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Die 3+1  wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Trani

Einmal mehr geht es auf einen Ausflug in die Provinz von Bari. Einmal mehr geht es um einen kleinen Ort, den man leicht übersehen könnte. Wobei man sagen muss, dass Trani doch vergleichsweise gut frequentiert und touristisch erschlossen ist. Beinahe täglich kommen hier Reisegruppen und -busse an, um Apulienurlauber die Sehenswürdigkeiten in Trani näher zu bringen. Und ich muss gestehen, auch ich konnte dem Charme von Trani nicht widerstehen.

Es hält ein paar echt sexy Fotospots bereit, eine schnuckelige kleine Altstadt wie aus dem Bilderbuch. Im Ernst, das Stadtzentrum von Trani könnte die Blaupause für alle historischen Stadtkerne Italiens sein. Verwinkelte, enge Gässchen, frisch gewaschene Wäsche vor den Eingängen und Fenstern, der Duft frisch gekochten Essens, der aus offen stehenden Haustüren sogenannter Bassi durch die Gassen strömt und mit Blumen und Pflanzen dekorierte Hauseingänge. Für mich persönlich gehört bereits die Altstadt ganz klar zu den Schönheiten des kleinen Städtchens an der Adria.

Während sich die Altstadt ihren Besuchern bei einem ausgedehnten Spaziergang mit offenen Augen und gezückter Kamera wunderbar erschließt, möchte ich euch in den folgenden Abschnitten auch die weiteren Highlights vorstellen. Die meiner Meinung nach 3 wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Trani.

Größer und Spannender als das in Bari, Das Castello Svevo in Trani

Wenn ihr euch für Kultur und Geschichte interessiert, dürft ihr euch das schwäbische Kastell in Trani nicht entgehen lassen. So imposant es von außen ist, so verwinkelt ist es von innen. Botenein- und -durchgänge, sowie Küchendurchreiche, Waschbecken, Abfallentsorgungsanlagen und Badezimmer samt Toiletten inklusive. Über Treppen erreicht man die unterschiedlichen Flügel, Stockwerke und Innenhöfe.

Ein weiteres Highlight sind die vergleichsweise modernen Gefängniszellen aus dem 19. Jahrhundert, die in dem Kastell aus dem 13. Jahrhundert ein wenig aus der Zeit gefallen scheinen. Daran erkennt man allerdings auch schon, wie wechselhaft die Geschichte des Castello von Trani ist. Über die Jahrhunderte hatte es unterschiedliche Zwecke inne und wurde auch ein paar Mal nennenswert um- bzw. ausgebaut. Die wichtigsten Eckdaten habe ich einmal für euch zusammengetragen.

  • In Auftrag gegeben wurde das Kastell in Trani von (wie könnte es anders sein) dem Stauferkönig Friedrich II.
  • Erbaut wurde das Castello Svevo zwischen 1233 und 1249.
  • In seiner Ursprungsform bestand das Kastell aus einem rechteckigen Grundriss mit quadratischen Türmen an jeder Ecke und einem zentralen Burghof.
  • An den drei aufs Festland weisenden Seiten wurde die innere Einfriedungsmauer errichtet, die im Zuge von Restaurationen zu Teilen freigelegt und noch heute sichtbar sind.
  • Ursprünglich war das Castello di Trani vom Festland durch einen – vermutlich natürlich entstandenen – Wassergraben getrennt.
  • In einem der Türme ließ Friedrich II. den Sohn des Grafen von Venedig erhängen, den er in der Schlacht von Cortenova 1237 gefangen genommen hatte.
  • Außerdem in der Festung gefangen gehalten wurde – ebenfalls auf Geheiß des schwäbischen Königs von Sizilien – die Mutter des Schwiegersohnes von Federico II. Explizit die Anweisung, sie bei Wasser und Brot einzusperren. Sie starb 1279 in ihrem Gefängnis im Castello Svevo von Trani.
  • Während Friedrich II. – sofern im Land – eher im Castello di Bari residierte, lebte im Kastell von Trani sein Sohn Manfredi.
  • Unter der Folgeherrschaft derer von Anjou wurden erstmals größere Umbaumaßnahmen am Kastell zur militärischen Verstärkung vorgenommen.
  • Im späten 14. Jahrhundert ging das Castello auf Anweisung des Königs von Neapel, Karl III., an dessen Söldnerkommandanten da Barbiano über.
  • 1533 haben die neuen Herrscher, die Spanier, weitere Umbauten vorgenommen, um das Castello gegen moderne Kriegsmaschinerie wie Schießpulver zu verstärken.
  • Das Kastell wurde zu allen Seiten merklich verstärkt und um zwei Schutzwälle im Nordosten und Südwesten, die Schussseite, erweitert.
  • Zwischen 1586 und 1677 war das Castello in Trani Sitz des königlichen Provinzgerichtes von Bari.

Früher pilgerte hier San Nicola hin, heute die Touristen: Cattedrale San Nicola Pellegrino

Unweit vom Kastell von Trani, in wenigen Schritten erreichbar, befindet sich die zweite der Sehenswürdigkeiten in Trani, die ich für besonders reizvoll halte: die Kathedrale San Nicola Pellegrino. Wobei ich euch unbedingt dazu anhalten will, euch auf den Bänken am Lungomare zur Linken der Kathedrale eine Verschnaufpause zu gönnen. Dort könnt ihr die imposante Basilika und das offene Meer herrlich auf euch wirken lassen. Alternativ könnt ihr unterhalb der Kirche auch auf dem Kai entlang schlendern und euch die frische Meeresbrise um die Nase wehen lassen.

Die Kathedrale ist dem griechischen Pilger Nikolaus (nicht der, dessen Gebeine in der Hauptkirche in Bari ruhen) geweiht. Dieser soll in Griechenland als Verrückter gegolten haben, weil er permanent Spazieren ging, wobei er Kyrie Eleison auf Dauerschleife vor sich hin rezitierte. Seine Mutter gab ihn in die Obhut eines Klosters, wo er mit Schlägen bestraft wurde. Statt sich zu beschweren, begab er sich von dort aus auf Pilgerfahrt in Richtung Rom. Unterwegs ging er der Besatzung so sehr mit seinem ewigen Kyrie Eleison auf die Nerven, dass diese ihn über die Planken gehen ließen. Laut Legende soll Nicola trotzdem und sogar schneller als das Schiff die apulische Küste erreicht haben. Gestrandet ist er zunächst in Otranto, wo er aber sogar die Erzdiözese gegen sich aufbrachte, weil er weiterhin permanent Kyrie Eleison sang. So erging es ihm auch in seiner nächsten Zufluchtsstation in Lecce, sowie darauffolgenden in Tarent. Am 20. Mai 1094 erreichte Nikolaus dann schlussendlich Trani. Sein Markenzeichen, das Kyrie Eleison, erweckte die Neugier einer Heerschar kleiner Kinder, denen er Obst und Früchte geschenkt hat. Die Erzdiözese von Trani verhörte ihn, war aber eher beeindruckt von der Einfachheit und Reinheit seines Glaubens. Drei Tage nach seiner Ankunft in Trani erkrankte Nicola schwer und verstarb 10 Tage später. Er wurde in der Kirche Santa Maria de Russis (San Giacomo) bestattet, wo sich schon bald darauf Wunder ereignet haben sollen. Auf Forderung der Bewohner sprach ihn die Diözese wenige Jahre nach seinem Ableben heilig und ließ 1098 den Bau der ihm geweihten Kathedrale von Trani beginnen, wo seine sterblichen Überreste heute ruhen.

Neben der spannenden Lebensgeschichte ihres Namensgebers, des Heiligen Nikolaus, dem Pilger, weißt die Kathedrale von Trani auch architektonisch ein paar Besonderheiten auf, die ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten will.

  • Die Cattedrale di Trani ist auf den Grundmauern der Kirche Santa Maria de Russis erbaut.
  • Von dieser ursprünglichen Kirche ist auch noch die Gruft des Heiligen Leukios erhalten, dessen sterbliche Überreste hier seit dem 9. Jahrhundert in einer Grabkammer unterhalb des Meeresspiegels in der Erde liegen.
  • 1098 wurde die Errichtung der Kirche in Auftrag gegeben.
  • 1099 wurde mit dem Bau begonnen.
  • 1143 wurde die Kathedrale eingeweiht.
  • Fertiggestellt wurde der Bau aber erst nach 1200.
  • Die Kirche besteht ausschließlich aus Kalkgestein, das in der Gegend um Trani abgebaut wurde.
  • Obwohl die Kathedrale architektonisch ganz klar dem romanisch-apulischen Stil zuzuordnen ist, lassen sich in einzelnen Elementen auch Spuren arabischer Architektur erkennen.
  • Zu den Sehenswürdigkeiten in der Kathedrale zählen außerdem die erhaltenen Freskenteile aus dem Hochmittelalter, sowie die Reste eines Fußbodenmosaiks aus der gleichen Zeit.
  • Am Treppenstieg zur Krypta ist eine Tafel angebracht, die vom Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. zeugt, der die Sehenswürdigkeiten in Trani schon seinerzeit zu schätzen wusste.

Das inoffizielle Highlight der Sehenswürdigkeiten in Trani, die Villa Comunale

Von der Kathedrale aus am Lungomare entlang, gelangt ihr über die Hafenpromenade mit zahlreichen Restaurants, Cafés und Bars zu meinem persönlichen Hotspot: der Villa Comunale. Für mich das unangefochtene Highlight der Sehenswürdigkeiten in Trani. Bei der Villa Comunale handelt es sich um einen weitläufigen, wunderschön angelegten Stadtpark. Im Italienischen bezieht sich Villa nämlich, anders als im Deutschen, nicht auf ein Gebäude, das von einer großzügigen Gartenanlage umgeben ist, sondern auf die Grünanlage selbst. Das, was wir Villa nennen, nämlich das luxuriöse Wohngebäude inmitten eines großen Gartens, ist in Italien nicht obligatorisch. Somit ist die Villa immer ein Park oder ein Garten. Und der von Trani hat es in sich. Mit zahlreichen Bänken, Kunstwerken, Büsten und Brunnen lädt der Stadtgarten zum Verweilen, Flanieren und Fotografieren ein. Hier könnt ihr euch im Schatten der Bäume ausruhen, den Blick über das offene Meer schweifen lassen und wunderschön gestaltete Blumenbeete bestaunen. Hier könnt ihr euch nach dem Spaziergang durch Trani entspannen und den Tag fernab von Hektik ausklingen lassen.

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2 Comments

  1. Liebe Julia,

    das klingt nach einem Reiseziel genau nach unserem Geschmack: eine Burg (aber warum schwäbisch?), eine sehenswerte Kirche und ein wundervoller Garten. Das ist perfekt! Besonders witzig finde ich auch den “Kyrie Eleison” singenden Nikolaus. Ich glaube, der würde mich auch auf die Nerven gehen. 🤣.

    Liebe Grüße,
    Monika

    • Ja, hehe, ich schätze, wirklich viele Freunde hat er sich damit wohl nicht gemacht. 😀
      Schwäbisch aus dem gleichen Grund, wie im Fall des Castello Svevo di Bari. Auch das Castello Svevo di Trani ist durch den Stauferkönig bzw. -kaiser Friedrich II. – wenn nicht erbaut – so doch zumindest umgebaut und stilistisch geprägt.

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