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leggere in italiano » Fundstück des Monats Januar Conny Froboess küsst zwei kleine Italiener Nein! Ihr müsst Euch keine Gedanken über meinen Musikgeschmack machen… 😀 Ich kenne das Lied tatsächlich von meiner Oma, die das soooo oft am Klavier gespielt und gesungen hat. Meine ganze Familie kann es auswendig! Und ehrlich gesagt, die Melodie bleibt schon sehr hängen. Andererseits ist es auch in gesellschaftsgeschichtlicher Hinsicht gar nicht uninteressant, denn heute würde kein Mensch mehr so einen Text verfassen, aber damals waren Lieder wie dieses Ausdruck der Wirtschaftswunderzeit, der Sehnsucht nach dem Dolce Vita (im Urlaub in Rimini 😛 ) und irgendwie eben auch ein Zeitzeuge des Gastarbeitertums. Was ich aber bis letztes Jahr nicht wusste, ist, dass es von diesem Kultschlager, der 1962 einen Monat den 1. Platz der deutschen Charts für sich beanspruchte, auch eine italienische Variante gibt. Ebenfalls gesungen von der Froboess, die Thematik (wenn man den zugegeben recht seichten Inhalt des Songs…

Während bei uns besonders im Schlager und der Volksmusik Liebe ja immer etwas verklärt romantisches haben muss und Sex, wenn überhaupt, mit seichten Metaphern umschrieben wird (Stichwort: Zielpublikum), singt Raffaella Carrà in ihrem harmlos klingenden „Tanti Auguri“ ganz schamlos davon, wie sie alle – da Trieste in giù – beglückwünscht, die tanti amanti haben. Bei uns ein glasklares Tabu.

Keine Andrea Berg oder Helene Fischer käme auf die Idee, darüber zu singen, wie schön es ist, sich einmal quer durch die Republik zu … schlafen. 😉 Ist vielleicht ja auch besser so. Aber genau dafür mag ich „Tanti Auguri“. Auch wenn es sonst absolut gar nicht meinen Musikgeschmack trifft. Also. GAR NICHT gar nicht. Sei’s drum.

Nachdem ich die bittere Pille (con un po‘ di zucchero la pillola va giù (cit. Mary Poppins auf italienisch) der Trennung jetzt so langsam hinuntergewürgt habe und es einigermaßen schaffe, mir selbt wieder einen Durchblick zu verschaffen (dazu demnächst mehr), kam mir heute morgen die Textzeile von Raffaella Carrà in den Sinn und ich ertappte mich dabei, wie ich vor mich hin trällerte:

E se ti lascia lo sai che si fa, trovi un altro più bello, che problemi non ha.

Natürlich bin ich noch weit davon entfernt, einen anderen zu finden. Aber ich kann wenigstens wieder aufrecht gehn und habe es, um es mit Adriano Celentanos Worten zu halten, geschafft, meinen Selbstwert zu behalten.

Per averti, farei di tutto, tranne perdere la stima di me stesso.

Was ich damit eigentlich sagen will…

Unglaublicherweise habe ich doch noch einen Italiener gefunden, der zu mir sagt! Er ist zwar schon ein bisschen älter, aber ältere Männer sollen ja auch reifer sein… Mich hat das jedenfalls nicht abgeschreckt. Sein Name? Giorgio. Und ich bin sehr angetan von ihm, hat er mir doch sogar gleich noch ein tolles Geschenk gemacht!