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Der Inbegriff von Hassliebe: Taormina!

Während meiner einwöchigen Reise nach Sizilien war ich viel im Umkreis von Giardini Naxos unterwegs. Neben der größten Stadt im Umkreis, Catania, hab ich auch einigen andren Ortschaften einen Besuch abgestattet. Darunter Siracusa, das mich schwer begeistert hat, und Messina, mit dem ich mich so recht nicht anfreunden konnte. Taormina bildet nun also sozusagen die Schnittmenge dieser beiden Extreme. Grundsätzlich nämlich hat mir Taormina super gut gefallen. Schon allein das Panorama, das sich bei der Auffahrt bot. Andererseits gab’s auch das ein oder andere an Taormina zu bemäkeln. Und so kommt es, wie es kommen musste … zum folgenden Artikel!

Ich gebe euch 3 gute Gründe, Taormina zu lieben, und 3 nicht minder gute Gründe, Taormina zu hassen:

Treppen-Taormina Der Inbegriff von Hassliebe: Taormina!

3 Gründe Taormina zu hassen

Grund #1 – Der Bustransfer

Versteht mich nicht falsch. Natürlich ist es gerade für Menschen ohne Mietwagen oder eigenen fahrbaren Untersatz super, dass es einen (einigermaßen) zuverlässigen Bustransfer vom Bahnhof in Taormina bis kurz vor das Tor zur Altstadt gibt. Allerdings muss man auch deutlich sagen, dass die kurvigen Straßen den Berg hinauf nicht für die Menge an und Größe der Busse oder deren Wendekreis ausgelegt sind. Hinzu kommt nämlich noch der ganz normale Alltagsverkehr der Bewohner, Lieferverkehr, sowie Abfallwagen und wenn dann – wie bei meinem Besuch – noch ein Rettungswagen durch muss, ist das Chaos perfekt. Bleibt zu hoffen, dass der Krankenwagen es rechtzeitig ins Krankenhaus geschafft hat. Und hier merkt man deutlich den Nachteil des Massentourismus. Es schränkt mit seinen Nebenwirkungen den Alltag der Menschen vor Ort deutlich ein.

Grund #2 – Die Touris

Darum schaffen es die trampelnden, rempelnden, quetschenden Touristenhorden auf Platz 2 der drei Gründe dafür, Taormina zu hassen. Wie so oft sind Touristen wie überall natürlich ein zweischneidiges Schwert. Einerseits spülen sie Geld in die Kassen der ökonomisch ansonsten eher schlecht aufgestellten Region. Andererseits dominieren sie jedes geknipste Bild, egal wie sehr man sich bemüht, irgendeinen Kopf, Hut oder Rucksack hat man garantiert mit im Motiv. Sie schieben, stoßen und stolpern sie sich gegenseitig über die Füße. Sie drücken, schreien, klugscheißen sich durch die engen Gassen. Und das nervt. Zumindest mich. Aber damit mag jeder anders umgehen. Für mich bedeuten Tourimassen puren Stress. Sie rauben mir die Geduld und der Stadt die Atmosphäre. Vielleicht hätt ich auf einen andere Jahreszeit setzen sollen. Im September jedenfalls geht’s für mich sicher nicht wieder nach Taormina.

Grund #3 – Die Abzocke

Ich versteh natürlich vollends, dass der Besuch einiger Attraktionen Geld kostet. Schließlich muss man sich bei Bauten und Ruinen aus der Römerzeit bemühen, sie nicht komplett verfallen zu lassen. Also wird, um sie zu erhalten, zu restaurieren und ihren Fortbestand zu garantieren, Eintritt verlangt. Denn jeder Wanderschuh mit Tiefenprofil aus Deutschland, England, Amerika, der Schweiz, Italien, Österreich und weiß der Geier woher sonst noch, fügt dem Jahrhunderte alten Gebäude oder Monument Schaden zu. Das multipliziert mit der Besuchermenge, die ich in Taormina deutlich unterschätzt habe, stünde vom Kolosseum dort wahrscheinlich schon längst nichts mehr, wäre der Bereich nicht gegen Eintritt und mittels Absperrgittern vor den Besuchermassen geschützt. Wie gesagt. Versteh ich. Aber 10 Euro für einen Blick vom oberen Rand aufs Rund bzw. Oval des Kolosseum? Nö. Das ist für mich ganz klar Abzocke.

Taormina_Kolosseum Der Inbegriff von Hassliebe: Taormina!
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