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Porto Cesareo

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Porto Cesareo

Porto CesareoPorto Cesareo ist mein absolutes Apulien-Highlight! ♥ ♥

Ein Fleckchen Erde, dessen Strände mich in die Karibik entführt haben. Und dessen Meer mich fesselte.

Porto Cesareo liegt versteckt und nahezu abgeschnitten von den Stadtzentren am westlichen Stiefelabsatz.

Porto Cesareo scheint ein nicht unwichtiger Militärstützpunkt gewesen zu sein, wie die vier Verteidigungstürme entlang der Küste beweisen. Vier an der Zahl, wovon einer im zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört worden ist.

Porto Cesareo erfreut sich – glücklicherweise – keiner internationalen Massenbekanntheit.

In Bari und Lecce dagegen kennt jeder die 5.000-Einwohner-Stadt. Touristen sind hier vor allem Italiener. Und so sehr ich der kleinen Stadt natürlich wirtschaftlichen Erfolg wünsche, hoffe ich irgendwie auch, dass das so bleibt. Denn würden Horden von Touristen aus aller Welt den kleinen Ort mit seinen weißen Pulversandstränden und dem Meer, das so ein unfassbares Farbenspiel bietet, überlaufen, wäre eine kleine Perle verloren. Und wie schade es einfach darum wäre.

Da ist seine mangelnde Angebundenheit an die öffentlichen Verkehrsnetze vielleicht ein kleiner Vorteil. Andererseits kann, was nicht ist, ja noch kommen. Und gerade für Menschen wie mich, die sich ohne Auto fortbewegen, wäre es natürlich toll, würde das Städtchen einen kleinen Bahnhof bekommen. Selbst wenn die Ferrovie Sud-Est dort nur zwei Mal am Tage hielte, wäre schon ein großer Schritt gemacht. Unwahrscheinlich allerdings, bedenkt man die Autobesessenheit der Italiener. Bisher also erreicht man Porto Cesareo nur mit dem Auto und maximal mit einem Bus von Lecce aus. Aber ganz ehrlich? Mein erster Gedanke war: Vermieten die hier Wohnungen? Ein Lagecheck später ergab: Ja, aber nur im Sommer. Schade.

Porto CesareoPorto CesareoDie unglaubliche Kulisse wäre es mir wert gewesen, diese Odyssee vom Flughafen Bari mit dem Zug nach Lecce mit dem Bus nach Porto Cesareo bzw. zurück jederzeit in Kauf zu nehmen.

Wenn ich jemals eine Vorstellung von Idylle und Paradies hatte, dann wurde sie in Porto Cesareo lebendig.

Rom 4. Das Meer

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Eigentlich hab ich bei der Buchung meines letzten Urlaubs – den ich natürlich nur im Sinne meiner Leser, also Euch, und zum Wohle meines Blogs unternommen hab – einen eklatanten Denkfehler gemacht.

Meine Route war Frankfurt – Bari – Rom – Frankfurt.

Meine Idee war Flucht vor dem unsommerlichen deutschen Sommer und auf jeden Fall ans Meer.

So weit. So gut.

Die Flüge waren rechtzeitig und somit zu günstigen Preisen gebucht.

Das Zimmer bei meinem AirBnB-Host in Bari war noch frei.

Ein Bekannter, den ich noch von einem meiner peinlichen Momente aus dem letzten Urlaub kannte, hatte Zeit, um mit mir über meine Wohnungssuche zu quatschen.

Eine Bekannte, mit der ich mich auf dem Rückflug vom letzten Mal dermaßen lautstark und angeregt unterhalten habe, dass wir das ganze Flugzeug daran teilhaben ließen, war Zuhause und hat sich einen Tag frei genommen, um mir Lecce zu zeigen und mich nach Porto Cesareo an den Strand zu begleiten. (Hab mich ein bisschen verknallt in den kleinen Ort. Leider gibt’s dort Wohnungen nur über die Sommermonate zu mieten… 🙁 )

Und genau hier liegt der Hund begraben.

Nachdem ich in Südapulien das schönste Meer meiner bisherigen Italienkarriere erlebt hatte, war das römische Meer … nun ja … sagen wir, ernüchternd.

Mein Freund und Gastgeber in Rom bezeichnete es ganz treffend als Reise “vom blauen Meer in Lecce ans braune Meer in Rom.”

Braun im Sinne von sturmgepeitschtem Meer bei Regenwetter im Februar in Rimini war es zwar nicht, aber es ist definitiv auf keinsten Fall entschieden überhaupt absolut gar nicht mit dem apulischen Meer zu vergleichen!

Natürlich lass ich mich als Feld-Wald-und-Wiesen-Süddeutsche auf Dauermeeresentzug von so was nicht abschrecken. Auch wenn mein Kumpel sagte, dass das Meer bei Fiumicino zu einem der verschmutztesten Abschnitte um Rom gehöre. Immerhin waren die andern ja auch drin. Und ich bin ein robustes Dorfkind ohne Allergien, trendy Intoleranzen und überhaupt mit einem insgesamt zuverlässigen und funktionalen Immunsystem.

Da schreckt mich doch ein “Wer weiß, was Du Dir da einfängst?!” nicht ab. Die badenden Römer sahen mir jetzt nicht sterbenskrank aus. Manchmal muss man einfach auch ein Risiko eingehen, find‘ ich. Ich benutz‘ ja (wenn sich’s nicht vermeiden lässt) auch öffentliche Toiletten und bin da bisher immer noch heile raus gekommen.

Und auch wenn das römische Meer weder optisch noch geschmacklich oder beim Geruch mit dem Meer bei Porto Cesareo mithalten konnte, hatte es einen entscheidenden Vorteil: Keine Touristen.

Die kommen in aller Regel nämlich nicht zum Baden nach Rom und tummeln sich somit im Zentrum, was die beiden Strandtage in Rom zu einem sehr sonnenbrandreichen Entspannungsaufenthalt werden ließ.

Nur treiben lassen kann man sich im südlichen Adriameer definitiv besser. 😉

 

Übrigens: Ich war noch nicht wieder recht gelandet, da erreichte mich über Whatsapp der Link zu einem Artikel in der Repubblica. “Stark verschmutztes Meer bei Rom” war der Titel. Was ich zunächst noch abgewunken hatte, hatte ich nun also quasi amtlich. Zwar steht da auch, dass sich der Zustand des Meeres bei Fiumicino (als einem Abschnitt von vieren) gegenüber dem Vorjahr nicht verschlechtert hätte, aber nachträglich wird einem schon ein klein bisschen anders, wenn man von “[…] 5,3 Umweltverstößen pro Küstenkilometer […]” liest, womit “[…] die Region Lazio auf Platz drei nach Kampanien und Sizilien in der italienischen ‚Mare Illegale‘-Rangliste schnellt.” Laut dem Artikel haben die Behörden 2015 mehr als doppelt so viele Verstöße verzeichnet (mehr als 1.900) als im Vorjahr. Hm.



Roma 4. Il mare

In realtà ho sbagliato prenotare la mia ultima vacanza – che comunque ho solo preso per voi lettori e per il bene del mio blog – nella maniera in cui l’ho fatto.

La mia rotta era Francoforte – Bari – Roma – Francoforte.

La mia idea era di scappare da quest’estate non estiva tedesca ed in ogni caso andare al mare.

Fin qui tutto bene.

Avevo prenotato abbastanza presto i voli e dunque anche a prezzo basso.

La stanza dal mio ospite AirBnB a Bari era ancora libera.

Una mia conoscenza che avevo incontrato in uno die miei momenti imbarazzanti nella mia scorsa vacanza aveva un po‘ di tempo per me da farsi due chiacchiere sulla mia ricerca di casa.

Un’altra conoscenza che avevo conosciuto l’altra volta sul mio volo indietro e con la quale parlavo a viva voce alta così intrattenevamo gli altri passeggeri era a casa e libera. Mi faceva visitare Lecce e mi accompagnava a Porto Cesareo dove siamo andate sulla spiaggia. (Mi sono innamorata un po‘ del postino. Purtroppo gli appartamenti là si affittano solo sopra l’estate … 🙁 )

E qui casca l’asino.

Dopo essere stata al mare più bello che abbia mai visto nella mia carriera italiana finora, il mare romano era … beh … sconsolante diciamo.

Il mio amico ed ospite a Roma lo chiamava il viaggio “dal mare blu a Lecce al mare marone a Roma.”

Non era marone nel senso di un mare tormento sulla pioggia di febbraio a Rimini, ma non c’è assolutamente, decisamente, definitivamente, veramente nessun paragone al mare pugliese!

Ovviamente io come media tedesca del Sud a deprivazione marina permanente non me ne lascio scoraggiare. Anche se il mio amico mi diceva che il mare a Fiumicino faccia parte die tratti più inquinati intorno a Roma. Eh vabbe, c’erano altri che si stavano facendo un tuffo. Ed io? Io sono una tosta ragazza paesana senza qualsiasi allergia, intolleranza di moda e ho un sistema immuniatrio generalmente fidato e funzionale.

Come se un “Chissà che cosa ti becchi?!” m’intimidasse. I romani che si stavano facendo un tuffo non mi sembravano moribondi. Ogni tanto si deve anche correre un pericolo o no?! Tanto vado anche nei bagni pubblici (se non c’è modo di evitarlo) e finora l’ho sempre sopravvissuto.

E anche se il mare romano non sostiene il confronto con il mare a Porto Cesareo sia dall’aspetto, dal sapore o dall’odore, c’era un grande punto a favore per il mare a Roma: Nessun turista.

Quelli comunque non vanno a Roma per andare al mare e stanno al centro. Così i miei due giorni sulla spiaggia a Roma erano un intrattenimento rilassantissimo ricco di scottatura.

Solo che al mare adriaco ci si può lasciare trascinare in modo migliore. 😉

 

A proposito: Appena riatterrata in Germania ho ricevuto un messaggio Whatsapp con un link ad un articolo sulla Repubblica titolato “Fortemente inquinato il mare di Roma”. Mo‘ era quasi ufficiale ciò che prima non mi preoccupava molto. Anche se c’è scritto che lo stato del mare di Fiumicino (come un tratto di quattro) non si sia peggiorato verso l’anno scorso. Ma posticipatamente ci si viene una sensazione un po‘ spiacevole leggendo da “[…] 5,3 infrazioni per ogni chilometro di costa […]” che sono la causa che “[…] la regione Lazio balza al terzo posto in Italia nella classifica del mare illegale dopo Campania e Sicilia.” Secondo l’articolo “[c]rescono i reati ai danni del mare laziale. Le forze dell’ordine e le Capitanerie di porto nel 2015 ne hanno intercettati ben 1.920, cresciuti del doppio rispetto all’anno precedente (erano 972).” Mh.

Unser Meer

Eine Sache, die mir mittlerweile schon häufiger aufgefallen ist: Die Süditaliener identifizieren sich sehr mit “ihrem” Meer.

Wenn die Hälfte der Passagiere im Landeanflug aus dem Fenster blickt und unisono verzückt aufatmet: “Schau nur, unser Meer”, dann weiß man automatisch nicht nur, wer nur Tourist ist. Man wird außerdem selbst auch etwas wehmütig und sehnsüchtig.

Besonders schön, finde ich es, wenn es nicht mehr “il nostro mare” ist, sondern “mare nostro” oder “nostro mare”.

Denn wer ein bisschen was über die italienische Sprache weiß, weiß vielleicht auch, dass man den Artikel (il oder la) nur bei engen Verwandtschaftsgraden weglässt. Wie bei Vater, Mutter und Geschwistern.

Mia madre, mio mare

In diesem Sinne ist das Meer sozusagen Teil der engsten Familie.

Was auch Sinn macht, bedenkt man dass das Meer oft wichtigste Nahrungsmittelquelle und Arbeitgeber zugleich ist. Es ernährt die Menschen. Wie es eben die Familie tut.

Die Italiener lieben ihr Meer …

… und mal ehrlich: Bei dem Anblick ist das doch auch verständlich, oder?


Das Meer bei Bari - Il mare di Bari
Das Meer bei Bari – – Il mare di Bari
Das Meer bei Molfetta - Il mare di Molfetta
Das Meer bei Molfetta – – Il mare di Molfetta
Das Meer bei Monopoli - Il mare di Monopoli
Das Meer bei Monopoli – – Il mare di Monopoli
Das Meer bei Polignano - Il mare di Polignano
Das Meer bei Polignano – – Il mare di Polignano a Mare
Das Meer bei Porto Cesareo II. - Il mare di Porto Cesareo II.
Das könnte in der Karibik aufgenommen worden sein, ist aber tatsächlich …. (I.) – – Potrebbe essere fotografato ai Caraibi ma in effetti è … (I.)
Das Meer bei Porto Cesareo I. - Il mare di Porto Cesareo I.
… am Strand von Porto Cesareo entstanden. (II.) – – … è fatta sulla spiagga di Porto Cesareo. (II.)

Il nostro mare

C’è una cosa che ho notato parecchie volta andando in Italia: Gli italiani del sud si identificano molto con il “loro” mare.

Quando metà dei passeggeri guarda fuori la finestra mentre l’avvicinamento per l’atterraggio tira un estatico sospiro di sollievo all’unisono e dice: “Guarda, il nostro mare”, non solo si capisce subito chi è solo turista. Ma anche automaticamente ci si diventa ugualmente un po‘ melanconico e nostalgico.

A me particolarmente piace quando non è più “il nostro mare” ma “mare nostro” o “nostro mare”.

Chiunque sa l’italiano un po‘, sa pure che l’articolo viene lasciato via solo per descrivere i parenti vicini. Padre, madre e fratelli per esempio.

Mia madre, mio mare

In questo senso, il mare fa quasi parte della famiglia più vicina.

E tanto ha senso considerando che il mare spesso è la risorsa alimentare e padrone più importante allo stesso tempo. Il mare nutrisce la gente. Come lo fa la famiglia.

Gli italiani amano il loro mare …

… e sinceramente: A quella vista è più che comprensibile, no?

No Triv Referendum

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Es ist also nicht nur bei uns so, dass die Bürger von ihrem einst hart erkämpften, ihrem demokratischsten aller Rechte nicht wirklich Gebrauch machen. (Außer in Zeiten, in denen man sich mit populistischer Meinungsmache wieder Gehör verschaffen kann und mit Parolen und vermeintlich leichten Lösungen für komplexe Probleme auch den letzten Wahlverweigerer aus seinem verstaubten Modereck locken kann. Aber um meine Enttäuschung über die Landtagswahlen und der Besorgnis, mit der ich auf die Bundestagswahlen blicke, soll’s an dieser Stelle nicht gehen.) Direkte Demokratie, wie sie gerne mal gefordert wird, wäre eine Farce in Anbetracht dieser Umstände – und eine gefährliche noch dazu, in Anbetracht der Stimmung in einem Land, in dem der Pöbel sich nach zwei Jahrzehnten Bedenkzeit doch wieder entschlossen hat, sich mit Fackel und Mistgabel zu bewaffnen und brandschatzend auf Hexenjagd zu gehen… lupus est homo homini. (Wobei kein Wolf der Welt so widerlich sein kann, wie der Mensch. Eigentlich tut man dem Wolf damit Unrecht.)

Bis auf ein, zwei Bemerkungen hier und da, versuche ich mich auf meinem Blog eigentlich politisch zurückzuhalten. Wenn ich meine, meiner Meinung Ausdruck verleihen zu müssen, blogge ich darüber an anderer Stelle. Nicht, weil ich den Diskurs scheue oder Shitstorms und dergleichen fürchten würde, sondern einfach, weil ich meine Blog möglichst neutral halten möchte. Außerdem, glaube ich, habe ich, entgegen anderer Leute Aussagen, gar keine politische Meinung. Außer, dass ich Ewiggestrige nicht mag – ob sie nun im altbewährten Braun, im modernen Blauton oder im Deckmantel des Konservatismus daherkommen. Ich bin Humanist. Egalist. Wenn überhaupt.

Und wenn wir schon dabei sind, weil ich das ohnehin immer gefragt werde, wenn ich italienischen Boden betrete: Nein, ich bin nicht mit Merkels Politik einverstanden. Ich war mit einem einzigen Aspekt ihrer Politik für gefühlte 5 Tage einverstanden; die fünf Tage bevor sie Menschenleben an diesen humorlosen, diktatorischen, menschenrechtsverletzenden Despoten vom Bosporus verkauft hat.

Ich habe schon als Kind nicht verstanden, wieso man Menschen nach Hautfarbe, Herkunft oder Religion verurteilt. Und ich verstehe es auch als Erwachsene noch nicht. Dieses Spektrum des Unverständnis hat sich erweitert auf: Wieso verurteilt man ganze Menschengruppen aufgrund des Verhaltens einzelner? Wieso verurteilt man ihre Motivation Schutz und / oder Heil hinter den Mauern der Festung Europa zu suchen? Wieso wählt man nicht, wenn man unzufrieden ist? Wieso verspielt man dieses Recht – noch dazu in Zeiten, in denen die demokratischen Systeme ohnehin schon nahe an einer Huxley’schen Definition / Vision moderner Diktatur vorbeischrammen?

⊗ Überlegung, wie ich den Bogen zurück zu meinem eigentlichen Gedanken für diesen Artikel wiederkriege lädt……… ⊗

No-Triv-17-4-2016Wir befinden uns im Jahre 2016 n.Chr. Ganz Italien geht an die Urnen… Ganz Italien? Nein! Eine von unbeugsamen Wahlverweigerern bevölkerte Mehrheit hört nicht auf, Widerstand zu leisten.

Schon länger wird vor Süditaliens Küsten Erdöl und -gas gefördert.

Schon länger ist bekannt, das Ölplattformen ganz gerne mal Meere verschmutzen oder Feuer fangen.

Ebenfalls ist weiß man schon länger, dass Erdölvorräte auf der Erde begrenzt sind.

Und mit Sicherheit ist auch durchaus bekannt, und wohl auch nicht erst seit gestern, dass das Mittelmeer sowohl aus umwelttechnischer, wie auch aus touristischer und (somit) ökonomischer Sicht erheblich an Attraktivität verliert.

#NoTriv Referendum

Vor genau einem Monat, am 17. April 2016 wurden die Italiener also im Zuge eines Referendums gegen die Pläne der Regierung an die Wahlurnen gebeten. Es sollte darüber abgestimmt werden, dass Artikel 6, 17 abgeschafft werden soll, wonach bisher – und dank der regen Wahlbeteiligung der Italiener von überwältigenden 32,16% wohl auch weiterhin – die Betreiber der Bohrtürme nur eine einmalige Erlaubnis brauchten, um bis ans Ende aller Tage bzw. aller Vorkommen innerhalb von 12 Seemeilen Entfernung zur Küste Erdgas und Öl zu fördern. Stattdessen wolle man eine jährliche Überprüfung einführen, um den Betreibern auf die Finger zu klopfen und im Sinne des Naturschutzes. Aber? Nada. Nix is.

Zwar haben über 80% derjenigen wenigen, die gewählt haben, alle für eine Abschaffung des besagten Artikels gestimmt, aber damit das Referendum überhaupt gegriffen hätte, hätten mindestens 50% der Italiener ihren Boppes in die Wahllokale schleppen müssen. Entweder haben zu viele den Sinn hinter dem Referendum nicht verstanden – was soll das schon ändern? Oder es interessiert sie einfach schlichtweg tatsächlich nicht, was mit Meer und Natur passiert und welches die fatalen Konsequenzen einer weiteren Ausbeutung wären.

Das Referendum wurde von der Initiative “NoTriv” – einer Art nationalem Ausschuss zur Förderung alternativer Energiequellen (Sonne, Wind, wovon so viel mehr da ist, als Öl und Gas), der sich für die Abschaffung fossiler Brennstoffe einsetzt und sowohl ökonomisch als auch sozial auf Nachhaltigkeit setzt – auf den Weg gebracht und betraf 44 von 48 Bohrtürmen, die alle innerhalb eines 12-Meilen-Radius vor Süditaliens Küsten Erdöl fördern.

Und jetzt?

Die Regionen, die von diesem Referendum bzw. den Plattformen “vor der eigenen Haustür” am direktesten betroffen sind – Apulien, Basilikata und Matera – wiesen die höchste Wahlbeteiligung auf. Macht irgendwie auch Sinn. Auch war Apuliens – was bei uns in etwa dem MdL entspräche – Michele Emiliano eine der lautesten Stimmen, die sich für dieses Referendum und vor allem für eine möglichst hohe Wahlbeteiligung aussprachen.

Besonders Emiliano (Demokratische Partei) und Beppe Grillo von den 5 Stelle haben auf diese magere Wahlbeteiligung mit etwas reagiert, das mich persönlich an Zwangsoptimismus erinnert:

Danke an die über 15 Millionen Einwohner, die JA gesagt haben zur Demokratie und zu einer Zukunft mit sauberen Meeren, erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und nachhaltigem Tourismus! Das sind sehr viele und sie haben eine heldenhafte Schlacht für die Demokratie geschlagen.

Also, ich weiß ja nicht, Beppo… Damit sich der besagte Artikel geändert hätte, hätten ungefähr nochmal so viele Italiener abstimmen müssen. Im Grunde ändert sich also nichts. Leider. Mit etwas Optimismus betrachtet könnte es vielleicht aber in den Köpfen der Menschen und Politiker hängen geblieben sein, sodass sie vielleicht doch noch beginnen, sich mit erneuerbaren Energien und den damit verbundenen Arbeitsmarktmöglichkeiten auseinanderzusetzen.

Rimini

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Rimini

Anders als von Ferrara, von dem mir alle vorgeschwärmt haben, haben mich vor Rimini irgendwie alle gewarnt. Also… Im Sinne von, dass die Stadt nicht schön, nichts besonderes wäre. Ich stellte mir dann die Frage, wieso es seit den 50er Jahren die Deutschen also quasi massenhaft nach Rimini zieht. Und um das herauszufinden, blieb mir notgedrungen nur eine Möglichkeit: hinfahren und selber gucken!

Ein großer Vorteil war, dass ich dank meiner super Lernapp spontan einen eigenen, ortskundigen Cityguide hatte, der sich mir zuliebe trotz Regen bereit erklärt hat, seinen freien Samstagnachmittag in Riminis Altstadt zu verbringen.

Der Regen legte dankbarerweise auch eine Pause ein, sodass wir gar nicht so nass wurden, wie zunächst befürchtet. Außerdem reise ich ja bestens vorbereitet mit einem kleinen Schirm in der Handtasche – das hat zum einen den Vorteil immer vorbereitet zu sein, zum andern können aufdringliche Regenschirmverkäufer, die bei so einem Wetter in Italien überall wie Pilze aus dem Boden schießen, mir GAR NIX! 😉 (Was sie natürlich, wie in Ravenna, nicht davon abhält, mir einen größeren aufschwätzen zu wollen.)

Eins ist an Rimini überaus praktisch:Rimini 1

Aus dem Bahnhof raus, läuft man einfach immer geradeaus und kommt unweigerlich ins historische Stadtzentrum, das rund um die Piazza Tre Martiri angelegt ist. Die Piazza heißt übrigens nicht, wie man beim Anblick der historischen Bauten vermuten könnte seit jeher so, sondern erst seit den Dreißigerjahren und ist drei Partisanen gewidmet, die im Widerstand gegen den Faschismus von deutschen Nazisoldaten ermordet wurden. (Praktisch, so ein einheimischer Stadtführer… 😉 )

Wenn man von der Mitte der Piazza aus nach rechts läuft, vorbei an der Statue des Cesare Agosto (Kaiser Augustus) kommt man nach ein paar Metern auf einen kleineren Platz, auf dem einem das Glasgebäude sofort ins Auge fällt. Darin / dahinter verbirgt sich das Fundament eines Hauses, indem wohl einst ein römischer Chirurg gelebt hat. Bei den toll erhaltenen Mauern und Böden handelt es sich um einen archäologischen Zufallsfund, der nun für Touristen und Einheimische aus nächster Nähe zu bestaunen ist.

Rimini 9Wenn man stattdessen nach links läuft, kommt man unter einem Triumphbogen hindurch zu der Ponte del Tiberio (Tiberbrücke), die über einen mittlerweile umgeleiteten Flussarm führt. Auch hier wurden die alten Steinblöcke erhalten, wenngleich die Brücke einstmals als Zugbrücke angelegt war, um die Stadt vor Feinden zu schützen. Außerdem kommt man in dieser Richtung dahin, wo ich ja am liebsten bin! Ans Meer!! <3 Endlich habe ich das Meer wiedergesehen! Dabei war mir auch völlig egal, dass es aufgewühlt war und sowohl farblich als auch geruchlich nicht unbedingt in seiner ansprechendsten Verfassung. Völlig! E. GAL! Ich hab das Meer gesehen! Und obwohl es da gerade wieder anfing zu regnen, habe ich die fünf Minuten Meerluft und Meeresrauschen und ja, sogar den miefigen Fischgeruch, einfach nur genossen!

Auf dem Weg zum Meer sind wir dabei noch an einem Prachtbau sondergleichen vorbeigekommen – das älteste und größte und berühmteste…und wahrscheinlich auch teuerste Hotel Riminis. Ich glaube ja, der schmucke Steinklotz war irgendwann mal die Residenz irgendeines Herrschers oder Stadtältesten oder irgendein Regierungsgebäude. Jetzt ist eben eine Nobelunterkunft, die ich mir ohnehin niemals leisten können werde, weshalb ich sie mit einem kurzen, anerkennenden Blick bedacht und dann links liegen gelassen habe. Deshalb, und wahrscheinlich auch ein bisschen, weil es sich zu meiner Linken befand – Schenkelklopfer. Lassen wir das.

Vom Meer zurück in die Stadt hat mir mein Rimini-Guide noch einen weiteren Zufallsfund aus altrömischer Herrschaftszeit gezeigt: Ein Amphitheater, das in seiner Größe dem berühmten Kolosseum in Rom in nichts nachgestanden haben soll. Leider konnte es nur zu einem kleinen Teil gesichert werden. Der Rest ist unter Häusern und Straßen Riminis wahrscheinlich für immer, zumindest aber bis ans Ende unserer Hochkultur, verschütt gegangen. Beeindruckend ist es aber allemal! Wer in Rimini ist, sollte einen Abstecher zu diesem Relikt auf jeden Fall mitnehmen – ist außerdem in der Nähe vom Bahnhof, was per se keine Ausrede zulässt.

Leider hat mein Handy in der Zwischenzeit ein Systemupdate unternommen, auf das ich nicht vorbereitet war und mir im Zuge dessen alle Fotos gelöscht, die noch darin gespeichert waren. Die paar wenigen, die ich retten konnte, seht Ihr hier. Für weitere…. nun ja… muss ich wohl nochmal wiederkommen…