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Karnevalsschnack und Faschingsplausch:

Das Rezept für italienische Chiacchiere

Chiacchiere1 Karnevalsschnack und Faschingsplausch: Das Rezept für ChiacchiereHeute ist Aschermittwoch. Und der läutet in Deutschland und Italien gleichermaßen das Ende der Faschingszeit (für die Nordlichter Karneval) ein. Damit verschwindet aus den Regalen der Supermärkte und Panifici in Italien auch das typische Gebäck, das man genau nur zu Fasching eben dort findet: Chiacchiere.

Chiacchiere heißt übersetzt so viel wie Plauderei, (kurzes) Gespräch. Ich finde das norddeutsche Wort Schnack als Übersetzung ganz passend. Kurz und knapp und genau auch auf Meta-Ebene genau das, was eine Chiacchierata ist. Eine nicht allzu lange, nicht allzu bedeutungsschwangere Unterhaltung. In Italien sagt man auch, “Ci siamo fatti due chiacchiere”, um zu sagen, dass man sich mit der Nachbarin etwa oder dem Arbeitskollegen kurz auf einen Schnack getroffen hat.

In der Lombardei heißen die Chiacchiere auch Lattughe, in der Toskana nennt man sie unter anderem Cenci und Donzelle. In der Emilia sind sie auch als Frappe oder Frappole bekannt, während in Venetien auch die Namen Galant und Gale gebräuchlich sind. Andernorts haben die Chiacchere den Namen Bugie (Lügen) verpasst bekommen, wie etwa im Piemont. Im Trentino heißen sie Cròstoli.

Jede Region hat den Chiacchiere also mindestens einen zweiten Namen verpasst. Wenn ihr im Urlaub den Namen Rosoni oder Pampuglie hört oder lest, wisst ihr ab sofort: Auch hierbei handelt es sich um Chiacchiere. 😀

Was sind eigentlich Chiacchiere?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Chiacchiere ein klassisches, italienisches Faschingsgebäck. Ein rechteckiges Süßgeback, das ziemlich mürbe ist und beim Essen einige Brösel verursacht. Die Mitte der Rechtecken wird zwei Mal eingeschnitten. Das ist eher ein ästhetischer Aspekt, denn das Auge will ja auch mitessen. Es macht das Teilen der Chiacchiere etwas einfacher, man kann sie aber auch gleich schmaler backen und sich die Einscheiderei sparen.

So. Genug gesabbelt. Kommen wir zum Wesentlichen:

Das Rezept für italienische Chiacchiere

Für etwa 40 Chiacchiere braucht ihr:

  • 500 Gramm Mehl (00)
  • 70 Gramm Zucker
  • 50 Gramm Butter (Zimmertemperatur, nicht direkt aus dem Kühlschrank)
  • 30 ml Grappa
  • 3 mittelgroße Eier
  • 6 Gramm Hefe (am besten die in Pulverform)
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Eigelb
  • 1 Prise Salz

Zum Frittieren braucht ihr außerdem Frittieröl. Einige Pasticcieri empfehlen Erdnussöl. Ich glaube, es geht aber auch jedes andre Öl. Die Erdnussvariante allerdings gibt halt noch einen leichten, nussigen Geschmack dabei.

Wenn ihr die Chiacchiere verzieren wollt, könnt ihr das nach klassischem Vorbild mit Puderzucker machen oder mit Schokolade, so wie ihr es bei den von mir gekauften auf dem Bild seht.

Chiacchiere2-e1518611463773 Karnevalsschnack und Faschingsplausch: Das Rezept für Chiacchiere

Die Zubereitung der Chiachhiere

Schritt 1:

Zuerst vermischt ihr das das Mehl und die Hefe. Das Gemisch siebt ihr dann in eine geeignete Schüssel – wenn ihr ihn habt, direkt in die Schüssel der Rührmaschine.

Dorthin gebt ihr dann Salz, Zucker, die Eier und den Grappa.

Das Ganze verrührt ihr nun zu einer  Teigmasse.

Schritt 2:

Nun knetet ihr das Vanillemark und die Butter in den Teig ein. Wer eine Rührmaschine hat, sollte sich die Arbeit mit dem Knethaken erleichtern, denn der Teig muss nun etwa 15 Minuten lang bearbeitet werden. So lange, bis er glatt und homogen ist.

Ideal zur Weiterverarbeitung ist er, wenn er zwar stabil aber noch leicht zu bearbeiten ist. Ich schätze erfahrene Küchenprofis wissen in etwa, wie ich das meine.

Falls der Teig zu hart geworden ist, gebt ein paar Esslöffel Wasser dazu. Im besten Fall ist das aber nicht nötig.

Dann formt den Teig zu einem Ballen, wickelt ihn in Frischhaltefolie ein und lasst in etwas gehen. 30 Minuten sollten’s schon sein.

Schritt 3:

Holt den Teigballen aus seiner Verpackung und teilt in in mehrere gleich große Stücke von etwa 100 – 150 Gramm.

Wälzt die Stücke einzeln dünn aus, legt sie dann zu kleinen Quadraten zusammen und wälzt sie erneut aus. So lange, bis das Teilstück etwa 5 x 10 Zentimeter groß und 2 Millimeter dick dünn ist.

Wenn alle Teile diese Behandlung hinter sich haben, bringt zunächst das Öl auf Frittiertemperatur. Die liegt bei etwa 150 / 160°C.

Mit einem Teigrädchen wie diesem hier …

(*) ir?t=italienundich-21&l=alb&o=3&a=B002BXB2VK Karnevalsschnack und Faschingsplausch: Das Rezept für Chiacchiere

 

 

 

 

 

… schneidet ihr nun zwei Mal jedes Roh-Chiacchiere ein. Orientiert euch dabei an der langen Seite des Rechtecks und schneidet es nicht ganz durch, sondern nur bis etwa einen Zentimeter vom oberen und unteren Rand. Die Einschnitte sollten so erfolgen, dass sie aus das Rechteck in 3×3 große Teile … teilen. Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.

Schritt 4:

Sobald das Öl heiß genug ist, gebt ihr eure Chiacchiere-Rohlinge hinein. Nicht mehr als höchsten 3 gleichzeitig, sonst habt ihr beim Herausholen eventuell ein Problem und seid nicht schnell genug.

Schaut, dass die Chiacchiere von allen Seiten mit siedendem Öl bedeckt sind, damit sie gleichmäßig frittiert werden.

Perfekt sind sie, wenn sie goldbraun geworden sind. Dann nehmt ihr sie aus dem Öl und lasst sie auf einem Stück Küchenkrepp “abtropfen”.

Sobald sie abgekühlt sind, bestäubt sie mit Puderzucker oder verziert sie nach Herzenslust mit bunten Streuseln und Schoki.

Fertig ist euer italienisches Karnevalsgebäck! 🙂

Alternative: Chiacchiere aus dem Backofen

Wenn euch die traditionelle, frittierte Variante der Chiacchiere zu fettig ist, probiert auch einfach mal die gebackene Version.

Dazu geht ihr von Schritt 1 bis 3 genau gleich vor, wie bei der Originalversion mit Ausnahme des Erhitzen des Öls. Stattdessen heizt den Backofen auf 190°C vor und legt die eingeschnittenen, rohen Chiacchiere vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech anstelle in den Topf mit heißem Öl.

Bepinselt, beträufelt oder besprüht die Chiacchiere dann vorsichtig mit ein wenig Wasser, um einem Austrocknen im Backofen vorzubeugen.

Jetzt lasst ihr die Gebäckstücke zwischen 7 und 10 Minuten lang bei 190°C backen. Die Dauer hängt etwas von eurem Backofen ab, behaltet die Teilchen also im Auge. Sobald sie goldbraun sind, nehmt ihr sie raus. Abkühlen lassen, verzieren, schmecken lassen. In genau der Reihenfolge, bitte. Für gierige, verbrannte Gaumen übernehme ich keine Haftung! 😀

Allgemeiner Hinweis zu diesem Rezept:

Das Rezept dürfte für geübte Hände kein Problem darstellen. Ich selbst habs noch nicht ausprobiert, daher kann ich euch hier leider keine Bilder der Zubereitungsschritte bereitstellen. Vielleicht komm ich im nächsten Jahr dazu, wenn nicht gerade ein Umzug meinen Alltag durcheinanderrüttelt. Dann update ich den Artikel gerne mit Bildern meiner eigenen selbst gemachten Chiacchiere. Andernfalls dürft ihr mir gern Bilder eurer Chiacchiere schicken (per Email oder Facebooknachricht). Wenn ihr mir die Rechte gebt, veröffentliche ich die gern in diesem Rezept-Artikel.

Und nun: Viel Spaß beim Backen. 🙂

(*) Wenn ihr die Produkte über den platzierten Affiliate-Link kauft, erhalte ich eine kleine Provision von Amazon. Euch entstehen dabei selbstverständlich keine Mehrkosten!! 

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