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Fundstück des Monats: Mai

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Fundstück des Monats: Mai

Woran denkt man, wenn man an Italien und das Fernsehen denkt?

Mir ist vor allen Dingen ein Bild in Erinnerung geblieben, seit ich im zarten Alter von 10/12 Jahren das erste Mal im Wohnwagen meines Onkels in der Campingglotze am Lago Ranocchio mit italienischem TV konfrontiert wurde… Ein Bild, das sich dann Jahre (oder Jahrzehnte, wenn ich’s recht bedenke) später nochmal in einem Hotel in Turin manifestiert hat…

Frauen!

Viele! Frauen!

Viele halbnackte Frauen.

Viele halbnackte bis ganz nackte Frauen. Überall. Egal, ob sie in den Kontext passten oder irgendeinen (meistens keinen) Zweck erfüllten.

Tittöööööönnnnn…

Ein TV-Programm gemacht von Männern für Männer. Ein TV-Programm gemacht, um die niedrigsten Instinkte anzusprechen. Ein TV-Programm, dass das römische Motto „Brot und Spiele“ wieder aufleben ließ. Böse Zungen könnten es Volksverdummung nennen.

Ist es besser geworden? Eh…. Sagen wir mal, es ist vielfältiger geworden, sodass man an tanzenden Mittzwanzigerinnen im Minirock bei Bedarf einigermaßen herumkommt.

Meistens.

Oft.

Und wer oder was zeigt sich für dieses Qualitätsfernsehen, das jahrzehntelang in italienische Haushalte flimmerte verantwortlich?

Ich sag‘ nur: Bunga Bunga… 😉

Vor kurzem habe ich in einer ARD-Dokumentation dann einen Ausschnitt aus dem Film „Videocracy“ von Erik Gandini entdeckt, indem es genau darum geht. Um Bunga-Bunga-Berlusconi, sein Imperium, sein Fernsehprogramm, seine Macht.

Schade, dass der Film schon 7 Jahre alt ist, denn ich hätte ihn gerne als absolute Neuentdeckung präsentiert. Aber macht nix, geht auch so. 🙂 Interessant und lehrreich ist er allemal. Und leserorientiert, wie ich nunmal bin, hab ich keine Mühen gescheut und das Internet einmal kräftig durchwühlt und auf den Kopf gestellt, um den Film sowohl in deutscher Sprache (naja, zumindest synchronisiert. Über das Englische drüber, das über das Italienische drüber synchronisiert wurde. Aber man versteht’s. 😀 ) als auch auf Italienisch zu finden.

Mein (verspätetes) Fundstück des Monats im Mai ist also: Videocracy… Viel Spaß! 🙂

Argh! Cornetto im Ohr!

PathetikHeute bin ich vielleicht etwas pathetisch, aber ich muss das unbedingt loswerden.

In der italienischen Fernsehwerbung verfolgt mich seit Monaten dieser Cornetto-Eis-Werbespot, von der mir dieser Song einfach nicht mehr aus dem Kopf geht. Gestern hab ich das erste Mal das Originalvideo gesehen und fass es immer noch nicht, dass mir ausgerecht ein „schnödes“ Werbelied so einen sprichwörtlichen Tritt in den Allerwertesten verleiht und mich ausgerechnet ein Werbelied nicht mehr loslässt… Langnese ist doof! So! 😉

Jedenfalls ermutigt mich Cesare Cremonini mit seinen Worten gehörig. Ich hab mir mal die „Mühe“ gemacht, den Text (frei) zu übersetzen.

Gute Reise, egal ob Abfahrt oder Ankunft,
sei’s für den Rest deines Lebens oder nur für einen Tag,
sei’s für immer oder nur eine Sekunde lang.
Die Magie besteht darin, den Weg ein wenig zu genießen.
Ganz gleich, mein Schatz, in jedem Fall geh‘,
pack‘ die Koffer und mach die Lichter aus daheim.

Keine Angst, einfach alles zurück lassen und gehen
aufbrechen, um nochmal anzufangen,
denn nichts ist realer als eine Illusion
und egal, wie viel Weg noch vor dir liegt, das Ende wirst Du lieben!

Teil die Liebe….(8x)

Wer hat gesagt, dass all das, was wir suchen
nicht ohnehin schon in unseren Händen liegt
und dass man die Sterne nur von fern betrachten kann?!
Ich wart‘ auf dich, dort wo meine Stadt auf den Horizont trifft.
Aber auf den Fotos hast Du rote Augen
und siehst darauf nicht wirklich gut aus.

Keine Angst, einfach alles zurücklassen und weggehen
aufbrechen, um nochmal anzufangen,
denn wenn Du mal darüber nachdenkst, sind wir hier doch sowieso nur auf der Durchreise
und egal, wie viel des Weges noch zu gehen ist, das Ende wirst Du lieben!

Teil die Liebe…..(8x)

Die Welt ist nichts weiter als ein Meer von Worten
und so wie ein Fisch, kannst auch Du nur schwimmen, wenn die Wellen gut sind.
Und sei es noch so schwer zu erklären, es ist nicht wichtig wohin, es zählt nur dass man geht!
Also geh auf jeden Fall egal, wieviel des Weges noch vor Dir liegt.

Teil die Liebe….(8x)

Gute Reise, sei’s eine Abreise oder eine Rückkehr,
sei’s ein Leben lang oder nur für einen Tag,
wir sind ja eh nur auf der Durchreise
und ich will den Weg ein bisschen genießen
also, mein Schatz, geh auf jeden Fall! Gute Reise

Teil die Liebe….(8x)

Dieser Ohrwurm ist einer der schlimmsten, unter denen ich bisher „gelitten“ habe – aber er macht mich auch glücklich…. 😀

Auf und davon (2)

VOX, die 2. und letzte

Entscheidung gefallen

Ich habe mich nach einigen Rücksprachen mit meinem Freund endgültig dagegen entschieden, das Fernsehen in mein Leben zu lassen.

Im Scherz meinte sein Vater: „Wenn sie uns 20.000 Euro geben, dürfen sie in unserem Haus filmen…“

Aber im Ernst.

  1.  Ich möchte weder, dass mein Chef statt von mir von Kollegen oder direkt aus dem Fernsehen erfährt, welche Pläne ich habe.
  2. Ich fürchte um meine Privatsphäre und darum, wie ich am Ende im Zusammenschnitt dargestellt werde.
  3. Es wäre eventuell etwas anderes, wäre nur ich davon betroffen. So aber wären mindestens 4 andere Personen Teil „meines“ Experiments.
  4. Ich möchte meinen letzten richtigen Urlaub dieses Jahr nicht dafür opfern, mindestens die Hälfte der Zeit von einem Kamerateam begleitet zu werden und „Szenen“ zu stellen, statt mein Leben zu leben.

OchnöööKlappe zu, Affe tot. Diese Idee ist also abgehakt.

Zwar werde ich mein Profil auf besagter Seite nicht löschen, aber ich werde einfach andere Angebote forcieren. Immerhin sind dort auch seriöse Ausschreibungen im Bereich „irgendwas mit Medien“ zu finden.

Auf und davon (1)

Vor wenigen Tagen habe ich – eigentlich mehr zum Spaß – ein Profil auf einer Freelance-Künstler-Seite erstellt und bin dabei über eine Anzeige gestolpert, worin für eine TV-Produktion nach Menschen mit Auswanderplänen bzw. Leuten, die ihre große Liebe im Ausland gefunden haben, gesucht wurde.

Ich habe meinem Freund davon erzählt und er war erstmal okay damit. Wahrscheinlich hat er, genauso wenig wie ich, wirklich damit gerechnet, dass da eine Rückmeldung kommen würde.

Gerade eben nun klingelt aber mein Telefon und es meldet sich die Redaktion von VOX‘ „Auf und davon“ bei mir! Man fände mein Profil interessant und bat mich kurz die Geschichte mit meinem Freund zusammenzufassen.

Die Redakteurin war begeistert von mir – hahaha – und bat mich nun noch um ein kurzes Selfie-Video mit der Handykamera, das ich möglichst noch diese Woche zusenden könne, damit sich auch die Chefredaktion ein Bild von mir machen könnte. Von mir und meiner Geschichte. 😀

Ich habe natürlich eingeworfen, dass ich so oder so noch nicht wüsste, ob denn die Familie meines Freundes mit Dreharbeiten im eigenen Haus einverstanden wäre. Aber ich denke, da muss ich mir auch von der VOX-Redaktion nochmal erklären lassen, was sie eigentlich so geplant haben. Drehtage, Drehorte und vor allem wieviel Aufwandsentschädigung! 😀

Schließlich will ich meinen zweiwöchigen Urlaub nicht komplett einer Sendung opfern, sondern vor allem flieg ich ja dorthin, weil ich Zeit mit meinem Freund verbringen will! Naja, wir werden sehen, wie und ob und bis wohin es weitergeht.

Außerdem eilt solchen Sendungen ja auch ein gewisser Ruf voraus, wie sie mit den Rechten und Privatsphären der Protagonisten umgehen. Ich weiß auch nicht, ob ich wirklich die Familie meines Freundes dort mit reinziehen will. Hm…….

Ich denke, ich halte Euch auf dem Laufenden! 😀

In diesem Sinne: mettiamoci in mare! 😀

Wie Barilla mir den Mythos „Zorro“ zerstörte

Dass das Fernsehen bei den Italienern eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt, ist ein weit verbreitetes … nun ja … Wissen. Ich war darauf vorbereitet, als ich 2014 das erste Mal zu meinem Freund geflogen bin.

Und tatsächlich. Schon zum Frühstück lief die Flimmerkiste. Zumindest, um den Zweck der Hintergrunduntermalung zu erfüllen. Das war auch noch gar nicht so schlimm. Man passt sich ja an und so.

Irgendwann kam unweigerlich der Moment, in dem das laufende Programm unterbrochen und Werbung eingespielt wurde. Soweit auch noch nichts besonderes.

Als dann aber Antonio Banderas mir als Müller davon erzählte, dass er in seiner weißen Mühle (Mulino Bianco ist ein Tochterunternehmen von Barilla) das beste Brot, die besten Cornetti und saftigsten Biscotti herstellte, war ich tatsächlich etwas … überrascht.

Und ja, ich spreche hier tatsächlich von dem Antonio Banderas, der dereinst als maskierter Ehrenmann den Rächer gab. In Italien veräppeln mittlerweile auch die Comdians seine dahingehauchten Werbezeilen:

Bis jetzt habe ich sicher mindestens 5 verschiedene Mulino-Bianco-Spots mit Antonio Banderas gesehen. Für Barilla scheint es sich zu lohnen, denn immerhin haben sie mit Zorro’s Gesicht eine Art Corporate Identity für ihr Gebäckunternehmen geschaffen.

… und nebenbei haben sie mir das Bild von Zorro für immer entzaubert. Denke ich heute an Zorro, kann ich nicht umhin, mir Mehlstaub auf seinem schwarzen Umhang und der obligatorischen Maske vorzustellen.

Überhaupt scheinen die Italiener etwas dafür übrig zu haben, dass Hollywoodgesichter ihre Produkte bewerben.

Woher dieser Faible genau kommt, habe ich noch nicht so wirklich herausgefunden, aber ich werde der Sache auf den Grund gehen. Ich werde ja – im besten Fall – den Rest meines Lebens dafür Zeit haben, das herauszufinden.