30:0. Allerdings war ich zwischenzeitlich auch mit der Kamera abgelenkt und damit, meine Schwester, die die Fahne in einem nur noch aus ihr bestehenden Frauenteam der Longhorns Weinheim hochhält und mit der ich sooo gern zusammengespielt hätte, aber nie übers Training hinauskam (ich sag ja, Knie und Rücken), den Spielverlauf zu whatsappen. 😀

Irgendwo müssen mir da wohl noch Conversion-Punkte oder Safety-Goals durchgeschwuppt sein.

Alles in allen kein unbedingt aufbauendes Ergebnis – gerade beim ersten Heimspiel der Saison. Ich wünsch den Navy Seals Bari für den 12. März (das nächste Heimspiel) gegen Neapel ganz viel Erfolg!

Leider bin ich ausgerechnet an diesem Wochenende in Rom und kann so diese Partie nicht sehen. Am 30. April treten sie in Salerno gegen die Eagles an – ich könnte ja noch mal nach Agropoli fahren für ein paar Tage und von da nach Salerno … 😉

Das nächste Heimspiel in Bari findet dann erst wieder im Mai statt. Da werd ich zusehen, dass ich wieder dabei bin. Forza, Seals!

Fundstück des Monats: Oktober

Warum sollte jemand in Bari leben (wollen)?

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Nicht, dass ich nicht sowieso grundsätzlich häufig gefragt werde, was eine Deutsche ausgerechnet nach Italien treibt. Aber dann auch noch ausgerechnet nach Bari?

Wie gut, dass es mir die Kollegen von Bari Today abgenommen haben, selbst antworten zu müssen. Stattdessen lassen sie Studenten und Arbeitnehmer, junge und ältere, Zugezogene und Alteingesessene genau diese Frage nach dem Warum beantworten.

Das ist also mein Fundstück des Monats Oktober

Die Umfrage ist schon etwa ein Jahr alt und dümpelte auch in meinem Themenplan lange vor sich hin. Aber jetzt, wo ich den Mietvertrag gemacht hab, passt sie einfach wie die Faust aufs Auge.

Hier das Video

VIDEO | Un buon motivo per vivere a Bari? Le risposte di baresi e… forestieri

Hier die transkribierte Übersetzung

F: Ein Grund, in Bari zu leben?

A 1: Ein guter Grund, um in Bari zu leben … vor allen Dingen aus Studentensicht sind in Bari alle Fakultäten in einer Stadt.

A 2: Das gute Essen. Das ist essentiell.

A 3: Die Leute sind nett [deine Stimme aber furchtbar; Anm. d. Bloginh.], wir sind sympathisch.

A 4: Es ist eine sehr schöne Stadt, eine Universitätsstadt, reich an Kultur – auch wenn die Bewohner dieses wertvolle, kulturelle Erbe nicht besonders wahrnehmen und wertschätzen.

A 5: Mir hat die Stadt nie gefallen. Ich bin aus der Provinz, mir gefallen dezentere Orte besser. Auch was die Luftverschmutzung angeht, immerhin ist es ja doch eine große Stadt. Und auch die Menschen hier finde ich irgendwie unsympathisch.

A 6: Es gibt sicherlich einige [gute Gründe; Anm. d. Bloginh.], ich fühl mich hier wirklich gut, auch in Sachen Zeitvertreib und Unterhaltung.

A 7: Eine weitere Eigenschaft, die mir an Bari gefällt, ist, dass sie von der Größe her für Menschen gemacht ist. Ich zum Beispiel habe noch nie den Bus benutzt, weil ich zur Universität nur 5 Minuten brauche, zum Bahnhof 10.

F: Eine Sache, die an Bari schön ist und die es wert macht, hier zu leben?

A 8: Na, uns geht es doch sehr gut hier in Bari Vecchia. Man braucht nicht viel. Uns geht es gut.

F: Die Luft? Die Sonne? Das Meer? Was denn?

A 9: Ach, wir haben hier ein tolles Meer, tolle Menschen.

A 10: Und wir haben auch San Nicò [San Nicola, der Schutzpatron Baris; Anm. d. Bloginh.], der uns beschützt.

A 11: Und außerdem, und das ist ganz klar das Schönste, ist, dass man super Focaccia essen kann, dazu ein schönes, kühles Bier und das alles im Sommer direkt am Meer. Das ist ein super Grund, um nach Bari zu kommen.

A 12: Die Menschen in Bari sind gastfreundlich, sonnig [im Sinne von gut gelaunt, ein sonniges Gemüt; Anm. d. Bloginh.], sie schaffen es, dass man sich hier Zuhause fühlt. Ich bin auch nicht von hier, aber ich fühle mich hier Zuhause.

F: Ein guter Grund, um in Bari zu leben?

A 13: Weil es eine schöne Stadt ist. Weil die Menschen hier toll sind. Und weil man hier gut leben kann.

A 14: Au Backe … weil es die schönste Stadt im Mittelmeerraum ist. Darüber hinaus ist sie sehr gepflegt. Mir gefällt vor allem, dass sie die Altstadt komplett restauriert haben.

F: Ein Ihrer Meinung nach guter Grund, um in Bari zu leben?

A 15: Wegen dem Meer. Wegen dem Meer, dem Klima, Bari ist schön.

A 16: Bari ist unsere Wiege.

Noch Fragen? 😉 

 

Cibò Bari

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Das Cibò in Bari

Es ist ein kleines Phänomen. Wenn ich einem Italiener erzähle, dass ich nach Italien fliege, lautet die erste Frage standardmäßig:  „Wohin?“
Wahrheitsgetreu antworte ich dann entsprechend. Als ich nach Triest flog, Triest. Als ich nach Neapel flog, Neapel. Als ich nach Ravenna ging, Ravenna. Und wenn ich nach Bari fliege, eben Bari.

Der nächste Satz ist immer der gleiche: „Oh, wenn Du in … bist, musst Du unbedingt … essen!“

Italien und Essen sind untrennbar miteinander verknüpft. Mein Exfreund sagte einmal: „Wenn wir Italiener nicht gerade essen oder kochen, dann reden wir vom Essen.“ Und meiner Erfahrung nach ist da sehr viel Wahres dran.

Jede Region in Italien hat ihre eigene, traditionelle Spezialität, ein typisches Gericht oder zumindest eine lokale Art und Weise, ein Gericht zuzubereiten. Die Pizza ist dafür ein gutes Beispiel. In Rom ist der Pizzaboden sehr dünn und knusprig (mag ich!), in Bologna ist er fluffig und dick, erinnert ein bisschen an eine Focaccia, in Neapel ist er zwar dünn, aber nicht kross gebacken, wie in Rom. Die Pizza ist ein Nationalgericht mit tausend Gesichtern. 😀

So kam es, wie es kommen musste und man riet mir: „Wenn Du nach Bari gehst, musst Du Panzerotti essen.“

Bei meinem ersten Besuch war das nur so halb geglückt. Denn ich habe zwar ein Panzerotto gegessen, aber eines aus dem Ofen. Mit Käse überbacken. Wenngleich es lecker war, waren meine baresischen Bekannten unzufrieden mit meiner Wahl.

Warum?

Weil ein „echtes“ Panzerotto frittiert wird.

Die Jagd nach dem echten Panzerotto

Die Teigtasche wird mit unterschiedlichen Leckereien und Zutaten gefüllt und dann ins siedende Öl gegeben, bis sie ihre goldgelbe Farbe bekommt und dann mit der Hand gegessen (Achtung, Verbrennungsgefahr!).

Bei meinem zweiten Besuch in Bari war es also meine Pflicht, ein solches „echtes“ Panzerotto aufzutreiben und zu verspeisen. Die Mission stellte sich als gar nicht so leicht umsetzbar heraus. Denn so sehr ich auch die Augen offen hielt, ich fand beim Spazierengehen kein Lokal, in dem ich frittierte Panzerotti hätte essen können. Ich musste also ein bisschen schummeln und Google zu Hilfe nehmen.

Zwei, drei Suchergebnisse später fand ich dann eine TripAdvisor-Empfehlung: Das Cibò. Mitten im historischen Bari Vecchia gelegen soll das Cibò die Topadresse für dieses klassische, baresische Streetfood sein. Da es langsam eh Zeit wurde, dass ich etwas in den Magen bekam, machte ich mich also auf in die Innenstadt, um den Imbiss zu suchen.

Überraschenderweise war das Lokal nicht so voll, wie ich vermutet hatte – angesichts der Bilder auf Google und der Tatsache, dass es Samstag Abend war. Ich konnte also in Ruhe die Karte über dem Tresen studieren, eine ziemlich lange Liste unterschiedlicher Panzerotti, und dann eine der vielen, vegetarischen Varianten auswählen.

Das Cibò war also zwar nicht meine persönliche Entdeckung, aber ich kann mich in diesem Fall den TripAdvisor-Rezensenten nur anschließen: Ein Gang ins Cibò lohnt sich! Und ein Panzerotto macht auch erstmal gut satt. Und die Herzkranzgefäße fett. 😀 Aber das ist es wert! 😀

Und ich konnte meinen Freunden und Bekannten endlich stolz berichten, dass ich ein „echtes“ Panzerotto gegessen habe! 😉 Mjamm.

Panzerotto

Monopoli

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monopoli_13Monopoli – Die Stadt, nicht das Spiel

Wer in Apulien unterwegs und / oder zu Besuch ist, der kennt Monopoli. (Und wenn nicht, nehmt es zum Anlass, diese Wissenslücke zu schließen. )

Das bekannteste Motiv, sozusagen inoffiziell offizieller Repräsentant der kleinen Stadt in Süditalien dürfte wohl das hier sein:

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Der Porto Antico, der antike Hafen ist DAS Motiv, das wie kein zweites für Monopoli steht.

Ich hab die heißen Sommertage in Apulien für einen Tagesausflug nach Monopoli genutzt. Die kleine Stadt ist eines der Must-Sees in Süditalien und strahlt seine Besucher in der flirrenden Sommersonne geradezu an. Die hellen Häuserwände und  weißen Fassaden der Stadt bilden einen wunderschönen Kontrast zum dunklen Tiefblau des Meeres und dem schmeichelnden Hellblau des Himmels.

Das Stadtbild ist geprägt von hochmittelalterlichen Strukturen und Bauten. Das Leben dort seit jeher von Handel, Fischerei, Glauben und Landwirtschaft geprägt. Daran hat sich bis heute wenig geändert, wenngleich der Tourismus mittlerweile sicher eine weitere starke Einkommensbranche ausmacht. Am Porto Antico ist das Castello di Carlo V. zu finden, das einen der Zugänge zum Stadtkern markiert. Man kann es in der Regel auch besichtigen. Aber ich hatte mal wieder „Glück“ und die Sehenswürdigkeit wurde gerade restauriert. Schade. Denn was man so an Bildern im Netz herumschwirren sieht, wäre es sicher interessant gewesen.

Ein Stück die Brandung entlang stehen noch Überreste von Verteidigungstürmen und riesengroßen Kanonen, bevor man sich dann durch die engen Altstadtgassen zu schlängeln beginnen kann, gibt’s also ein bisschen Geschichte gratis dazu. 🙂 Und einen wundertollen Ausblick auf die offene See. Die Nähe zu Albanien machte solch schwere Geschütze und dicke Verteidigungstürme wahrscheinlich herzlich sinnvoll … seinerzeit. Wie andere Küstenstädte in Italien war natürlich auch Monopoli ein attraktives Ziel für Mauren, Turkvölker usw.

Abseits des Hafens lockt das Stadtzentrum mit hellen, offenen Piazzas. So wird man auch kurz nach der Ankunft auf dem Weg vom Bahnhof ins Stadtzentrum bereits von Italien’s ewigem Helden Vittorio Emanuele II. auf der gleichnamigen Piazza empfangen. Diesmals nicht zu Pferd, dafür mit hoch erhobenem Schwert.

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An diesen Brunnen kam später ein alter Mann mit Fahrrad und 5 leeren Wasserkanistern, die er dort füllte. Der Brunnen am Platz ist also in seiner uralten Funktion noch immer aktiv.

Von dort aus geht es durch die für Italien typischen, engen Gassen durch die antiken Stadtviertel.

Monopoli mag klein scheinen, aber ich bin mir sicher, dass sich die Stadt sowohl für einen Tagesausflug, wie ich ihn unternommen hab, als auch für einen mehrtägigen Aufenthalt durchaus lohnt, wenn ihr Museen, Kirchen und die historischen Gutshöfe außerhalb des Stadtzentrums besichtigen wollt. Oder euch einfach nur von den klippenartigen Steinstränden in das erfrischende Blau der Adria stürzen wollt. 🙂

Porto Cesareo

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Porto Cesareo

Porto CesareoPorto Cesareo ist mein absolutes Apulien-Highlight! ♥ ♥

Ein Fleckchen Erde, dessen Strände mich in die Karibik entführt haben. Und dessen Meer mich fesselte.

Porto Cesareo liegt versteckt und nahezu abgeschnitten von den Stadtzentren am westlichen Stiefelabsatz.

Porto Cesareo scheint ein nicht unwichtiger Militärstützpunkt gewesen zu sein, wie die vier Verteidigungstürme entlang der Küste beweisen. Vier an der Zahl, wovon einer im zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört worden ist.

Porto Cesareo erfreut sich – glücklicherweise – keiner internationalen Massenbekanntheit.

In Bari und Lecce dagegen kennt jeder die 5.000-Einwohner-Stadt. Touristen sind hier vor allem Italiener. Und so sehr ich der kleinen Stadt natürlich wirtschaftlichen Erfolg wünsche, hoffe ich irgendwie auch, dass das so bleibt. Denn würden Horden von Touristen aus aller Welt den kleinen Ort mit seinen weißen Pulversandstränden und dem Meer, das so ein unfassbares Farbenspiel bietet, überlaufen, wäre eine kleine Perle verloren. Und wie schade es einfach darum wäre.

Da ist seine mangelnde Angebundenheit an die öffentlichen Verkehrsnetze vielleicht ein kleiner Vorteil. Andererseits kann, was nicht ist, ja noch kommen. Und gerade für Menschen wie mich, die sich ohne Auto fortbewegen, wäre es natürlich toll, würde das Städtchen einen kleinen Bahnhof bekommen. Selbst wenn die Ferrovie Sud-Est dort nur zwei Mal am Tage hielte, wäre schon ein großer Schritt gemacht. Unwahrscheinlich allerdings, bedenkt man die Autobesessenheit der Italiener. Bisher also erreicht man Porto Cesareo nur mit dem Auto und maximal mit einem Bus von Lecce aus. Aber ganz ehrlich? Mein erster Gedanke war: Vermieten die hier Wohnungen? Ein Lagecheck später ergab: Ja, aber nur im Sommer. Schade.

Porto CesareoPorto CesareoDie unglaubliche Kulisse wäre es mir wert gewesen, diese Odyssee vom Flughafen Bari mit dem Zug nach Lecce mit dem Bus nach Porto Cesareo bzw. zurück jederzeit in Kauf zu nehmen.

Wenn ich jemals eine Vorstellung von Idylle und Paradies hatte, dann wurde sie in Porto Cesareo lebendig.

Lecce

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Lecce

Weiter in den apulischen Süden kann man kaum vordringen. Wobei. Doch! Ein bisschen was geht da immer noch. Und dort lässt sich ein wahres Paradies entdecken. Dazu aber die Tage mehr.

Zunächst einmal möchte ich Euch das „Florenz des Rokoko“ vorstellen. Ein von Künstlern und Kunsthandwerk geprägtes Kleinod knapp eineinhalb bis zwei Autostunden von Bari entfernt. Und dann noch mal 20 – 30 Autominuten nach Osten zur Adria und fast eine Stunde zum Meer an der Westküste des Stiefelabsatzes.

Die Barockeinflüsse sind in den Bauwerken der Altstadt nicht zu übersehen. Vor dem Eingang des Zentrums wurde – wie so oft in Italiens Städten – ein römisches Amphitheater freigelegt. Ein kleines. Gerade einmal Platz für 20.000 Besucher bot es laut Hochrechnungen und Wikipedia. Aber irgendwie doch eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass es aus dem 2. Jht n. C. stammt und Lecce im 19. Jht von gerade einmal 16.000 Menschen bewohnt war. Ist also anzunehmen, dass die Stadt im römischen Reich ein bevölkerungsreicher Dreh- und Angelpunkt war.

Den Beinamen „Florenz des Barock“ verdankt Lecce seinem ortstypischen Stein, der dort seit jeher abgebaut wurde und aus dem die gesamten, historischen Gebäude bestehen. Der Tuffstein aus Lecce ist relativ weich und einfach zu bearbeiten. Es darf also davon ausgegangen werden, dass die Stadt eine Art Exportzentrum für seine Pietra Leccese war und dadurch zu Ruhm und Reichtum gelangte.

Der Altstadt sieht man ihren einstigen, gesellschaftlichen Stand immer noch an. Vielerorts sind die Lokale und Geschäfte von Künstlern dominiert – ein Umstand, den ich persönlich sehr sympathisch finde. (Anders als die Wahlpräferenzen der Leccesi.) Heute ist das kulturelle Leben vor allem durch die Universtät von Salento geprägt, die in Lecce sitzt. Und mit ihr kamen Forschungseinrichtungen und Institute, die dem ländlichen Charakter der Region ein wenig Moderne und Weltoffenheit beimischten. Und natürlich verjüngt eine Universität das Stadtbild auch, was der sehr offensichtlichen Künstlerszene dort sicher zuträglich war.

Ich hätte gut und gerne noch ein, zwei, drei Tage mehr in Lecce verbringen können. Da ich aber auf der Durchreise ans Meer war, musste ich mich mit den wenigen Eindrücken der Stadt und seiner Menschen zufriedengeben.

Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich nochmal wiederkommen werde irgendwann. 🙂

Molfetta

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Nach dem Frusttag in Castellana, habe ich mir für den Tag danach Molfetta als Ausflugsziel auserkoren.

Viele sagten mir, dass Molfetta ach-so unspektakulär sei und ich lieber was anderes unternehmen solle, aber ehrlich? Ich fand erstens praktisch, dass es so nah war, zweitens am Meer und drittens saß mir der Frust vom Vortag noch zu sehr in den Knochen, als dass ich mich auf ein weiteres Abenteuer hätte einlassen wollen.

Da schien mir das angeblich so langweilige Molfetta gerade richtig.

Mit der Bahn sind es von Bari aus gerade einmal 30 Minuten in das kleine Städtchen und so gönnte ich mir nach einem langen Vormittag im Bett zur Mittagszeit hin das Ticket und fuhr drauf los.

Langeweile oder Spektakularität sind ja auch immer Wahrnehmungssache. Mir jedenfalls wird beim Entdecken neuer Flecken Erde nie wirklich langweilig. Auch wenn ich zu einer Tageszeit in Molfetta ankam, zu der der Ort tatsächlich ein bisschen ausgestorben wirkte.

Vom Bahnhof raus lief ich also einfach mal drauf los und wurde direkt von ihm hier begrüßt:

Molfetta_1
Um wen es sich dabei handelt, kann ich nicht sagen, denn das Schild vor der Statue war bis zur Unkenntlichkeit verrostet. Ich vermute stark, dass es sich um den Schutzpatron Molfettas, Corrado di Baviera (Konrad von Bayern) handelt. (Wie so oft eben in Italien.) Diesen hatte es nach 1150 nach Apulien verschlagen, wo er im Kloster Modugno nahe Molfetta seine letzten Lebensjahre bis zu seinem Tod 1154 verbrachte.

Warum ein Schutzheiliger allerdings ein Schwert in der Hand hält? Gute Frage. Aber es handelt sich wie gesagt auch nur um eine Vermutung meinerseits. Wer mich aufklären kann, immer gerne kommentieren. 🙂 (Es könnte natürlich auch wieder Vittorio Emanuele II., der alte Haudegen sein. Aber ohne Pferd? Hm…)

Eine Kirche zumindest ist ihm in Molfetta gewidmet. Wobei Kirche dezent untertrieben wäre: Der örtliche Dom ist dem heiligen Konrad gewidmet und er steht hinter dem Borgo Antico (das ich mir übrigens nicht angeguckt hab, was ich mir zwar einerseits selbst übel nehm, andererseits hab ich so einen Grund, nochmal wieder zu kommen) direkt am Meer.

Kirchen gibt es in Molfetta allerdings einige zu bestaunen. Gemessen an der Einwohnerzahl von nicht einmal ganz 60.000 sind das meiner Meinung nach auch ganz schön viele. Wer sie irgendwann mal abklappern mag:

  • Cattedrale di Santa Maria Assunta
  • Basilica della Madonna dei Martiri
  • Chiesa del Purgatorio
  • Chiesa della Santissima Trinità
  • Chiesa del Sacro Cuore di Gesù
  • Chiesa di San Domenico
  • Chiesa dell’Immacolata
  • Chiesa di San Gennaro
  • Chiesa di Santo Stefano
  • Chiesa di San Bernardino da Siena
  • Chiesa di Sant’Andrea Apostolo
  • Chiesa di San Pietro
  • Chiesa del SS. Crocifisso o dei Padri Cappuccini

Im Fall würde ich mir die Santa Maria Assunta nächstes Mal noch ansehen. Einfach nur oder vor allem deshalb, weil die Schwester meiner Uroma Assunta hieß und meine Tante diesen Namen heute als zweiten Vornamen trägt. <3

Während ich den Dom von allen Seiten und aus allen Winkeln versuchte in den Fokus meiner Kamera zu rücken, trat aus einer Haustüre gerade ein alter Mann samt Sohn heraus, der mich erst ein wenig beguckte und fotografieren ließ, um mir kurz darauf die Hand zu geben, sich nach meinem Befinden, meinen Tattoos und meiner Herkunft zu erkundigen.

Bevor die beiden ihrer Wege gingen fragte er noch, wie ich den Dom fände. Ich war ja nicht drin (als ob ich noch nen Grund bräuchte, nochmal wieder zu kommen) aber von außen fand ich ihn echt schön und das sagte ich ihm auch. Er hat sich darüber gefreut und war mit meiner Beurteilung absolut einverstanden.

Und tatsächlich: Die Fassade des Doms ist zwar schlicht, aber durch den hellen, fast weißen Stein ist er besonders im Sommer ein wundervoller Kontrast zum tiefen Blau des Meeres, das sich hinter ihm erstreckt.

Links des Domes von Molfetta liegt das Hafenbecken samt Leuchtturm …

… hinter dem Dom ist ein flaches Wasserbecken, in dem die Einheimischen sich an den heißen Sommertagen abkühlen. Ich hätte mich gern dazugesellt, aber hatte dann irgendwie doch Scheu (ich weiß auch nicht wieso, vielleicht wollte ich nicht allzu sehr auffallen) und beschränkte mich darauf, die beruhigende Wirkung des Meeres auf mein Gemüt wirken zu lassen, zu atmen und zu träumen, dass ich all den Vorbereitungsstress für den Umzug schon hinter mir hätte.

Was mir an Molfetta besonders gut gefallen hat? 

Es ist eine so herrlich unaufgeregte Stadt.

Mag sein, das lag auch an der Uhrzeit, zu der ich dort war, denn wahrscheinlich waren die meisten Einheimischen gerade in der Mittagspause. Möglich, dass die Straßen erst gegen Abend wieder bevölkert wurden und geschäftiges Treiben die verschlafene Idylle vertreibt. Ich werd’s herausfinden, wenn ich mal wieder dort bin. 😉 (Muss ich eh, denn ich habe nahe des Bahnhofs ein Klamottenoutlet gesehen, in dem ich gern den ein oder andern Euro gelassen hätte, aber eben gerade dann ankam, als sie grade zur Siesta schlossen. Ich hoffe, der Laden ist nächstes Mal noch da.)

Einen Vorteil hatte es allerdings, dass es im Stadtzentrum so menschenleer und ruhig war. Ich konnte ganz entspannt Fotos knipsen, ohne dass mir großartig wer durchs Bild lief oder ich mich verrenken hätte müssen, um Straßenschilder und Hinterköpfe auf meinen Aufnahmen zu vermeiden.

Besonders schön fand ich die Straße, die ans Meer geführt hat: Cafés, Bars und kleinere Läden und Restaurants säumen die verkehrsberuhigte Straße. Eine Allee aus Oleanderbäumen (ich liebe Oleander) weißt den Weg und in der Mitte der Straße befinden sich in regelmäßigen Abständen großzügige Sitzmöglichkeiten.

Ich finde die Straße sehr einladend gestaltet und hätte gut und gerne Lust, einmal einen Abend in Molfetta auszugehen für einen Aperitiv oder auch einen Digestiv oder zwei mehr. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man sich hier einen schönen Abend verdingen kann. Und hey! Oleander! 😉 Er sieht einfach schön aus! 😀

Ich fand Molfetta toll: Unaufgeregt, hell und freundlich. Als Ausflugsziel für einen Tag auf jeden Fall zu empfehlen. Und wenn ich irgendwann dort nen Drink zu mir genommen hab, kann ich auch mehr zum Vergnügungsfaktor in Molfetta erzählen! 😀 Wer kommt mit? 🙂


Molfetta

Dopo la giornata frustrante a Castellana ho scelto Molfetto per un giro il giorno dopo.

Molti mi dicevano che Molfetta fosse poco spettacolare e mi consigliavano di andare da un’altra parte. Ma sinceramente mi sono fatta due conti: Innanzitutto è vicino a Bari, poi è al mare e terzo la frustrazione del giorno primo mi allontanava dalla voglia di una nuova avventura.

Ecco perché il presumibilmente annoioso Molfetta mi sembrava giusto.
Da Bari ci vogliono solo 30 minuti sul treno e allora dopo una lunga mattinata al letto mi godevo il biglietto e intorno a mezzogiorno sono partita.

Noia e spettacolarità sono anche una questiona di percezione e io non mi annoio mai scoprendo nuovi luoghi. Anche se sono arrivata a Molfetta ad un’ora che il posto sembrava davvero un po‘ morto.

Dalla stazione sono partita lancia in resta al centro ed ero salutato da lui:

Molfetta_1

Non so bene chi è perché il segno in fronte della statua era irriconoscibilmente arrugginito. Presumo che (come spesso in Italia) sia il patrono di Molfetta, Corrado di Baviera. Quello comunque arrivai in Puglia dopo le 1150 e visse vicino a Molfetta nel monastero di Modugno fino alla sua morte in 1154.

Poi invece non saprei perché uno santo patrono dovrebbe tenere una spada in mano. Ma come dico è solo una presunzione da parte mia. Chi mi sa illuminare, magari lasci un commento. 🙂 (Potrebbe essere anche Vittorio Emanuele II. di nuovo. Ma senza cavallo? Mh…)

Una chiesa molfettesa perlomeno gli è dedicato. Anche se chiesa magari non è la giusta parola: E‘ infatti il locale Duomo che è dedicato allo santo Corrado e si trova indietro al borgo antico (che prendo a me stessa non averlo visitato ma poi è un buon motivo per ritornare un’altra volta) subito al mare.

Ci sono alcune chiese da vedere a Molfetta. Secondo me ci sono anche moltissime visto che Molfetta ha neanche 60.000 abitanti. Se le volete girare un giorno:

  • Cattedrale di Santa Maria Assunta
  • Basilica della Madonna dei Martiri
  • Chiesa del Purgatorio
  • Chiesa della Santissima Trinità
  • Chiesa del Sacro Cuore di Gesù
  • Chiesa di San Domenico
  • Chiesa dell’Immacolata
  • Chiesa di San Gennaro
  • Chiesa di Santo Stefano
  • Chiesa di San Bernardino da Siena
  • Chiesa di Sant’Andrea Apostolo
  • Chiesa di San Pietro
  • Chiesa del SS. Crocifisso o dei Padri Cappuccini

Eventualmente verrei a vedere la Santa Maria Assunta la prossima volta. Solo o soprattutto perché è il nome della sorella di mia bisnonna. E anche mia zia si chiama ancora Assunta con secondo nome. <3

Mentre stavo cercando di focalizzare il duomo con la mia camera da tutti i lati ed angoli, un vecchio signore con il figlio usciva la porta. Prima mi guardava un po‘ lasciandomi fotografare. Poi poco dopo mi dava la mano e mi chiedeva come stessi, su i miei tatuaggi e di dove fossi.

Prima che se ne sono entrambi andati mi chiedeva se mi piacesse il duomo. Non ero dentro (perché ci vuole sempre un altro motivo per venire di nuovo) quindi potevo solo dirgli che da fuori mi piacesse molto. Lui invece era contento della mia opinione e concordava felicemente.

E non gli ho mentito. Anzi, anche se la faccia del duomo è austera più che altro, l’argentino, quasi bianco pietro del quale la chiesa è fatta meravigliosamente contrasta il profondo azzurro del mare che giunge al dietro.

Sulla sinistra del duomo di Molfetta c’è il bacino del porto con il faro …  

… indietro al duomo ci si trova un basso bacino dove gli abitanti si danno una rinfrescata nelle calde giornate estive. Magari mi li avessi aggiunto ma per qualche motivo poi mi sono vergognata un po‘ (non so perché, forse non volevo fare molto spicco) e mi sono ridotta a lasciare il mare fare il suo effetto tranquillizzante sulla mia anima, a respirare e sognare che tutto il stress della preparazione del trasferimento fosse ormai passato.

Ciò che mi è piaciuto di più di Molfetta?

Il fatto che è una città mancato agitata.

Può darsi che fosse anche per il tempo del giorno al quale ci sono stata perché probabilmente la maggioranza degli abitanti furono in pausa pranzo. E‘ possibile che le strade si rivivono verso la sera e l’attivo caracollo mandi via l’idillio addormentato. Lo scoprirò semmai ci ritorno. 😉 (Ma comunque lo devo perché vicino alla stazione avevo visto uno outlet di vestiti dove avessi volentieri lasciato un po‘ di denaro ma stavano per chiudere per la siesta quando sono arrivata. Spero che il negozio ci sarà ancora quando torno la prossima volta.)

Il centro deserto e tranquillo invece portava anche un vantaggio. Potevo fotografare talmente con calma! Non c’era nessuno che mi passava l’immagine e non mi dovevo neanche contorcere per evitare dei segni e testi nelle foto

La strada che corre al mare mi è piaciuta davvero: Le caffetterie, i bar, piccoli negozi e ristoranti affiancano la via a traffico limitato. Un corso d’oleandro (amo l’oleandro) da la direzione e in mezza la strada ci sono messe delle ampie banche. 

Secondo me la strada è molto invitante e mi da una voglia di uscire a Molfetta una sera per un aperitivo oppure un digestivo o entrambi e due in più. Mi posso immaginare bene che sia una serata ben passata. E poi: Oleandro! 😉 E‘ tanto bello, dai! 😀

A me Molfetta è piaciuta: Tranquilla, luminosa e gentile. E da raccomandare come meta della gita. E semmai mi ci faccia un drink posso anche raccontarvi dall’aspetto di divertimento a Molfetta! 😀 Chi m’accompagna? 🙂

Terra Madre in Alberobello

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Das Terra Madre in Alberobello

Apulien-Nachtrag: Ein Restauranttipp pünktlich zur Urlaubssaison! Für Freunde lokaler, leichter Bio-Küche! Ich bin absoluter Fan! ♥

Terra_Madre_Alberobello_1Aber … Lest selbst:

Wenn man immer nur für ein paar Tage irgendwo in Italien unterwegs ist, lohnt es sich oft nicht, einzukaufen und selbst zu kochen. Deshalb ernähre ich mich weitestgehend unterwegs. Sprich, in Restaurants oder Bistros. Dass ich mich dabei auch ganz vorzüglich zum Affen machen kann, habe ich nach meiner Rückkehr aus Ravenna ja bereits geschildert.

Dass ich aber auch ganz brav sein kann und am Ende nicht wieder peinlich berührt das Lokal verlassen muss, habe ich – glaube ich – bei meinem Besuch im Terra Madre in Alberobello bewiesen. Ob’s an mir oder der apulischen Sonne, an Alberobello oder am Terra Madre und seinem extrem lockeren und zuvorkommenden Personal lag, weiß ich nicht.

Eins ist aber sicher. Wenn nicht wegen der Trulli, wegen dem Terra Madre, würd ich glatt noch 10 Mal wieder nach Alberobello fahren.

Die original apulische Küche ist eine eher spartanische, ärmliche Küche. Dass man aber auch aus wenigen Mitteln Großartiges zaubern kann und dass Apulien sich längst nicht mehr für seine Küche schämen muss, hat die Trattoria Terra Madre in Alberobello für mich mehr als bewiesen!

Das Terra Madre liegt direkt neben dem Trullo Sovrano und bietet lokale, regionale Produkte, aus denen vorrangig vegetarische, aber sehr phantasievolle und vor allem unglaublich leckere Speisen zubereitetet werden.

Für 20 Euro habe ich dort soviel zu essen bekommen, dass ich nach der Hälfte eine kleine Zigaretten-Verdauungspause machen musste und ich hab’s trotzdem nicht geschafft, alles aufzuessen! 😀 Ich war gegen 13/14 Uhr dort und war bis abends satt!

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Eigentlich wollte ich ein Artischockengericht bestellen, aber ließ mich dann dazu überreden, mir etwas Individuelles zusammenstellen zu lassen, wodurch ich die Möglichkeit hatte, alles mal zu probieren. Die gedünsteten Kichererbsen bei der Vorspeise haben’s mir übrigens sehr angetan! Die Lampascioni nicht allzu sehr, aber das ist einfach mein persönlicher Geschmack und hat weder dem “Erlebnis Terra Madre” noch dem Gesamteindruck von Essen, Herzlichkeit und Qualität der Produkte einen Abbruch getan. Mir sind die Dinger einfach zu erdig-bitter. 😀 Dafür kann aber weder die Wildzwiebel was, noch das Terra Madre. Im Gegenteil!

Das Team vom Terra Madre baut das meiste Gemüse im Garten hinter dem Restaurant bzw. auf den familieneigenen 30 (wenn ich mich richtig erinnere) Hektar Land an. Alles, was sie nicht selbst anbauen oder zubereiten können, liefern lokale und regionale Bauern, Bäcker und Winzer.

Das Personal ist gut gelaunt, lacht viel und erklärt alles rund um die Gerichte, Gänge, die Philosophie, die hinter dem Terra Madre steht, und die Produkte. Wer kein Italienisch kann oder nicht alles versteht, kriegt das ganze Programm auch auf Englisch!

Ich kann Euch einen Besuch im Terra Madre wirklich nur ans Herz legen. Hier stimmt einfach alles.

P.S. Oh Gott, war das Brot so gut! 😀

P.P.S. Unvergleichliches Preis-Leistungs-Verhältnis!

P.P.P.S. Absolute Wohlfühlatmosphäre!

 

Polignano A Mare

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Cliffdiving-Capital: Polignano a Mare 

Dafür, dass Polignano a Mare so eine kleine Gemeinde (mit weniger als 20.000 Einwohnern) ist, hat sie einen beachtlichen Bekanntheitsgrad. Verdient, möchte ich meinen.

Das Stadtzentrum ist so eng, wie es romantisch ist und zeichnet sich vor allem durch seine verwinkelten Sträßchen und die durchgängig hellen Fassaden und Gehwege aus.

Polignano… Das sind Unterwassergrotten, klares, blaues Meerwasser und steile Klippen, auf denen die Stadt errichtet ist.

Polignano… Das sind die Statue von Domenico Modugno, Cliffdiving und ein Restaurant in den Klippen über den Grotten.

Und Polignano… Das sind Gedichte und Sprüche an Haustüren und Treppenstufen. Mittlerweile dürfte hier wohl auch so mancher Tourist sein “Revier markiert” haben. Die eigentlichen Werke allerdings entstammen der Feder von Guido “Il Flâneur” Lupori, der seine Gedanken das erste Mal 1992 an der Piazza Santo Stefano von Polignano verewigte. Immer in Absprache mit den Besitzern der jeweiligen Häuser, hinterlässt er dort seine Gedichte und Sprüche, die mittlerweile fester Bestandteil des Stadtzentrums geworden sind.

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Und warum ausgerechnet an die Wände?

Ich möchte den Jungen die versteckte Schönheit der Literatur näherbringen: Für mich ist Poesie nämlich ziemlich genau das – die Aufmerksamkeit auf die anderen zu lenken. Ich habe mich in der Vergangenheit immer geweigert, ein Band mit meinen Arbeiten zu veröffentlichen, weil das bedeuten würde, die Aufmerksamkeit auf mich selbst, statt auf die Worte zu zentrieren. (zit. Interview auf barinedita.it)

Polignano_a_mare_12Polignano war ein sehr amüsanter Ausflug, auch dank der tollen Begleitung! 🙂

Dafür habe ich gerne in Kauf genommen, dass einige meiner Kosmetikartikel dem hausgemachten Granatapfel- und Pistazienhonig, dem ich nicht widerstehen konnte, weichen mussten.

Ich würde in jedem Fall gerne nochmal wiederkommen – vielleicht, zu einem Zeitpunkt, an dem das Wetter insgesamt ein bisschen stabiler ist, um vielleicht auch in den Genuss dieses wunderbar verlockenden Meeres zu kommen, das sich seinen Besuchern hier so herrlich klar präsentiert, dass man sogar von der Stadt oben aus stellenweise bis auf den Grund blicken kann. Aber insgesamt geb ich jederzeit grünes Licht für einen Besuch in diesem wunderschönen Küstenstädtchen Apuliens.