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Hinweis: Dieser Artikel enthält einen Werbelink. Der im Artikel geschilderte Inhalt bleibt davon unberührt und basiert, wie alle Beiträge auf Italien und ich, zu 100% auf persönlicher Erfahrung und eignen Erlebnissen.

Sonnenbaden alla pugliese: In 5 Schritten braun werden

Der Sommer steht vor der Tür (zumindest rede ich mir das eifrig ein) und damit wird auch das Sonnenbaden und Bräunen wieder Thema. Die Baresen sind darin echte Profis. Einige von ihnen schaffen es sogar, sich schon im Juni eine Hautfarbe erbräunt zu haben, die ich selbst dann nicht erreichen würde, wenn ich drei Sommermonate lang jeden Tag von morgens bis abends unter der prallen Sonne ausharrte. Man darf davon ausgehen, dass der ein oder andere da aber sowieso mit Solarium nachhilft – oder vorhilft.

Im Grunde ist das Solarium gar nicht so verkehrt. Wenn man es nicht übertreibt, kann es gerade in den dunklen Monaten des Jahres den Serotoninspiegel und das Vitamin-D-Level stabilisieren. Zum Vorbräunen kann ein Solarium außerdem die Haut ein wenig auf die bevorstehende Sonnenbadsaison vorbereiten. Der ein oder andere Barese hat aber Ende des Sommers dann schon eine stabile Lederhaut vorzuweisen. Ein Hinweis darauf, dass sie es hier und da etwas zu gut meinen.

Einmal abgesehen von diesen Extrembeispielen aber, haben die Baresen eine spezielle Bräunungstechnik entwickelt. Mir wurde diese ans Herz gelegt, nachdem ich letztes Jahr bereits nach einem Nachmittag im April einen fetten Sonnenbrand an den Unterschenkeln hatte. Ich saß zum Arbeiten in der Sonne und hatte die Hosenbeine hochgekrempelt. Die Markierung zwischen Sockenrand und Kniescheibe wurde ich den ganzen Sommer über nicht wirklich los. Denn egal, wie braun mein restlicher Körper wurde, die Unterschenkel waren stets noch brauner…

Bari_Strand-770x515 Sonnenbaden alla pugliese

Nachdem ich mich also einige Monate lang zur Lachnummer gemacht hatte, wurden mir diese Tipps fürs Sonnenbaden alla pugliese ans Herz gelegt.

Die graduelle Bräunung der Haut

Die Baresen weihen die Badesaison bzw. Bräunungssaison traditionell im April ein. Genauer gesagt etwa ab dem 25. April. Der 25. April ist der Tag der Befreiung vom Faschismus. Ich vermute, dass dieser als Anhaltspunkt dient, weil es ein nationaler Feiertag ist. Darum nehme ich an, dass diese inoffizielle Regel für ganz Apulien, wenn nicht gar ganz Süditalien, gilt.

→ → Schritt 1 der graduellen Sonnenbräune ist also, bereits die ersten warmen Sonnenstrahlen Ende April einzufangen; idealer Weise am Meer.

Die monatliche Steigerung der Sonnenbräune

Die erste Zeit zwischen Ende April und Anfang Mai setzt man sich nur für kurze Zeit der Sonne aus. Wer helle oder empfindliche Haut hat am besten auch nur mit hohem Sonnenschutzfaktor.

In den Folgemonaten Mai und Juni steigert sich der Aufenthalt unter der prallen Sonne exponentiell zum Absenken des Sonnenschutzfaktors.

→ → Schritt 2 der graduellen Sonnenbräune alla pugliese ist demnach die Anschaffung einer Armada von Sonnencreme mit unterschiedlichen Lichtschutzfaktoren.

Sonnenbaden im apulischen Hochsommer

Rom_Fiumicino_Strand Sonnenbaden alla puglieseEs folgt der Hochsommer. Im Juli und August werden so viele Stunden wie möglich in der Sonne verbracht. Meist werden die besonders heißen Stunden zwischen 12 und 14/15 Uhr gemieden. Genauso wie die Sonnencremes.

Stattdessen kommen nun eher Bräunungscremes oder Sprays zum Einsatz. Diese unterstützen die Aufnahme von UVB-Strahlen und kurbeln damit die Produktion von Melanin an, um die Haut dazu anzuregen, noch mehr Bräune zu entwickeln. Durch die Vorstufen der Sonnenbräune seit April ist die Aufnahmemenge in der Regel nämlich bereits ausgelastet.

Derartige Sprays verfügen höchstens über einen geringen SSF, so um die 5 oder 6. Viele davon haben gar keinen.

Wer einmal im apulischen Hochsommer mit Sonnencreme hantiert hat, weiß, warum die Baresen nur zu gern darauf verzichten. Bei Temperaturen um die 40°C schmilzt und schmiert das Zeug bereits nach dem ersten Schritt unter apulischer Sommersonne und trieft geradezu vom Gebein.

→ → Schritt 3 bei der graduellen Bräunung nach apulischer Art ist also der Austausch der Sonnencreme-Kollektion gegen Lotions und Sprays ohne oder mit niedrigem SSF. Dafür nimmt die in der Sonne verbrachte Zeit so viel zu, wie irgend geht.

Das Rotieren beim Sonnenbaden

Das Sonnenbaden in Apulien, bzw. in Süditalien generell (ich habe es auch in Sizilien beobachtet), ist eine Wissenschaft für sich. Nicht nur die graduelle Maximierung der vorübergehenden Starkpigmentierung der Haut zählt dazu. Sondern auch wie man sich im direkten Kontakt mit der Sonne verhält.

Wichtig ist nämlich, sich immer mit dem Stand der Sonne zu drehen. Also nicht nur von der Rücken- in die Bauchlage. Das wäre auch zu einfach. Nein. Man richtet seine Position – samt Strandtuch, Liege oder Stuhl – immer nach dem Sonnenstand aus. Und wenn das bedeutet, dass man schlussendlich diagonal auf dem Strand liegt, dann ist das eben so.

→ → Schritt 4 der graduellen Sonnenbräunung ist demnach, sich am Stand der Sonne auszurichten.

Die Sache mit der nahtlosen Bräune in Italien

Achtung, Nacktsonner!! In Italien ist es bei Strafe verboten, sich am öffentlichen Strand der Freikörperkultur zu widmen. Bei blankem Busen wird zwar gern ein Auge zugedrückt (bzw. überhaupt erst aufgemacht), wer aber das Risiko eines Bußgeldes nicht eingehen will, sollte sich zum Nacktsonnen besser an Oben-ohne-Strandabschnitte halten.

Wer Zweifel hat, kann am Strand einfach mal einen Einheimischen fragen oder eine Aufsichtsperson. Vielfach sind Nackt-Strände nämlich nicht ausgewiesen. Stattdessen wird es an einigen Strandabschnitten einfach vielmehr geduldet. Zumindest, wenn man als Frau das Bikinioberteil ausziehen will, um wenigstens obenrum nahtlos braun zu werden. Einheimische wissen in der Regel, wo sich diese Strandabschnitte befinden.

Warum ich gerne braun bin

Ich gestehe, dass ich mich jedes Jahr aufs Neue ärgere, wenn ich nach einem ausgedehnten Sonnenbad nach Hause komme und dann frustriert feststellen muss, dass die vom Bikini bedeckten Körperstellen noch käsig weiß sind. Im zunehmenden Kontrast zum gebräunten Rest wirken sie dadurch natürlich noch weißer.

Da ich aber bisher noch keinen Strand gefunden habe, an dem ich mich so wohl und unbeobachtet gefühlt hätte, als dass ich mich barbusig dem Sonnenbaden hingegeben hätte, muss ich mit Bikinistreifen und bleichem Gesäß wohl weiterhin leben. Stattdessen habe ich eine andere Taktik gewählt.

Ich habe mein Bikinisortiment aufgestockt.

Je nach Form und Schnitt werden nämlich immer andere Stellen mal mehr, mal weniger gebräunt. Und wenn keiner guckt – etwa, weil ich weitgehend allein am Strand bin -, wird in Bauchlage zumindest die Rückenverschnürung gelöst und die Buchse so hingezogen, dass mal die linke, mal die rechte bleiche Backe Kontakt mit den Sonnenstrahlen bekommt.

→ → Schritt 5 zu einer graduellen Bräunung wie in Apulien ist also: Bikinis shoppen!! So könnt ihr hervorragend Modelle abwechseln und die Sonnenstrahlen erreichen zumindest teilweise auch Stellen, an die sie sonst nicht hinkommen. 

Porto_Cesareo_Strand-770x515 Sonnenbaden alla pugliese

Meine Top-3-Gründe für eine sommerliche Sonnenbräune:

1. Gebräunte Haut kaschiert unglaublich gut. Egal, ob es das ein oder andere überflüssige Kilo ist, die ein oder andere Kurve zu viel oder Cellulitedellchen am Oberschenkel.

2. Das Sonnenlicht befreit die Haut ganz wunderbar von Unreinheiten. Pickel und Talgpapeln haben nach ein paar Wochen regelmäßiger UV-Bestrahlung keine Chance mehr und werden auf ganz natürliche Weise ausgetrocknet.

3. Ein sonnengebräuntes Gesicht wirkt immer frisch und benötigt kein Make-up. Die Bräune verleiht dem Gesicht einen gesunden und natürlich strahlenden Teint, ganz ohne weiteres Zukleistern Zutun.

Als passender Soundtrack zum Sonnenbaden alla pugliese hat sich übrigens dieser Song erwiesen

Was haltet ihr vom Sonnenbaden? Glaubt ihr die baresische Strategie geht auf?

…ich werds dieses Jahr testen und berichten. 😉

Hinweis: Dieser Artikel enthält einen Werbelink. Der im Artikel geschilderte Inhalt bleibt davon unberührt und basiert, wie alle Beiträge auf Italien und ich, zu 100% auf persönlicher Erfahrung und eignen Erlebnissen.

14 Comments

  1. Als Verfechterin der noblen Blässe find ich den Artikel wirklich sehr unterhaltsam und er hat mir die Erinnerungen an die ledrigen Mammas in Bella Italias Stränden aufgeworfen. Grandios – wenn man in ein finsteres Lokal geht und dann nur die Zähne sieht 🙂 Aber klar, Sonnenbräune ist Urlaub und Urlaub ist toll 🙂

    • Ich dachte, seit Kardashian und Co. sei noble Blässe out? 😀 😀 Spaß… Jeder hat seine Vorlieben. Ich mags wenn meine Haut nicht beinahe transparent ist – zumindest an den Körperstellen, an denen man die ursprüngliche Hautfarbe noch sieht… 😀 Ne Lederhaut will ich allerdings auch nicht werden. Und ich glaub, meine Tätowiererin ist auch glücklicher, wenn ich Sonnencreme verwend… 😀

  2. Also Solarium brauch ich zum Glück nicht und ich schmier mich immer mit LSF 30 ein, mindestens. Dass ich trotzdem immer knackig braun werde, liegt vielleicht an dem Viertel italienischem Blut, dass durch mich fließt. Wer weiß vielleicht ist es nicht die Technik sondern die Gene ;D Herzliche Grüße Kim von http://www.wheeliewanderlust.de

    • Ja, also die Gene haben da bestimmt viel mitzureden. Mein Freund muss sich nicht mal gezielt der Sonne aussetzen und wird gleich drei Stunden dunkler. Bei mir haben die norditalienischen Restgene leider nicht mehr groß Mitreden. Ich bleib weiß, wenn der LSF zu hoch ist oder ich nicht die Sonne such… 🙁

  3. Haha sehr unterhaltsam geschrieben 😄 allerdings bin ich mittlerweile eher vorsichtig mit der Sonne und Creme mich häufig mit mind. 30SPF ein (und werde dennoch braun ;)) ich kenne zu viele Menschen mit Hautkrebs, das ist es mir dann doch nicht wert.

    • Ich sollte das tatsächlich auch sehr viel häufiger nutzen. Hab ich im Sommer sogar. Sogar 50er Schutzfaktor. Aber bisher hat mich einfach keine Sonnencreme zufrieden gestellt. Und ich hasse es einfach, wenn ich dann immer so klebrig und schmierig und eklig werd. Schlimmer noch, alles, das man anfasst, auch… 🙁 Da kann auf den Flaschen noch so oft drauf stehen, dass die Lotion schnell einzieht, sie tut es im Grunde genommen nie. 🙁

      Leider nimmt meine Haut bei SSF 50 aber auch keine Farbe an. Das ist dann der andere Nachteil. Aber vor Hautkrebs sorge ich mich natürlich auch…

  4. Gut geschrieben, aber ich gehöre lieber zur Fraktion Käse! Ich hasse es sowieso am Strand zu liegen und das passiert nie mehr wie einen halben Tag .

    Lg aus Norwegen
    Ina

    • Ich bin in Sachen Käse durchaus mit dir. Bevorzuge aber den Essbaren. 😀 Den Luxus eines ganzen Tages kann man sich eh eher selten leisten, aber ich find so ein paar Stündchen zum Abspannen schon echt ziemlich geil. Hab das im Sommer immer schön vormittags gemacht, zwischen 9 und 12, wenn die Kids in der Schule und die Durchschnittsbevölkerung beim Arbeiten war. Ein paar Minuten im Salzwasser abkühlen, paar Züge schwimmen und danach unter der Sonne trocknen und garen…..finde es gibt nix besseres zum Relaxen. Zumal noch vor der Arbeit. Da hat man den Strand sogar im Sommer fast für sich allein.^^ Genug der Schwärmerei, sonst wird meine Sehnsucht nach Sommer nur noch größer… Und Geschmäcker sind nun mal verschieden. 😀 LG aus Apulien nach Norwegen und danke für den Kommentar. 🙂

  5. Die Bademode im Link ist noch zu viel Stoff für einen apulientauglichen Bikini. Die Apulierinnen haben nicht nur aus dem Sonnen eine Wissenschaft gemacht, sondern auch aus der Badebekleidung – dazu gehört unbedingt der Besuch beim “untenrum”-Stylisten, damit man einen Bikini mit minimalstem Stoffanteil wählen kann. Dann braucht man auch nicht wechselseitig den Po zu Sonnen, sondern hat da ohnehin nur ein Strippe oder ein sehr schmales Dreieck.

    Anmerken möchte ich auch, dass die Hardliner bereits im Mai mit Spiegeln oder spiegelnder Folie auf den Felsen liegen, damit sie die Sonne von allen Seiten erreicht. 😮

    Verrückt!

    Ich wünsche dir für dieses Jahr viel Erfolg beim Bräunungsprogramm! C.

    • ahahahahahha Ich dank Dir herzlichst für die Ergänzungen!! Ich werd dran denken, wenn ich die Mission “braun werden” in Angriff nehme. 😀 Wobei Strippe im/am Gesäß jetzt eh eher nicht sooo meins ist…. Ich glaub, das lass ich aus.

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