Category

Geschichte

Category

Lecce

leggere in italiano »italy

read in English »united-states

Lecce

Weiter in den apulischen Süden kann man kaum vordringen. Wobei. Doch! Ein bisschen was geht da immer noch. Und dort lässt sich ein wahres Paradies entdecken. Dazu aber die Tage mehr.

Zunächst einmal möchte ich Euch das „Florenz des Rokoko“ vorstellen. Ein von Künstlern und Kunsthandwerk geprägtes Kleinod knapp eineinhalb bis zwei Autostunden von Bari entfernt. Und dann noch mal 20 – 30 Autominuten nach Osten zur Adria und fast eine Stunde zum Meer an der Westküste des Stiefelabsatzes.

Die Barockeinflüsse sind in den Bauwerken der Altstadt nicht zu übersehen. Vor dem Eingang des Zentrums wurde – wie so oft in Italiens Städten – ein römisches Amphitheater freigelegt. Ein kleines. Gerade einmal Platz für 20.000 Besucher bot es laut Hochrechnungen und Wikipedia. Aber irgendwie doch eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass es aus dem 2. Jht n. C. stammt und Lecce im 19. Jht von gerade einmal 16.000 Menschen bewohnt war. Ist also anzunehmen, dass die Stadt im römischen Reich ein bevölkerungsreicher Dreh- und Angelpunkt war.

Den Beinamen „Florenz des Barock“ verdankt Lecce seinem ortstypischen Stein, der dort seit jeher abgebaut wurde und aus dem die gesamten, historischen Gebäude bestehen. Der Tuffstein aus Lecce ist relativ weich und einfach zu bearbeiten. Es darf also davon ausgegangen werden, dass die Stadt eine Art Exportzentrum für seine Pietra Leccese war und dadurch zu Ruhm und Reichtum gelangte.

Der Altstadt sieht man ihren einstigen, gesellschaftlichen Stand immer noch an. Vielerorts sind die Lokale und Geschäfte von Künstlern dominiert – ein Umstand, den ich persönlich sehr sympathisch finde. (Anders als die Wahlpräferenzen der Leccesi.) Heute ist das kulturelle Leben vor allem durch die Universtät von Salento geprägt, die in Lecce sitzt. Und mit ihr kamen Forschungseinrichtungen und Institute, die dem ländlichen Charakter der Region ein wenig Moderne und Weltoffenheit beimischten. Und natürlich verjüngt eine Universität das Stadtbild auch, was der sehr offensichtlichen Künstlerszene dort sicher zuträglich war.

Ich hätte gut und gerne noch ein, zwei, drei Tage mehr in Lecce verbringen können. Da ich aber auf der Durchreise ans Meer war, musste ich mich mit den wenigen Eindrücken der Stadt und seiner Menschen zufriedengeben.

Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich nochmal wiederkommen werde irgendwann. 🙂

Museo Dantesco Ravenna

leggere in italiano »italy

Museo Dantesco Ravenna

Dante Alighieri, Politiker, Philosoph, Schriftsteller, ist nach einem recht wechselhaften Leben im Laufe dessen ihn die Florentiner aus der Stadt getrieben hatten, im September 1321 in Ravenna verstorben. Die Stadt gedenkt ihm – und seiner großen Liebe Beatrice, die für ihn Inspiration zu und Protagonistin in seiner Göttlichen Komödie war – in Form von Straßennamen, Restaurants, die nach ihm benannt sind, einem gleichnamigen Theater und eben einem Museum.

Das Museo Dantesco ist sehr zentral gelegen und bietet neben dem Grab Alighieris eine als Rundgang angelegte Installation zu Dantes Leben und Lebenswerk. Ich bin ja eigentlich nicht so sehr der Museumstyp, aber ein großer Verehrer Alighieris, also wäre ich um diese Ausstellung nicht mal herumgekommen, wenn ich es gewollt hätte.

In der Ausstellung durchläuft man quasi die drei Stationen, die er in der Göttlichen Komödie als den Weg beschreibt, der einen zum Seelenheil und zur Erkenntnis über Wahrheit und die wahre Liebe führt. Und ehrlich gesagt, eine einzelne Träne habe ich schon verdrücken müssen…

Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro, also keine übermäßige Investition und er lohnt sich wirklich! Wen’s doch mal hierhin verschlägt, dem sei ein Besuch des Museo Dantesco in jedem Fall ans Herz gelegt.

Die Installation spielt mit klassisch historischen und modernen Elementen – so gibt’s Originalseiten der göttlichen Komödie ebenso zu bestaunen, wie eine Wand, in der die Göttliche Komödie als Comic interpretiert wurde. Außerdem erzählen Filme aus dem Leben Dante’s und über die Entstehung seines weltberühmten Epos.

Diese Diashow benötigt JavaScript.