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Tipps für Matera

Tipps_fuer_Matera_1-733x508 Tipps für Matera - das hat die europäische Kulturhauptstadt 2019 zu bieten
Panorama über Matera

Ihr seid in Matera angekommen, herzlichen Glückwunsch. Dann kann es ja los gehen mit dem Sightseeing-Programm. Denn zum Anschauen und Besichtigen hat Matera gerade genug zu bieten. Ausnahmslos empfehlen möchte ich euch einen Besuch der Sassi, der Altstadt Materas. Sie ist das Highlight der süditalienischen Stadt und war das ausschlaggebende Kriterium für die Wahl Materas zur europäischen Kulturhauptstadt 2019.

» Geführte Touren durch die Sassi von Matera gibt es bereits ab 10 Euro pro Person.(*)
» Für Gruppen rechnen sich ab 15 Teilnehmern Führungen ab rund 150 €.(*)
» Wer im voraus bucht, erspart sich vor Ort die Suche nach einem deutschsprachigen Guide.

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So holt ihr das beste aus eurem Besuch in Matera heraus!

Ganz gleich, ob mit Tourguide oder ohne, unbedingt einen Abstecher solltet ihr in den Sassi zum Casa Grotta in Casalnuovo und zur daneben gelegenen Sankt-Andreas-Krypta machen!! Schon allein diese beiden Tipps für Matera werden euren Aufenthalt in der Kulturhauptstadt 2019 aufwerten, weil sie einfach einen spannenden Einblick in die altertümliche Wohn- und Lebenssituation der Bewohner der Sassi bietet.

Das Casa Grotta

Diese Grottenwohnung wurde zu einem kleinen Museum ausgebaut. Sie erlaubt es, die Lebensumstände der Bewohner Materas nachzuvollziehen. Vor allem gibt sie aber einen guten Eindruck davon, wie systematisch die in die Felsen gehauenen Wohnungen aufgebaut waren. Fünf Zimmer erstrecken sich über drei Stockwerke in den Felsen hinein und hinunter.

Es läuft ein Audioguide, der euch die Geschichte der für die Sassi typischen Felsenwohnungen näher bringt. Allerdings wechseln sich hier nur die englische und italienische Version ab. Es ist aber durchaus vorstellbar, dass die Betreiber zukünftig aufstocken und die Erklärung auch auf Deutsch abspielen. Im Guide erfährt man nämlich allerlei Kurioses über das Leben in solch einer Wohnung. Etwa, dass das Ehebett deshalb auf so hohen Füßen steht, damit die Hühner und Schweine darunter Platz zum Schlafen fanden.

Öffnungszeiten und Eintritt Casa Grotta:

Die Felsenwohnung ist von April bis Oktober von 9.30 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet.

In der Nebensaison von November bis März könnt ihr sie von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr besichtigen.

Der Eintritt kostet pro erwachsener Person 2.00 €.

Die Sankt-Andreas-Krypta

Direkt neben dem Casa Grotta liegt die Cripta di San Andrea, eine in den Felsen getriebene, ehemalige Wohn- und Wirkungsstätte von Mönchen. Sie besteht bereits seit dem 12. Jahrhundert und erstreckt sich ebenfalls über drei Stockwerke immer tiefer in die Felsen hinein. Zu sehen gibt es gleich verschiedene Zisternensysteme, die die Mönche mit Trinkwasser versorgten. Der Audioguide erklärt die unterschiedlichen Funktionsweisen sehr detailliert. Im zweiten Untergeschoss befanden sich die Schlafstätten der Mönche und das dritte Untergeschoss war dem Gebet gewidmet. Zumindest lassen die Totengebeine und Wandzeichnungen – man vermutet einen Engel -, die sich auf dieser Etage finden, diesen Schluss zu.

Öffnungszeiten und Eintritt Cripta di San Andrea

Öffnungszeiten und Eintrittspreise für die Krypta decken sich mit denen des Casa Grotta.

Von April bis Oktober ist zwischen 9.30 Uhr und 19.30 Uhr geöffnet.

Zwischen November und März von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr.

Mit 2.00 € seid ihr auch hier dabei.

Die Chiesa di San Pietro Caveoso

Diese Kirche bildet den Mittelpunkt der Sassi. Auch wenn sie außen an der Fassade Anflüge frühen Barocks aufweist, geht dieser Gottesbau auf das frühe 13. Jahrhundert zurück. Für eine echte Barockkirche ist das Innere der Kirche auch deutlich zu schlicht ausgefallen. Dennoch sind etwa die Deckengemälde unbedingt das ein oder andere Foto wert. Vor allem aber erlaubt der Vorplatz der Kirche die San Pietro Caveoso einen schönen Blick auf das Panorama der Sassi von Matera.

Tipps für Matera außerhalb der Sassi

Klar, die Sassi sind das absolute Muss bei einem Besuch in Matera. Und es stimmt, man kann sich in den verwinkelten Gässchen förmlich verlieren. Doch es gibt noch ein paar andere Tipps für Matera, die ihr in euren Besuch unbedingt integrieren solltet.

MOOM – das Matera Olive Oil Museum

Am Rande der Sassi befindet sich ein Olivenölmuseum. Hier könnt ihr nicht nur Einblicke in eine lang gehegte Tradition der Stadt erhalten, sondern auch ganz prinzipiell in die Olivenölherstellung. Einzigartig dürfte die alte Produktionsstätte besonders aufgrund dessen sein, dass sie sich ebenfalls tief im Innern der Felsen von Matera befindet.

Öffnungszeiten und Eintritt ins Olivenölmuseum

Wer das MOOM besichtigen möchte, sollte sich mindestens 3 Tage vorher mit dem Betreiber in Verbindung setzen und eine Führung reservieren. Das geht über dieses Kontaktformular oder über die Mailadresse.
Es gibt auch die Möglichkeit, das Museum ohne Reservierung zu besuchen. Etwa an bestimmten Feiertagen oder zu bestimmten Anlässen in der Stadt. Sicherer und weniger aufwändig ist aber in jedem Fall eine Reservierung.

Geöffnet ist das Museum immer samstags nachmittags zwischen 16.30 Uhr und 19.30 Uhr und sonntags von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr.

Der Eintritt ins Olivenölmuseum kostet für Erwachsene 5.00 € pro Person.

Der Archäologiepark Murgia Materana und die Schlucht von Matera

Von den Sassi aus habt ihr schon einen spektakulären Blick über die Schlucht von Matera. Im Tal seht ihr einen Flusslauf, am Hügel gegenüber uralte Höhlen aus teilweise sogar neolithischer Zeit. Dieses Gebiet lädt förmlich zu einem ausgedehnten Spaziergang oder einer Wandertour ein und gehört zu den Tipps für Matera, die mir am meisten am Herzen liegen. Die steinzeitlichen Ausgrabungsstätten im Archäologiepark sind für historisch Interessierte bestimmt ein sehenswertes Schmankerl. Außerdem kann man hier Jahrtausende alte Felsenkirchen besichtigen, deren Erbauung bis ins Römische Reich zurückreichen.

Eintritt und Öffnungszeiten in den Archäologiepark Murgia Materana

Der Archäologiepark ist grundsätzlich ganzjährig für Besucher offen.

Geführte Touren beginnen von April bis Oktober morgens um 9.30 Uhr bis 13.00 Uhr, sowie nachmittags ab 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr.

Von November bis März werden sie nur morgens zwischen 9.00 Uhr und 13.30 Uhr angeboten.

Wer aber reserviert, kann auch außerhalb der gewohnten Zeiten auf Besichtigungstour gehen.

Ein geführter Besuch des Archäologieparks kostet für die

  • einstündige Führung 7.50 € pro Person,
  • zweistündige Führung 12.50 € pro Person und
  • die vollständige Wanderung von vier Stunden 17.50 € pro Person.

Darüber hinaus sind auch Wandertouren von bis zu 8 Stunden im Angebot. Ihr könnt also euren Wanderfreuden in Matera voll und ganz und aufs ausgiebigste fröhnen. Der Eintrittspreis für die Felsenkirchen ist aber in keiner Tour inbegriffen!

Das Castello Tramontato

Nicht nur in Tarent steht ein Castello Aragonese. Auch Matera hat so eines zu bieten und ohne diese Burg wären die Tipps für Matera einfach nicht komplett. Wenngleich es eine kleine Einschränkung gibt (s.u.). Das Kastell stammt aus dem 16. Jahrhundert und zumindest der Burgherr sorgt für einen gar nicht so ganz unspannenden Teil der Geschichte. Der wurde nämlich von den Bewohnern Materas ermordet. Und zwar weil die Kosten für das Kastell mit 25.000 Dukaten ziemlich hoch waren. Natürlich hat der Feudalherr diese Ausgaben auf die Bewohner umgewälzt. Diese wollten das nicht auf sich sitzen lassen und ermordeten Tramontato nach der Messe am 29. Dezember 1514 hinterrücks in einer Seitengasse. Das Kastell wurde entsprechend nie vollendet und war auch nie bewohnt.

Eintritt und Öffnungszeiten ins Castello Tramontato

Das Kastell befindet sich aktuell in der Renovierungsphase. Solange diese andauert, kann man es nur von außen besichtigen.

Der Vorteil: Die Besichtigung ist kostenlos.

Kulinarische Tipps für Matera

Wie jede andere Region und Stadt in Italien hat auch Matera ganz eigene typische Produkte und Leckereien anzubieten, die ihr unbedingt kosten solltet. Und so dürfen auf der Liste von Tipps für Matera natürlich auch die kulinarischen nicht fehlen. Selbstredend ist diese kurze Aufzählung nur ein Ausschnitt der Küche Materas.

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Zwiebelmus bzw. Zwiebelaufstrich – klingt schlimm, schmeckt großartig.
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Außen knackig, innen soft – die Mandelkekse aus Matera

Mit diesen Tipps für Matera werdet ihr garantiert satt:

Was allgemein auffällt, ist, dass Matera kulinarisch viel Eingelegtes, Eingewecktes und Getrocknetes auf dem Speiseplan stehen hat. Der Grund ist recht schnell gefunden.

Einerseits sind die Felsenwohnungen ziemlich feucht – nicht nur, weil teilweise offene Wasserläufe (Zisternen) darin verlegt waren, sondern auch, weil es keine Möglichkeit zum Lüften oder Isolieren gab. Da musste man zusehen, dass man seine Vorräte haltbar macht. Und – und das wussten auch unsere Großeltern noch – das geht am besten, wenn man Produkte pökelt, einlegt, einweckt und trocknet.

Andererseits sind die Böden rund um die Sassi recht steinig und karg, so ist das Nahrungsangebot von Natur aus beschränkt. Deutlich erkennbar auch an typischen Speisen und Hauptgerichten, die in Lokalen und Restaurants angeboten werden, die sich auch kulinarisch der Tradition der Sassi widmen.

  • Dazu zählen etwa der Cazzomarro. Dabei handelt es sich um Innereien vom Lamm, zubereitet auf dem Rost. Soll wohl geruchlich kein Highlight sein, aber dafür umso besser schmecken.
  • Auch ein Versuch wert: die Crapiata. Ein Eintopf aus verschiedenen Hülsenfrüchten, Getreide und Kartoffeln, der klassischer Weise mit dem viel gepriesenen Brot aus Matera serviert wird – Teller auswischen versteht sich also von selbst.
  • Zu guter Letzt sei die Pignata erwähnt. Ein Gericht, das aus der schieren Not heraus geboren zum Aushängeschild der Küche Materas avanciert. Wieder Fleisch, wieder vom Schaf, diesmal aber vom ausgewachsenen. Dieses wird über Stunden mit Teig, Gemüse, Pecorino-Käse, typischen Gewürzen (Thymian, Fenchelsamen, Oregano) und ein paar Stückchen Salami zusammen in einem luftdichten Terrakottagefäß gekocht. Wer das gern probieren möchte, sollte bei einem Agroturismo seiner Wahl fragen, ob es auf dem Menü steht und falls sie es anbieten, mit einem Vorlauf von einigen Tagen reservieren!

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