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Die Musei Capitolini in Rom

Die kapitolinischen Museen in Rom werden als das älteste Museum der Welt gehandelt. Die ersten Exponate, die dem Museum zur Verfügung gestellt wurden, erhielten die kapitolinischen Museen im 15. Jahrhundert von Papst Sixtus IV. in Form von damals schon antiker griechischer und römischer Bronzestatuen.

Ich bin selbst kein ausgeprägter Museumsgänger, aber die kapitolinischen Museen haben selbst mich beeindruckt. Und ich kann jedem Rombesucher nur empfehlen, dorthin einen Abstecher zu machen. An dem Museum kommt man beim Sightseeing in Rom sowieso nicht vorbei.

Wo die kapitolinischen Museen sind

Wenn ihr vom Kolosseum in Rom in Richtung Trastevere lauft, passiert ihr einerseits das Forum Romanum und andererseits das Vittoriano. Links neben dem Vittoriano ist die Piazza Venezia gelegen, von wo aus Busse in andere Stadtteile oder zu anderen Attraktionen abfahren. Und dort gegenüber geht es eine Treppe hinauf. Oben auf dem Plateau, dem Kapitolshügel, befinden sich die kapitolinischen Museen. Auf der anderen Seite der kleinen Piazza zwischen den Museumsgebäuden geht es wiederum hinab zum Forum Romanum.

Was die kapitolinischen Museen einzigartig macht

Die Einzigartigkeit der kapitolinischen Museen liegt sicher nicht darin begründet, dass sie sich über mehrere Gebäude erstreckt. Denn das ist in der modernen Museumslandschaft kein Alleinstellungsmerkmal mehr.

Das Alter, wiederum, der Museen ist auf jeden Fall einzigartig. Das älteste Museum der Welt, dessen Gründung einer Schenkung wertvoller Bronzestatuen durch Papst Sixtus IV. zu verdanken ist.

Was die Musei Capitolini in Rom aber aus der Vielzahl der anderen Museen in der italienischen Hauptstadt herausstechen lässt, ist, dass sie als einziges Museum ausschließlich Exponate ausstellen, die direkt aus Rom stammen. Sei es, dass, wie im Fall der Erstexponate, der Vorbesitzer in Rom weilt, dass sie von Römischen Künstlern schaffen wurden oder dass sie auf römischem Boden gefunden wurden und werden.

Außerdem sind die beiden Hauptgebäude, der Palazzo dei Conservatori und der Palazzo Nuovo unterirdisch miteinander verbunden.. Und wenn nicht gerade Bauarbeiten anstehen, wie bei meinem Besuch, kann man über diesen Gang von A nach B wandern. Was bestimmt ein ziemlich einzigartiges Erlebnis ist. Mir ist es leider entgangen, wie gesagt. Dafür durfte ich zwischen den Besuchen ein paar Sonnenstrahlen auf der kleinen Piazza vor den Gebäuden genießen. Hat also alles sein Vor- und Nachteile.

Eintritt und Öffnungszeiten in die Musei Capitolini

Die kapitolinischen Museen sind an 362 Tagen im Jahr geöffnet. Am 24. und 31.12. allerdings nur von 9.30 Uhr bis 14.00 Uhr, ansonsten von 09.30 Uhr bis 19.30 Uhr. Ausnahmen sind der 25.12., 01.01. und 01.05. jeden Jahres. Da ist geschlossen. Eintrittskarten gibt’s jeweils bis eine Stunde vor Schließung.

Der Besuch der Musei Capitolini ist nicht gratis. Zwar gibt es Vergünstigungen, etwa für in Rom gemeldete Bewohner. Diese können jeden ersten Sonntag im Monat tatsächlich auch kostenfrei ins Museum. Eine Übersicht darüber, wer Vergünstigungsberechtigt ist, stellen die kapitolinischen Museen hier auf ihrer Seite bereit (auf Englisch).

(*)

Abgesehen von eventuellen Vergünstigungen aber beläuft sich der Eintritt in die kapitolinischen Museen auf 15,00 € pro erwachsener Person. Wer dazu noch einen Video- oder Audioguide in seiner Muttersprache ausleihen möchte, muss nochmals 4,00 – 6,00 € einrechnen.

Bei geführten Touren werden pro Person zusätzlich zum regulären Eintrittspreis weitere 25,00 € veranschlagt. Die Touren müssen allerdings sowieso im Vorfeld gebucht werden.

Lohnt sich der Besuch der kapitolinischen Museen?

Ich weiß, der Eintrittspreis klingt zunächst recht stramm. Aber bedenkt, dass ihr den

  1. durch den Erwerb eines Rom-Passes drücken könnt, wenn ihr als erste Museen die Musei Capitolini ansteuert,
  2. ihr durch den Besuch diverser Museen ohne Eintrittspreise (bspw. das Museo Barracco, das Museo Napoleonico, das Boncompagni Ludovisi usw. usf.) in der Ewigen Stadt wieder ausgleichen könnt und ihn
  3. nach mehreren Stunden im Museum ganz sicher wieder raus habt.

Wenn ein Museum sogar einen Museumsmuffel wie mich überzeugen kann, ist es für kultur- und geschichtsinteressierte Rombesucher ein absolutes Must-see.  Immerhin schreitet ihr im Palazzo dei Conservatori durch von Michelangelo höchst selbst erbautes Gemäuer.

Besonders sehenswert in den Musei Capitolini:

Viele Ausstellungsstücke, eigentlich mit Sicherheit längst die meisten, auch Bilder, sind mit einem QR-Code bzw. einem eigenen Code ausgestattet, über den man per Smartphone und Museumsapp (kostenpflichtig) interessante Hintergrundinfos zu den Exponaten erfahren kann. Und auch wenn man in den kapitolinischen Museen jede Menge Beeindruckendes zu sehen bekommt, stechen einige Exponate doch besonders hervor.

✔ Die Reiterstatue von Mark Aurel im Original. Eine Kopie davon auch, die steht präsent auf der Piazza des Kapitolshügels.

Mark_Aurel_Bronzestatue-370x285 Die Musei Capitolini, die kapitolinischen Museen in Rom
Das Original der Bronzestatue Mark Aurels im Innern des Palazzo dei Conservatori.

✔ Das Symbol der italienischen Hauptstadt, eine Bronzestatue der Wölfin, die Romulus und Remus säugt.

✔ Die Kolossalstatue Konstanins des Großen … zumindest in Teilen, aber auch in dieser Form höchst beeindruckend. 

✔ Die Sala dei Capitani und degli Orazi e Curiazi mit ihren verzierten Wänden. Hier wurden seinerzeit die römischen Verträge unterzeichnet.

✔ Eine 3 Meter hohe Marmorstatue der Göttin Roma aus dem 5. Jahrhundert, die Rom ihren Namen gab.

Göttin_Roma-225x300 Die Musei Capitolini, die kapitolinischen Museen in Rom
Der Legende nach stand die Göttin Roma der italienischen Hauptstadt Namenspatin.

✔ Die Sala di Annibale, ein kompletter Saal, der nur der Heldenhaftigkeit des Kaisers Hannibal gewidmet ist.

Wandbild_im_Sale_di_Annibale_Hannibal_auf_dem_Elefanten-370x285 Die Musei Capitolini, die kapitolinischen Museen in Rom
Die berühmte Szene, in der Hannibal siegreich aus der Schlacht über die Alpen einen Elefanten reitend in Rom ankommt.

Aber darüber hinaus werdet ihr sicher noch sehr viel mehr Interessantes, Faszinierendes, Verzauberndes und Spannendes in den kapitolinischen Museen entdecken. Etwa die Sammlung griechischer Götterbilder wie der Nike, Pan und anderer Statuen und wunderbare, beeindruckende Deckenverzierungen, -fresken und -bilder. Der steife Nacken lässt grüßen. 😉 Zu bestaunen gibt jedenfalls so viel, dass ein Dia-Abend mit Freunden nach dem Urlaub sicher nicht ausreicht, um dem Museum auch nur halbwegs gerecht zu werden.

Meine Empfehlung lautet daher: Plant für den Besuch der kapitolinischen Museen mindestens mehrere Stunden, besser noch mindestens einen halben Tag ein.

Extratipp: Packt eine zusätzliche SD-Karte für die Kamera ein. 😉 Die Fotos, die ich hier bereitstelle sind nur ein Bruchteil derer, die ich geschossen habe – und ich musste sogar vorzeitig die Knipserei stoppen, weil mein Akku zur Neige ging und ich am gleichen Tag noch die Frauen-Tattoo-Convention in Rom besucht habe.

 

 

(*) Wenn ihr die Produkte über den platzierten Affiliate-Link kauft, erhalte ich eine kleine Provision vom Anbieter “GetYourGuide”. Euch entstehen dabei selbstverständlich keine Mehrkosten!!

6 Comments

  1. Liebe Julia,
    wie du den Weg zum Museum beschreibst, da gehe ich im Geiste schon mit! Ich was zwar schon öfter als 1x in Rom, aber in dem Museum war ich noch nie. Als Kulturliebhaberin MUSS ich da einfach hin! Da man offensichtlich auch fotografieren und die Bilder veröffentlichen darf. setze ich das sofort auf meine Liste. Ich habe nämlich in letzter Zeit öfter Schwierigkeiten mit Foto-Erlaubnis oder den nachfolgenden Verwertungsrechten gehabt, daher freut es mich immer zu lesen, dass so Interessantes das Knipsen erlaubt. Danke für den Tipp!
    viele Grüße
    Elena

    • Hi Elena, also zumindest hat mich in noch keinem Museum jemand darauf angesprochen oder mich gebeten, das Fotografieren zu unterlassen. Wäre dem so, würde bestimmt irgendwo auch ein entsprechendes Schild aufgestellt sein, denn gerade die Musei Capitolini sind so groß, dass es durch Personal kaum alles zu kontrollieren wäre. 🙂 Zudem sind die meisten Monumente, Sehenswürdigkeiten und Museumsobjekte ja Gebäude / Objekte von öffentlichem Interesse, von daher denke ich nicht, dass es da irgendwelche Probleme gibt. Darfst mir gern einen Link zum Artikel schicken, wenn Du dann mal dort warst, dann verlink ich den gern auch hier. 🙂 LG Julia

  2. In Rom war ich bisher noch nicht. Wir sind nicht so die Museumsgänger, aber ich glaube, dass ich in Rom und im Vatikan die wichtigsten Museen unbedingt sehen möchte. Nach deinem Bericht gehören die kapitolinischen Museen unbedingt dazu.
    Danke für den Tipp, Susanne

    • Ich bin auch überhaupt nicht der Typ fürs Museum eigentlich. Ohne meine Gastgeber an dem Wochenende in Rom wäre ich da wahrscheinlich auch gar nicht hingegangen. Aber im Nachhinein hat es sich als echter Glücksgriff erwiesen. Darum leg ich den Besuch der kapitolinischen Museen auch unbedingt jedem ans Herz. Selbst wenn man ansonsten kein wirklicher Museumsgänger ist und Rom natürlich sowieso schon jeeeede Menge zu bieten hat. LG Julia

  3. Die kapitolinischen Museen stehen bei meinem baldigen Rombesuch auf dem Programmpunkt 🙂 . Ich war nun auch schon einige Male in Rom, aber dort drinnen noch nie. Das kann ich so nicht stehen lassen! Danke für deinen wertvollen Beitrag dazu!

    • Sehr gute Wahl!! Ja, in Rom gibt es immer noch irgendwas, das man noch nicht gesehen hat. Egal, wie oft man schon da war. 😀 Das macht die Stadt so einzigartig, finde ich. 🙂 Viel Spaß in den Museen und danke für das liebe Kompliment!

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