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1. Bloggertreffen von Travel365 in Igea Marina [3/3]

(Mein) 1. Bloggertreffen von Travel365 in Igea Marina [3/3] – von Forts und Fahrten

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Tag 3 und damit der letzte des Bloggertreffens in Igea Marina war angebrochen und ich habe mir am Frühstücksbüffet einigermaßen planmäßig den Bauch mit den Torten und Süßigkeiten vom Vorabend vollgeschlagen, bevor wir uns alle vor dem Hotel zur Besprechung des Ausfluges trafen.

Zunächst hieß es noch, unser Ziel sei etwa 15 km vom Hotel entfernt, doch das wurde bald revidiert. Die Anreise dauerte etwa eine Stunde und zum Glück waren viele Teilnehmer mit dem Auto da. So ging’s ans fröhliche Aufteilen und Kolonne fahren. (Eine Unternehmung, die meiner Meinung nach nur in Norditalien in der Art möglich ist.)

Angekommen an einem Parkplatz warteten wir dann bei fiesem Wind in zu leichten Klamotten auf den Shuttlebus nach San Leo. Bis der kam, stellte eine Landsmann von mir gekonnt unter Beweis, was für einen exorbitant grässlichen Musikgeschmack man haben kann. (Scooter?? Echt jetzt?)

Nachdem der Shuttlebus nach 30 (auf Italienisch: 10) Minuten wieder da war und uns einstiegen ließ, ging’s dann hoch zum Fort San Leo.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde die Romagna einen der absolut schönsten Fleckchen Erde, die ich je gesehen hab. Sowohl die Natur, wie auch die Geschichte und Architektur begeistern mich immer wieder. (Auch, wenn wir die Sache mit den Vorhängen außen an den Fenstern immer noch klären müssen.)

Und beim Blick über die Valmarecchia vom Fort San Leo aus, ist das doch irgendwie auch nachvollziehbar, oder?

Fort San Leo

Erbaut wurde die Festung tatsächlich über Epochen hinweg. Von den Römern wurde der Grundstein gelegt. Spätere, mittelalterliche Besitzer bauten sie dann stetig weiter aus und vergrößerten sie. Mitte des 10. Jahrhunderts galt San Leo unter Berengar II. sogar als Hauptstadt bzw. Regentensitz des „Königreichs Italien“. Einigermaßen absurd bis unvorstellbar, wenn man bedenkt, dass das Borgo zu Füßen der Festung nicht einmal auf 1.000 Einwohner kommt.

Über die Jahrhunderte mischten sich im Fort San Leo also verschiedene Baustile und auch der Verwendungszweck der Festung selbst wandelte sich stetig. Zu den schillerndsten (und bekannteren) Figuren, die in all diesen Epochen in den Besitz von Fort San Leo geraten sind, dürften wohl

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1. Bloggertreffen von Travel365 in Igea Marina [2/3]

(Mein) 1. Bloggertreffen von Travel365 in Igea Marina [2/3] – SEO und Süßes

Der zweite Tag beim Bloggertreffen in Igea Marina war zweigeteilt. Morgens ging es mehr oder weniger sachlich zu. Marketing und SEO stand auf dem Plan.

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Dafür haben wir uns im Eingangsbereich des Hotel San Salvador getroffen, wo die kleine Lounge mit wenigen Handgriffen in einen Vortragssaal verwandelt wurde. Für mich war dieser Teil des Events mit der spannendste, denn mein Italienischverständnis wurde nun mal so richtig auf die Probe gestellt.

Blogmonetarisierung und Suchmaschinenoptimierung auf italienisch

Nachdem wir am Vorabend noch um Pünktlichkeit gebeten wurden …

Ich: Deutsche Pünktlichkeit oder italienische?
Vito: Schweizerische!

… ging es dann mit dem italienischen Verständnis von 9.00 Uhr morgens, also etwa gegen halb zehn, los.

Zunächst hat uns eine der erfolgreichsten Reisebloggerinnen aus Italien hilfreiche Tipps vermittelt, wie man sich das Reisen sponsorn lassen kann, wie man an Kooperationen und Affiliates kommt und aus dem Nähkästchen ihrer Bloggerkarriere geplaudert.

Silvia von Trippando reist immer und ausschließlich mit den zwei Söhnen und Ehemann und hat es längst geschafft, davon ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Mir fehlt da irgendwie noch die Chuzpe zu, das zu riskieren. Und wenn es nach Silvia geht auch die Zugriffszahlen. Also lest mal schön weiter hier, damit sich das mal ändert. 😉 😀

Beim Thema SEO war ich hingegen Feuer und Flamme. Dass ich hierüber schon ganz gut Bescheid weiß, hat es mir sicher einfacher gemacht, zu verstehen, was Vito und Enzo von eMade uns darüber erzählt haben.

Glücklicherweise wurde es dank Beispielen wie „10 Wege, wie man es schafft, auch betrunken ein Mädchen zu küssen, ohne ihr in den Ausschnitt zu fallen“ auch für mich nicht langweilig. Und tatsächlich habe ich noch den ein oder anderen SEO-Trick mitgenommen.

So war auch der „trockene“ Teil des Bloggermeetings am Ende nicht nur lustig, sondern lehrreich und hat mir das ein oder andere Neue vermittelt und viel bestehendes Wissen bestätigt.

… und ein Teilnahmezertifikat gab’s auch noch!

Tatsächlich hat es mich ein bisschen überrascht, dass ich doch so viel davon verstanden hab. Auch, wenn sich mir nicht ganz erschlossen hat, was eine CTR oder CRT ist. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass ich SEO-technisch up to date bin und zumindest mein passiver Italienischwortschatz größer ist, als ich dachte.

Die Cooking Challenge oder: wie man sein Gewicht an nur einem Tag verdoppelt … mindestens

Für den zweiten Teil des zweiten Tages des Travel365-Bloggerevents war zur Cooking Challenge geladen. Wobei es eigentlich eher in eine Baking Orgy ausgeartet ist. Weil ich die Italiener mit meinen herausragenden Süßspeisenzubereitungsskills natürlich nicht alt aussehen lassen wollte, habe ich gnädiger Weise von einer Teilnahme daran abgesehen. 😉
Scherz beiseite, ich bin aber eher so der Typ, der fürs Essen, nicht aber fürs Essen zubereiten zuständig ist.

Aber die 13 Kuchen und Kekse, die die Mädels am Samstag Abend serviert haben, waren selbst mir zu viel. Vor allem, weil wir das Essen auf nach dem Abendessen verschieben mussten.

Also ging’s nach einem ebenso großartigen Abendbüffet wie schon am Vortag auf die Terrasse des Hotel San Salvador. Dort durfte dann eine fünfköpfige Jury die Gewinnerinnen von drei Ryanair-Gutscheinen auswählen.

(v.l.n.r.) Giorgia & Giulia von LaDoppiaG, 3. Platz; Rosalie von La valigia di Cassandra, 1. Platz; Lucia von LadiesAreBaking, 2. Platz

Ich hab irgendwann einfach aufgegeben, als nach der Jury auch die andern das jeweilige Gebäck probieren durften. Eigentlich wollte ich am nächsten Morgen die versuchen, die ich abends nicht mehr geschafft hatte. Aber ich glaub, auch das hab ich nicht hingekriegt. Überblick verloren. Hosenbund geplatzt. Ich weiß es nicht.

Der Abend klang also bei Torten, Keksen und Gebäck, Gewinnüberreichungen und Zertifikatsvergabe und später noch Mailänder Craft Beer gemütlich – und vollgefressen – aus.

Im dritten Teil meiner Artikelreihe zum 1. Bloggermeeting von Travel365 nehm ich euch dann mit in ein Borgo außerhalb von Rimini, das wir vor der – nicht minder … interessanten … – Rückfahrt besucht haben. Stay tuned! 🙂

1. Bloggertreffen von Travel365 in Igea Marina [1/3]

(Mein) 1. Bloggertreffen von Travel365 in Igea Marina [1/3] – ne echt scharfe Sache

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Wenn man sich für die Teilnahme an einem Bloggermeeting entscheidet, stellt man sich unweigerlich zunächst eine Frage: Definiere ich mich überhaupt als Blogger?

Ich nicht. Ich bin Redakteurin, ich bin Texterin, wenn man es so sagen mag bin ich auch Content-Managerin und irgendwie auch Übersetzerin.

Warum also habe ich mich für die Teilnahme an einem Bloggerevent entschieden? Mal abgesehen davon, dass meine Logik nicht unbedingt schlüssig und in sich kongruent ist, waren für mich mehrere Faktoren dafür ausschlaggebend, mich ausgerecht für dieses Bloggermeeting zu entscheiden:

  1. Es war das 1. Bloggertreffen, das Travel365 organisiert hat. Und es war auch mein 1. Bloggertreffen. Das vermittelte mir ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Frei nach dem Motto: „Ich weiß vielleicht nicht, was ich da tu, aber die auch nicht.“ 😉
  2. Es war ein Bloggertreffen für Reise- und Foodblogger und ein Teil der Veranstaltung war dem Monetarisieren von Reiseblogs und dem Marketing gewidmet. Neuer Input kann nie schaden.
  3. Es war eine verlockende Idee, mich mal mit Menschen zu umgeben, für die Dinge, mit denen ich mich beruflich und privat beschäftigte, keine böhmischen Dörfer sind. Die mich nicht irritiert anschauen, wenn ich erkläre, womit ich mein Geld verdiene.

Die Anreise

Zugegeben, der Umstand, dass es sich um ein italienisches Treffen handelte, verursachte einige Bedenken meinerseits:

  • Würde ich die Leute verstehen?
  • Würde ich die Inhalte der Vorträge verstehen?
  • Würden sie mich verstehen?

Und noch als ich am Freitag am Bahnhof von Bari stand, waren die Zweifel so groß, dass ich kurz davor war, doch einen Rückzieher zu machen. Aber … was hatte ich schon zu verlieren? Abbrechen und zurückfahren hätt ich jederzeit können.

Also mit dem Intercity von Bari nach Rimini, von dort mit dem Regionalzug nach Igea Marina. Eine sechs-, siebenstündige Zugfahrt entlang der Adriaküste. Und wenn ich sage entlang der Küste, dann meine ich, beim Blick aus dem Fenster hat man die ganze Zeit über das Meer im Blick.

Also gings los: vom Land des Caffè Normale ins Land des Espressos, vom Cornetto zum Brioche, von den Orecchiette zu den Tortellini, vom Panzerotto zur Piadina in 6 Stunden.

Der 1. Tag des Travel365-Bloggertreffens

Über den Nachmittag verteilt trudelten peu à peu alle Teilnehmer*innen im Hotel San Salvador ein. Langsam wuchs die Gruppe auf die angemeldeten 20/25 Leute an. Was mich überraschte und auch zuerst etwas verunsicherte war, dass sich viele der Blogger zumindest virtuell bereits kannten. Nach dem ersten Beschnuppern wich die Unsicherheit dann doch der Neugierde und der Vorfreude auf das erste für den Abend geplante Event.

Peperoni-Tasting

… und das mir!! 🙁 Wo ich doch so eine Mimose bin, wenn es um scharfes Essen geht!! 🙁

Schon bei den Scoville-Zahlen, die bei einigen Sorten dabei standen und kursierten, trieben mir kalten Schweiß auf die Stirn. Entsprechend habe ich auf die ultra-scharfen Varianten dankend verzichtet. Das schärfste, an das ich mich herangewagt hab, war der Moruga. Verarbeitet als Kompott mit Orange.

Moruga-Peperoni

Moruga kommt aus Trinidad Tobago und heißt mit ganzem Namen Trinidad Moruga Scorpion. Eine Peperonisorte, die außer scharf auch fruchtig süß ist und bis 2013 den zweifelhaften Titel der schärfsten Chili der Welt trug: 2 Millionen von aktuell maximal 16 Millionen Scoville.

FEUERLÖSCHEEEERRR!!!

Probiert habe ich den Kompott vor allem wegen der Orange. Ich mag Orange. Nach Erdbeeren, Wassermelone und Feigen kommt sie locker unter meine Früchte-Top-5. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und hab ein minibisschen probiert.

Das Ende vom Lied war, dass meine Lippen und Zunge wie Feuer brannten, ich begann zu schwitzen und versuchte, den Brand mit Sekt und weißem Käse zu löschen. Im Mund war die Maßnahme erfolgreich. Um die Lippen herum brannte es leider nach. Lange.
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Via dei Poeti – Ravenna

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Via dei Poeti Ravenna

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass es über meine Zeit in und um Ravenna herum, einiges zu erzählen geben wird. Hier nun aber der wirklich letzte Beitrag aus meinem Februarurlaub in der Emilia-Romagna! 😀 Das, was dann folgt, wird aus Bari kommen… 😉

Seit Juli 2015 wird die Via Mazzini in Ravennas historischem Stadtzentrum auch die Straße der Dichter genannt.

Via dei Poeti 12Links und rechts der Straße wurden Schilder aufgestellt mit Gedichten, Sprüchen und Auszügen aus literarischen Werken über Ravenna. Große Künstler und Personen des öffentlichen Lebens wurden hier verewigt. Wenn man also im Zick-Zack über die Via Mazzini läuft, kann man die Gedanken von Dante (wer hätte es gedacht?!), Oscar Wilde, Hermann Hesse, Carl Gustav Jung, Dario Fo und vielen anderen zu und über Ravenna lesen.

Einige der Tafeln habe ich fotografiert – wer die restlichen lesen will, muss schon selbst hinfahren! 😀


Rimini

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Rimini

Anders als von Ferrara, von dem mir alle vorgeschwärmt haben, haben mich vor Rimini irgendwie alle gewarnt. Also… Im Sinne von, dass die Stadt nicht schön, nichts besonderes wäre. Ich stellte mir dann die Frage, wieso es seit den 50er Jahren die Deutschen also quasi massenhaft nach Rimini zieht. Und um das herauszufinden, blieb mir notgedrungen nur eine Möglichkeit: hinfahren und selber gucken!

Ein großer Vorteil war, dass ich dank meiner super Lernapp spontan einen eigenen, ortskundigen Cityguide hatte, der sich mir zuliebe trotz Regen bereit erklärt hat, seinen freien Samstagnachmittag in Riminis Altstadt zu verbringen.

Der Regen legte dankbarerweise auch eine Pause ein, sodass wir gar nicht so nass wurden, wie zunächst befürchtet. Außerdem reise ich ja bestens vorbereitet mit einem kleinen Schirm in der Handtasche – das hat zum einen den Vorteil immer vorbereitet zu sein, zum andern können aufdringliche Regenschirmverkäufer, die bei so einem Wetter in Italien überall wie Pilze aus dem Boden schießen, mir GAR NIX! 😉 (Was sie natürlich, wie in Ravenna, nicht davon abhält, mir einen größeren aufschwätzen zu wollen.)

Eins ist an Rimini überaus praktisch:Rimini 1

Aus dem Bahnhof raus, läuft man einfach immer geradeaus und kommt unweigerlich ins historische Stadtzentrum, das rund um die Piazza Tre Martiri angelegt ist. Die Piazza heißt übrigens nicht, wie man beim Anblick der historischen Bauten vermuten könnte seit jeher so, sondern erst seit den Dreißigerjahren und ist drei Partisanen gewidmet, die im Widerstand gegen den Faschismus von deutschen Nazisoldaten ermordet wurden. (Praktisch, so ein einheimischer Stadtführer… 😉 )

Wenn man von der Mitte der Piazza aus nach rechts läuft, vorbei an der Statue des Cesare Agosto (Kaiser Augustus) kommt man nach ein paar Metern auf einen kleineren Platz, auf dem einem das Glasgebäude sofort ins Auge fällt. Darin / dahinter verbirgt sich das Fundament eines Hauses, indem wohl einst ein römischer Chirurg gelebt hat. Bei den toll erhaltenen Mauern und Böden handelt es sich um einen archäologischen Zufallsfund, der nun für Touristen und Einheimische aus nächster Nähe zu bestaunen ist.

Rimini 9Wenn man stattdessen nach links läuft, kommt man unter einem Triumphbogen hindurch zu der Ponte del Tiberio (Tiberbrücke), die über einen mittlerweile umgeleiteten Flussarm führt. Auch hier wurden die alten Steinblöcke erhalten, wenngleich die Brücke einstmals als Zugbrücke angelegt war, um die Stadt vor Feinden zu schützen. Außerdem kommt man in dieser Richtung dahin, wo ich ja am liebsten bin! Ans Meer!! <3 Endlich habe ich das Meer wiedergesehen! Dabei war mir auch völlig egal, dass es aufgewühlt war und sowohl farblich als auch geruchlich nicht unbedingt in seiner ansprechendsten Verfassung. Völlig! E. GAL! Ich hab das Meer gesehen! Und obwohl es da gerade wieder anfing zu regnen, habe ich die fünf Minuten Meerluft und Meeresrauschen und ja, sogar den miefigen Fischgeruch, einfach nur genossen!

Auf dem Weg zum Meer sind wir dabei noch an einem Prachtbau sondergleichen vorbeigekommen – das älteste und größte und berühmteste…und wahrscheinlich auch teuerste Hotel Riminis. Ich glaube ja, der schmucke Steinklotz war irgendwann mal die Residenz irgendeines Herrschers oder Stadtältesten oder irgendein Regierungsgebäude. Jetzt ist eben eine Nobelunterkunft, die ich mir ohnehin niemals leisten können werde, weshalb ich sie mit einem kurzen, anerkennenden Blick bedacht und dann links liegen gelassen habe. Deshalb, und wahrscheinlich auch ein bisschen, weil es sich zu meiner Linken befand – Schenkelklopfer. Lassen wir das.

Vom Meer zurück in die Stadt hat mir mein Rimini-Guide noch einen weiteren Zufallsfund aus altrömischer Herrschaftszeit gezeigt: Ein Amphitheater, das in seiner Größe dem berühmten Kolosseum in Rom in nichts nachgestanden haben soll. Leider konnte es nur zu einem kleinen Teil gesichert werden. Der Rest ist unter Häusern und Straßen Riminis wahrscheinlich für immer, zumindest aber bis ans Ende unserer Hochkultur, verschütt gegangen. Beeindruckend ist es aber allemal! Wer in Rimini ist, sollte einen Abstecher zu diesem Relikt auf jeden Fall mitnehmen – ist außerdem in der Nähe vom Bahnhof, was per se keine Ausrede zulässt.

Leider hat mein Handy in der Zwischenzeit ein Systemupdate unternommen, auf das ich nicht vorbereitet war und mir im Zuge dessen alle Fotos gelöscht, die noch darin gespeichert waren. Die paar wenigen, die ich retten konnte, seht Ihr hier. Für weitere…. nun ja… muss ich wohl nochmal wiederkommen…

 

Ravenna

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Ravenna

An meinem letzten Tag in Ravenna habe ich tatsächlich noch Leute kennengelernt – obwohl man mir, wie ich bereits andernorts erwähnte, gesagt hatte, dass die Ravennati doch eher verschlossenere Menschen wären. Mein neuer Bekannter, wegen dem ich mittags noch fast den Zug nach Rimini verpasst hätte, lief mir am Abend nach meiner Rückkehr glatt nochmal über den Weg und überredete mich, mit ihm in eine Bar zu gehen – die übrigens in Ravenna alle um 24.00 Uhr dicht machen müssen, wer Party und Nachtleben will, muss dann die einstündige Fahrt nach Rimini oder Riccione in Kauf nehmen.

Die Bar wurde geführt von Chiara, eine Neapolitanerin, die in den USA einst Wirtschaft und Management studiert hat und am Ende in Ravenna gelandet ist, wo sie nun eben diese Bar führt. Obwohl sie in der Regel nur roten Wein da hat, hat sie für mich eine Flasche Weißen hervorgezaubert – ein Geschenk, das sie ohne mich wohl nie geöffnet hätte, weil sie selbst nicht so gerne weißen Wein trinkt. Während wir uns also so betüdelt haben mit dem echt leckeren Wein, haben wir uns so über das Leben allgemein und Italien im Speziellen unterhalten.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ich von Italienern verwunderte Reaktionen auf meine Auswanderpläne erhalte, nachdem Chiara aber sogar schon dafür Unverständnis zeigte, dass man überhaupt in Italien – und noch dazu in Ravenna – Urlaub macht, hielt ich mich über meine weiteren Pläne lieber zurück. Sie wäre nicht die Erste, die mir meinen Verstand abspricht. 😀

Wieso also Urlaub in Ravenna?! Nun, zunächst einmal, bin ich ja nicht nur im Urlaub, sondern auf Mission. Ich möchte ein Eckchen finden, wo ich mich wohl fühle. Wo ich die nächsten Monate bis Jahre oder vielleicht den Rest meines Lebens verbringen kann. Dafür habe ich ein paar Eckpunkte als Grundkriterien im Kopf, die auf Ravenna eben zutreffen:

  • Nicht zu groß ✓
  • Am Meer ✓ (na gut, fast, lange her, dass sie wirklich am Meer am Meer lag – so 1579 Jahre…)
  • Kein Nationalistengebiet ✓
  • Angenehmes Ambiente ✓

Ravennas Straßen verlaufen kreisrund um das Stadtzentrum, was die Orientierung der rund 160.000 Einwohner großen Stadt erheblich erleichtert. Die Piazzen / -as sind überschaubar groß, die Einkaufsstraße gepflegt und ansprechend, das Kulturangebot und die Verpflegung unterwegs gesichert. Die Größe und Überschaubarkeit der Stadt ermöglicht es, die Sehenswürdigkeiten im Grunde an einem einzigen Tag abzuklappern. Zumindest, wenn man sich nicht mit jeder einzelnen davon stundenlang aufhält. Da aber Geschmäcker und Interessen verschieden sind, sollte man ruhig einen Tag mehr einplanen, wenn man Ravenna besucht. Ich machte mir meine Besichtigungsfaulheit derart zunutze, dass ich von Ravenna aus noch zwei Tagesausflüge, je einen nach Rimini und einen nach Ferrara, machte.

Einige der Highlights Ravennas entdeckte ich daher zum Teil auch erst nach Einbruch der Dunkelheit. Am Baptisterium der Arianer zum Beispiel bin ich mehr oder minder durch Zufall vorbeigewackelt, als ich den bisher peinlichsten Restaurantbesuch meines Lebens hinter mir hatte. Es steht nämlich direkt um die Ecke. 😀 (Hätte man mich am nächsten Tag aufgefordert, es wiederzufinden, ich hätt’s nicht geschafft. Geb ich zu.) Ein paar hundert Meter weiter bin ich dann, weil ich – ebenfalls eher zufällig als geplant – statt der Hauptstraße, Seitenstraßen für den Heimweg gewählt habe, an der Kirche San Vitale vorbeigekommen. Leider eine mittelgroße Baustelle zur Zeit. Aber das orangefarbene Licht der Straßenlaternen hat dem byzantinischen Bauwerk auch in der Nacht eine ganz eigene, mystisch-mächtige Atmosphäre beschert. (Mittlerweile bereue ich etwas, nicht drin gewesen zu sein, da sich hier in den Gewölbedecken die Mosaikmeister Ravennas verewigt haben.)

Ravenna_25.1Ravenna_23.2Zwischen dem Baptisterium und der San Vitale bin ich noch an einem anderen Kirchenbau vorbeigekommen – dessen Zuordnung mir im Nachhinein leider nicht mehr möglich ist, der mich aber trotzdem einen Augenblick hat innehalten lassen, weil im Bereich rundherum die Erde zu Teilen ausgehoben war und den Blick auf Jahrhunderte altes Mauerwerk frei gibt. Ähnlich wie bei dem zufällig entdeckten Haus eines römischen Arztes in Rimini, dachte ich auch an dieser Stelle schon:

Man hat manchmal das Gefühl, als würde man über dem antiken, römischen Reich spazieren gehen, wenn man in Italien unterwegs ist.

Vielleicht – oder nicht vielleicht, sondern sogar eher ziemlich wahrscheinlich – macht das für mich den Reiz, das Flair Italiens überhaupt erst aus. Vom Meer mal abgesehen.

Es scheint manchmal, als müsse man nur zwei Zentimeter Erdschicht abtragen und man könnte zumindest die Grundrisse, wenn nicht gar noch ganze Häuserzeilen aus längst vergessenen Zeiten entdecken. Als hätte einfach jemand mit einem riesigen Bagger das Italien der Römer zugeschüttet und neue Städte darauf platziert. Das ist eine ganz besondere Magie, die es in Deutschland in der Form nicht gibt. (Ja, ja, ich weiß, Limes und so…gähn… 😉 ) Und das ist auch etwas, das erfahrungsgemäß oft nur „Außenstehende“ so wahrnehmen. Ich schätze, wenn man damit aufgewachsen ist, ist das eben Normalität. Ich dagegen bin in Italien immer von einem gewissen Wabern umhüllt, das ich nicht näher beschreiben kann, das mich aber immer begleitet. Vielleicht ist das so ein Reinkarnationsding, keine Ahnung. Bevor ich jetzt aber komplett abdrifte, schnell zurück nach Ravenna…! 😀

Die Einkaufsstraße ist sehr aufgeräumt – überhaupt ist die ganze Stadt sehr aufgeräumt –, wirkt dank heller Bodenplatten und den Schaufenstern sehr freundlich und offen. Ich bin mal so freimütig zu behaupten, dass sie ein Versuch ist, dem historischen Stadtkern einen romantisch-modernen Anstrich zu verpassen. Dabei wäre das eigentlich gar nicht nötig, finde ich, denn die Altstadt besticht durch ihren abwechslungsreichen Charme (ich sag nur byzantinische Kirchen, Venezianische Paläste…). Hübsch ist die Via Cavour aber allemal und sie lädt zum ausgiebigen (Window-) Shopping und Schlendern ein. Wenn es nicht, wie bei mir leider zeitweise immer mal wieder, gerade regnet.

Ans Meer hab ich’s in Ravenna aufgrund meiner doch recht begrenzten Zeit dort (und der Entscheidung entweder ans Meer oder nach Rimini (= Meer) zu fahren) leider nicht geschafft, aber Marina di Ravenna soll bei entsprechendem Wetter ein wunderschöner Strandabschnitt an tiefblauem Mittelmeer sein.

In Anbetracht der Tatsache, dass Ravenna einstmals – wohl zu der Zeit noch direkt am Meer und somit wirtschaftlich und strategisch keine ganz ungeschickte Lage – Herrschersitz der weströmischen Kaiser war, ist es eigentlich wenn schon nicht verständlich, so in jedem Fall aber mächtig schade, dass die Stadt so an Ansehen bei den Touristen verloren hat. Im Grunde bietet Ravenna alles für einen Kurzurlaub, genauso wie für einen längeren Aufenthalt: Meer, Kultur, gutes Essen, lecker‘ Wein. Ich stelle diesen Artikel also nun nach reiflicher Überlegung (exakt 10 Sekunden) in den Dienste des Tourismusverbandes Ravennas (sofern es den überhaupt gibt und sofern er ihn überhaupt haben will 😛 ) und halte hiermit mal ein entsprechendes Plädoyer für die Stadt! 😉

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Ein Abstecher nach Ferrara

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Ein Abstecher nach Ferrara

Fahr nach Ferrara, haben sie gesagt. Es ist schön dort, haben sie gesagt.
Also tu‘ ich, wie mir geheißen und fahre nach Ferrara – eine Stunde im Zug…kann man machen. Wo ich ja eh schon in der Gegend bin.

Schon die Strecke dahin war vor allem eins: neblig. Schade, denke ich so bei mir, aber da kann Ferrara nix für, also bleiben wir motiviert und neugierig.

Leider wurde meine Neugierde ein bisschen gedämpft. Als ich aus dem Bahnhof kam, war ich wie vom Donner gerührt – das sollte die Stadt sein, von der mir alle gesagt haben, sie sei so schön? Also einmal tief durchgeatmet und den Schildern in Richtung Zentrum gefolgt. Kann ja nur besser werden – ein netterer Empfang hätt’s trotzdem werden dürfen. Nun gut, jetzt ist es eben so.

Nach circa 15 Minuten ist man vom Bahnhof ins Zentrum gelaufen, der Weg dorthin? Unspektakulär! Und zwar so unspektakulär, dass das einzig nennenswerte, das mir passiert ist, der Roma war, der mit den Worten „Ciao Bella“ seine Zigarettenschnorrerei einleiten wollte und den ich gekonnt ignoriert habe. Ich hab auf die harte Tour gelernt, dass auf ein „Ciao Bella“ nie etwas Gutes folgt – früher oder später kommt die hässliche Fratze der Wahrheit ans Licht. (Ok, das ist übertrieben und auch absichtlich übertrieben – es lebe der Zynismus!)

Wie dem auch sei. Ich versuche nach Kräften das Wetter – das wohl am besten mit dem Wort „eklig“ beschrieben werden kann – zu ignorieren und komme schließlich durch einen der etlichen Torbögen im Stadtzentrum an.

Ich kann nicht sagen, dass das Zentrum nicht spektakulär ist in seiner typischen Romagna-Struktur! Nein, das kann ich wirklich nicht sagen. Eine riesige Piazza erstreckt sich durch das Zentrum, die Architektur der Palazzi und Kirchen ist atemberaubend und die Galerien, die mich in Bologna schon so…ja, man kann’s ruhig so sagen…verzaubert haben, sind nicht nur echt schön und prägen das komplette Stadtbild, sie sind auch noch extrem praktisch in Anbetracht des einsetzenden Nieselregens. (Übrigens, Emiglia-Romagna, was ist das eigentlich mit diesen Vorhängen draußen an den Fenstern? Das ist mir in Bologna das erste Mal aufgefallen, dann in Ravenna, jetzt in Ferrara…woher die Tradition kommt, wär mal interessant herauszufinden. Mach ich vielleicht zu gegebener Zeit. Wenn’s aber jemand weiß, darf er mir gerne einen Kommentar da lassen!)

Es ist nicht so, dass das Zentrum hässlich wäre oder langweilig. Das wirklich nicht, aber irgendwie…packt es mich nicht. Was dagegen augenblicklich meinen Blick fesselt, sind die engen Gassen und Verbindungssträßchen im Stadtzentrum, die geradezu dazu einladen, sich zu verlaufen – ok, MICH zu verlaufen 😉 Ein kleines bisschen kann man sich vorstellen, wie Ferrara wohl zu den Hochzeiten des römischen Reiches ausgesehen haben muss, als die Piazzen (oder Piazzas?) voller Marktstände und Rednerpodien waren. Ich schätze, das macht auch den hauptsächlichen Reiz der Stadt aus. Aber so richtig konnte sie mich trotzdem nicht fesseln. Vielleicht tue ich der Stadt unrecht. Aber es ist eben mein ganz subjektives Gefühl. Ich und Ferrara? Wir passen nicht zusammen. Auch wenn es hier die älteste Kneipe der Welt (gegründet 1435) gibt und eine der ersten Pizzerien überhaupt (hier gibt es nur zwei Pizzen; Margherita und Napoletana). Aber Liebe auf den ersten Blick ist ja auch kein Garant dafür, dass eine Beziehung hält – vielleicht muss sich unser Verhältnis langsam entwickeln?!

Vielleicht muss ich Ferrara nochmal eine Chance geben irgendwann… Aber unser erstes Date ist jedenfalls nicht so berauschend gelaufen. Mehr als ein Abschiedskuss (auf die Wange) wird wohl nicht drin sein, wenn ich in zwei Stunden den Zug zurück nach Ravenna nehme.

On a positive note:

  1. Die Leute scheinen mir hier sehr aufgeschlossen, zumindest was ich anhand meiner Erfahrung beim Piadina-Essen und später beim Aperitivo (um 15.30 Uhr wohlgemerkt, also um etliches „zu früh“, aber das war ein bisschen der Langeweile geschuldet) sagen kann. Smalltalk läuft.
  2. Ein Aperol-Spritz kostet sogar im Zentrum nur 3,50. In Ravenna habe ich an der Piazza del Popolo das Doppelte dafür bezahlt.
  3. Ich weiß, zwar durch Zufall, genau wie in Ravenna, aber immerhin, schon jetzt, wo das INPS ist, was für einen Umzug nach Italien gar nicht mal so ganz unwichtig ist.

 

 

Wie man sich zum Gesprächsthema des Abends macht

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Wie man sich zum Gesprächsthema des Abends macht

Meine höchstpersönlich erlebte und eigens erfundene Anleitung, um sich zum abendfüllenden Gesprächsthema (oder zumindest Inspirationsquell für Gespräche) zu machen:
Man nehme eine ordentliche Prise Ortsunkenntnis, mische sie mit der Grundzutat „grundsätzliche Verpeiltheit“ und lasse sie auf die Bewohner Ravennas los!

Vorzugsweise gegen Abend, wenn die Sonne schon untergegangen ist, der Aperitivo eingenommen und der Hunger sich bemerkbar macht. So gegen 18.30 Uhr ist ideal.
Dann irre man ein wenig ziellos durch die fremde Stadt und werde auf ein Hinweisschild aufmerksam, auf dem für eine nahegelegene Osteria geworben wird. Man denke „lecker, frischer Fisch“ und steure auf besagte Osteria zu, blicke durch die vor der Tür ausgelegte Speisekarte und entscheide sich spontan, einzutreten.

Dann mixe man deutsche Sprachstruktur auf italienische Sprachpraxis angewandt unter und frage, ob man sich setzen dürfe. Wenn der Kellner dann sagt: Wir öffnen aber erst um sieben, antworte man: Kein Problem, ich kann auch warten – meint aber eigentlich, „kein Problem, ich kann später nochmal wiederkommen“, hat es aber eben nicht so gesagt! Woraufhin besagter Kellner einen zum Tisch bringt und die Kellnerin Dir um die Wartezeit zu überbrücken Wasser und Wein (hat ein bisschen was biblisches, oder) anbietet. Man entschuldige sich ehrlich – das ist wichtig für das weitere Gelingen – für das Missverständnis und hänge noch dran, dass man die Öffnungszeiten nicht gesehen habe.

Dann warte man am ausgewählten Tisch und seie peinlich berührt wenn man sehe, wie sich das Personal an einen Tisch setzt und erstmal selbst noch zu Abend isst, bevor das Geschäft losgeht und vertreibe sich die Zeit in dem man einen Blogartikel über diese Peinlichkeit verfasst und versucht ihn einigermaßen lustig zu verpacken 😛

Wenn zwischendurch die Kellnerin nochmal kommt und fragt: „Sie sind nicht aus Romagna, oder?!“ hat man es fast geschafft. Jetzt muss man nur noch sagen, dass man Deutsche ist und schon kann man „überhören“, wie das Personal beim Abendessen über einen redet. (Und über Deutsche allgemein, über Deutschland, über die deutsche Sprache…. Gott sei Dank höre man dann irgendwann auch, dass sich das Gespräch langsam aber sicher über sprachphilosophische Ansätze hin in andere einen selbst nicht mehr betreffenden Gefilde ausläuft!)

Daraufhin sitze man mit rotem Kopf (immerhin hat man ja vor eineinhalb Stunden erst einen Aperol-Spritz und nun schon wieder Weißwein getrunken, dazu gesellt sich noch bereits beschriebene Verlegenheit sowie der Umstand, sich einen Platz direkt an der Heizung ausgesucht zu haben) am Tisch und bestelle sich Scampi con salsa di cioccolato!
Während man dann brav tippend weiter wartet, kommt mit ein bisschen Glück der Kellner vorbei und bietet trotz dass man nur einen Gang bestellt hat eine Suppe an – Geschenk des Hauses. Also esse man trotz aller Peinlichkeit, Verlegenheit und gespannter Vorfreude auf Scampi in Schokoladensoße (!) eine Gerstensuppe.

Kulinarisches Fazit: Ein Spektakel für die Geschmacksknospen, für das sich der peinliche Auftritt allemal gelohnt hat! 😉

 

Museo Dantesco Ravenna

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Museo Dantesco Ravenna

Dante Alighieri, Politiker, Philosoph, Schriftsteller, ist nach einem recht wechselhaften Leben im Laufe dessen ihn die Florentiner aus der Stadt getrieben hatten, im September 1321 in Ravenna verstorben. Die Stadt gedenkt ihm – und seiner großen Liebe Beatrice, die für ihn Inspiration zu und Protagonistin in seiner Göttlichen Komödie war – in Form von Straßennamen, Restaurants, die nach ihm benannt sind, einem gleichnamigen Theater und eben einem Museum.

Das Museo Dantesco ist sehr zentral gelegen und bietet neben dem Grab Alighieris eine als Rundgang angelegte Installation zu Dantes Leben und Lebenswerk. Ich bin ja eigentlich nicht so sehr der Museumstyp, aber ein großer Verehrer Alighieris, also wäre ich um diese Ausstellung nicht mal herumgekommen, wenn ich es gewollt hätte.

In der Ausstellung durchläuft man quasi die drei Stationen, die er in der Göttlichen Komödie als den Weg beschreibt, der einen zum Seelenheil und zur Erkenntnis über Wahrheit und die wahre Liebe führt. Und ehrlich gesagt, eine einzelne Träne habe ich schon verdrücken müssen…

Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro, also keine übermäßige Investition und er lohnt sich wirklich! Wen’s doch mal hierhin verschlägt, dem sei ein Besuch des Museo Dantesco in jedem Fall ans Herz gelegt.

Die Installation spielt mit klassisch historischen und modernen Elementen – so gibt’s Originalseiten der göttlichen Komödie ebenso zu bestaunen, wie eine Wand, in der die Göttliche Komödie als Comic interpretiert wurde. Außerdem erzählen Filme aus dem Leben Dante’s und über die Entstehung seines weltberühmten Epos.

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3 Tage – 3 Städte

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3 Tage – 3 Städte:

Startpunkt Ravenna

Es ist jetzt eine Woche her, dass ich von meiner Reise nach Ravenna zurück gekommen bin. Ich habe in dreieinhalb Tagen drei Städte (wenn man die 3 Stunden Aufenthalt in Treviso mitrechnet, sogar 4) besucht und entsprechend viele Eindrücke muss ich nun erst einmal verarbeiten.

Allein in Ravenna habe ich so viel gesehen und erlebt, dass es für mindestens zwei, drei oder mehr Artikel reicht, damit ich wirklich allen Aspekten der Stadt gerecht werde. Zunächst also mal ein allgemeiner Eindruck der Küstenstadt in Emilia-Romagna.

Ravenna ist eine für die Region typische Stadt – epochale Bauten, Arkaden, Vorhänge außen vor den Fenstern.

Vorhänge draußen Ravenna

Außerdem ist Ravenna die Stadt des Mosaiks…

mosaik ravenna

…der Ort, an dem Dante Alighieri begraben wurde…

tomba di dante ravenna.JPG

…und wo eine Vielzahl von Monumenten besichtigt werden können, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden sind, die Stadt wo auf zwei Lega-Nord-Sticker ein Giardino Le Partigiane,

giardino le partigiane ravenna

eine Piazza della Resistenza

piazza della resistenza fontane

und eine nicht zählbare Menge antifaschistischer Bekundungen in Form von Aufklebern und Wandparolen

antifascisti ravenna

kommt (puh!).

Ich bin mittwochs geflogen und habe am Montag zuvor noch einen Bekannten getroffen, von dem sich per Zufall rausstellte, dass er aus Ravenna kommt und seine Schwestern und Eltern dort noch leben. Er hat mir den Kontakt zu seiner Schwester hergestellt, sodass ich zumindest eine Anlaufstelle schon mal hatte. Diese hat mich dann auch gleich für Donnerstag zum Frühstück eingeladen und mir erzählt, dass sie nicht verstünde, weshalb Ravenna in der Gunst der Touristen so weit abgeschieden liegt – gerade ob der Nähe zum Meer (12 Kilometer mit dem Bus #70) und der vielen Weltkulturerbe. Außerdem erzählte sie mir, dass die Bewohner der Stadt für Italiener ungewöhnlich verschlossen seien.

Ich selber kann das so nun weder bestätigen, noch widerlegen, da ich tatsächlich nur mit ihr und den Bedienungen in Bars, Lokalen und Restaurants Kontakt hatte. Und mit einem Tunesier und einer, die ursprünglich aus Neapel kommt. Ach, doch! Mit einer Gruppe Jugendlicher (oder so um die zwanzig Jahre), die ich leicht angetüdelt mit meinen Weisheiten beehrt habe. Da ich ja allerdings wieder mit AirBnB verreist war, muss ich sagen, dass meine Mitbewohnerin auf Zeit und ihre Mutter eigentlich sehr aufgeschlossen waren. Macht doch eigentlich einen recht guten Schnitt, wie ich finde.

Ravennas Straßen verlaufen im Kreis um das Zentrum herum, was die Orientierung enorm erleichtert. Alles in allem ist die ganze Stadt sehenswert, aber mich haben besonders folgende (ausführliche Artikel folgen) angesprochen:

  • das Museo Dantesco,innenhof mueso dantesco
  • die Basilika San Francesco (direkt daneben)
  • und die Via Mazzini im Stadtzentrum.

Beeindruckend sind natürlich auch der Dom…

…und die Basilika San Giovanni Evangelista, letztere aber irgendwie auch spooky, weil irgendwer es scheinbar für eine gute Idee hielt, Passanten / Besucher / Ungläubige (hrhrhr) mit gregorianischen Chören (vielleicht auch andere, aber Chöre. Und klerikal.) zu beschallen:

Da bekommt selbst ein überzeugter Atheist (oder wenigstens Skeptiker) wie ich ein schlechtes Gewissen (womit die katholische Kirche sich ja bestens auskennt, aber das ist ein anderes Thema)… 😀

Die Innenstadt mit ihrer historischen Architektur und der wirklich hübschen Einkaufsstraße (Via Cavour) haben mich schon schwer begeistert, muss ich sagen. Und wer gedacht hat, dass nur Pisa die Nummer mit dem schiefen Turm drauf hat… Falsch gedacht! 😀

torre pendente ravenna

Wer in Ravenna lecker frühstücken oder Piadina essen will, sollte für ersteres gerne die Pasticceria Ferrari, für zweiteres unbedingt das Cà de Ven besuchen.

ca de ven ravenna

Und wer kein Problem mit der Omnipräsenz Dantes hat, für den lohnt sich ein Besuch in Ravenna allemal (ausführlicheres folgt die Tage) und wem’s doch mal zu viel wird…hey, Ferrara und Rimini (auch dazu bald mehr) sind nur eine Stunde von hier weg. (Aber ich kann schon mal verraten, auch dorthin wird Alighieri Euch folgen 😀 )