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Eine apulisch-schwäbische Symbiose:

Das Castello Svevo in Bari

Neben Bari Vecchia und der Basilica San Nicola ist das Stauferkastell wohl das Wahrzeichen Baris schlechthin. Wobei sich da mittlerweile noch ein Riesenrad am Lungomare hinzugesellt hat. Ganz nach Vorbild des London Eye. Kann man von halten, was man will. Ich besinne mich aber, wenn es um Bari geht, doch eher auf die bewährten Aspekte.

Castello_Svevo_Bari_4-1024x174 Eine apulisch-schwäbische Symbiose: Das Castello Svevo in Bari

Das Castello Svevo in Bari in bzw. hinter der Altstadt habe ich mittlerweile 3 Mal besucht.

Bei den ersten beiden Besuchen hatte ich Pech und konnte nicht das ganze Kastell besichtigen. Da wurde gerade ein Flügel renoviert und gewohnheitsmäßig dauern Restaurationen in Bari immer was länger – wie die Baresen gekonnt an der Restauration der alten Markthalle an der Piazza Ferrarese und dem dahinter liegenden Teatro Margherita unter Beweis stellen. (Ich schwöre, Stuttgart21 und der BER sind nichts dagegen! 😉 ) Wie dem auch sei. Beim dritten Anlauf klappte es dann und ich konnte nicht nur einen Flügel und die Ausstellung im Museum besichtigen, sondern auch den neu gestalteten linken bzw. oberen Flügel. Dort befinden sich die ehemaligen Gemächer Friedrichs II. von Staufen … bzw. die seiner Gattin. Er selbst war ja mehrheitlich mit Reisen und Kriegen beschäftigt. Aber von vorn:

Zur Geschichte des Castello Svevo in Bari

Die Baustruktur des schwäbischen Kastells geht auf die Byzantiner zurück. Damit ist das Castello Svevo in Bari schon bedeutend älter als die läppischen knapp 1.000 Jahre, die es her ist, dass Friedrich II. dort einzog. 

Vor ihm waren dort die Normannen ansässig, die sich Bari untertan gemacht haben. Beliebt waren sie aber nie. Und so gelang es Friedrich II. mit Hilfe der baresischen Bevölkerung, den ungeliebten Herrscher aus dem Castello Svevo in Bari zu vertreiben. Zu diesem Zeitpunkt war das Kastell vor allem eins: Wehrturm und Fort, um die Stadt gegen Aggressoren zu schützen, die über den Seeweg nach Apulien kamen. Und wenige waren das ja nun nicht. Afrikaner, Araber, Turkvölker … Aufzuzählen, wer kein Interesse am Absatz des Stiefelstaates hatte, ginge wohl schneller.

Während seines gesamten Bestehens ist das Castello Svevo in Bari drei Mal bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Hinzu kommen die während dieser Zeit variierenden Nutzungsformen (Kaserne, Residenz) die unzähligen Reparaturen und Anbauten über die Jahrhunderte, die das Kastell so besonders machen. Man kann hier die strukturellen und architektonischen Spuren diverser Herrschaftshäuser und Dekaden erkennen. Von Guglielmo il Malo über Federico II., danach die Spanier, bis hin zu Isabella von Aragon und Bona Sforza haben alle ihren Teil dazu beigetragen, dass das Castello Svevo heute das ist, was es ist.

Die Baresen und das Castello Svevo

Castello_Svevo_Bari_14-768x1024 Eine apulisch-schwäbische Symbiose: Das Castello Svevo in BariDie Bewohner Baris stehen dem schwäbischen Kastell seit jeher skeptisch gegenüber. Sie betrachteten es seinerzeit eher als Gefahr, als Risiko, denn als Verteidigungsmöglichkeit. Es schien ihnen immer mehr gegen sie selbst gerichtet, statt gegen mögliche Angreifer. Zum Glück für das Castello Svevo in Bari hat sich das Verhältnis der Einwohner zu dem epochalen Bau gewandelt.

Heute ist es eines der Wahrzeichen der apulischen Hauptstadt und lockt Kreuzfahrt-Tagestouristen und historisch interessierte Baresen gleichermaßen an. Das liegt auch darin, dass man im Kastell sehr tiefe Einblick in die bewegte Geschichte Apuliens erhält – dafür sorgen Ausstellungen, Videovorführungen und geführte Touren, sowie Audioguides.

Tipps für den Besuch im Castello Svevo in Bari

Besucht auf jeden Fall die Filmvorführung. In einem liebevoll animierten Video erfahrt ihr alles über die Geschichte des Kastells, was es zu wissen gibt. Eine sehr gut investierte halbe Stunde, auch, weil der Film bereits im Eintrittspreis inklusive ist. Wenn ihr kein Italienisch versteht, ist das Video auch auf Deutsch und Englisch verfügbar. Einfach dem Mann am Projektor Bescheid sagen, dann ist die nächste Runde in eurer Sprache. 🙂

Im unten gelegenen Ausstellungsraum gibt es jede Menge Spannendes zu entdecken. Vasen, Wanddekor, Sarkophage und allerlei mehr, das Archäologen in der ganzen Gegend rund um Bari ausgegraben und konserviert haben. Damit ist die Ausstellung auch ein großer Beweis dafür, wie vielschichtig Apulien ist und wie viel es auch außerhalb der Hauptstadt zu entdecken gibt. Im oberen Teil der Ausstellung gibt es vor allem antike Handwerkskunst zu bestaunen, aber auch Fotos der vergangenen Arbeiten am Kastell.

In Apulien findet am ersten Sonntag im Monat ein der “Domenica al Museo” statt. Mehrere Hundert Museen in ganz Apulien könnt ihr an diesem Sonntag besuchen, ohne Eintritt zu bezahlen. Das Castello Svevo in Bari ist eines davon! Auf dieser Seite des italienischen Kulturministeriums wird eine Liste zur Verfügung gestellt, in der einige der teilnehmenden Museen aufgelistet sind. Darüber hinaus informiert auch Puglia-Events regelmäßig hier im Voraus, ob und wo der Sonntag im Museum stattfindet.

Eintritt und Öffnungszeiten des Castello Svevo in Bari

➡ Geöffnet ist das Castello Svevo in Bari Mittwoch bis Montag von 08.30 Uhr bis 19.30 Uhr.

➡ Eintrittskarten können bis eine Stunde vor Schließung erworben werden.

➡ Dienstag ist Ruhetag!

➡ Der Eintritt kostet für den Besuch des Kastells inklusive Ausstellungen 10,00 € pro Erwachsenem!
Auf der Webseite steht 3 €, die habe ich noch nie bezahlt. Deshalb halte ich das für eine veraltete oder unvollständige Information. Korrigiert mich aber gern, wenn ihr das anders erlebt habt!! 🙂

➡ Im Kombiticket, das innerhalb 15 Tagen ab Kauf zum Besuch des Castello Svevo in Bari, des Castel del Monte in Andria, des Castello di Trani, sowie des nationalen Archäologiemuseums in Gioia del Colle berechtigt, kostet 17,00 € für Erwachsene.

➡ Der Mietpreis für den Audioguide liegt hingegen tatsächlich zwischen 3 € und 5 €.

➡ Ihr findet das Castello Svevo in der Piazza Federico II., 4.

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