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Typisch italienische Aberglauben

Es scheint die Italienfans umzutreiben, wie das in Italien mit dem Aberglauben so ist. Immer wieder landen Wissbegierige auf meinem Blog und möchten sich über dieses doch recht typische italienische Phänomen informieren. Interessanter Weise sind so einige gängige Vorstellungen gar nicht so anders als unsere in Deutschland. Bei uns klopft man zum Beispiel auf Holz, um etwa einen schlechten Ausgang auf eine gute Nachricht abzuwenden bzw. um sich Glück für die gerade genannte Sache zu wünschen. In Italien berührt man dafür Eisen oder als Frau die linke Brust. Das Pendant für Männer, wenn grad kein Eisen in der Nähe ist, ist übrigens, Mittel- und Ringfinger einzurollen und mit Zeige- und kleinen Finger nach unten zu zeigen. Die Sache mit dem Metall ist allerdings Geschlechter übergreifend. Nicht ohne Grund ist die linke Brust der Bronzestatue der Julia in Verona ganz schön abgewetzt. 

Ebenfalls verbreitet ist die Vorstellung, dass eine schwarze Katze, die von rechts nach links vor jemandem über die Straße läuft, Unglück bringt. Der italienische Aberglauben, dass es Pech bringt, unter einer Leiter hindurchzulaufen, ist uns genauso geläufig, wie dass der fehlende Augenkontakt beim Miteinander-Anstoßen sieben Jahre schlechten Sex beschert. Es gibt aber auch typische, italienische Aberglauben, die uns Deutschen eher fremd sein dürften.

Schuhe im italienischen Aberglauben

  • Man verschenkt keine Schuhe! 

Einer anderen Person Schuhe zu schenken, bringt Unglück. Deshalb schenkt man nur Toten neue Schuhe. 

Eine Möglichkeit, diesen italienischen Aberglauben zu umgehen: An einem Tag den einen, am andern Tag den andern Schuh schenken. Scheinbar bringt es nämlich nur Pech, wenn man das Schuhpaar gleichzeitig verschenkt. 

Der italienische Aberglaube und Hüte

  • Nie, nie, niemals nicht Hüte auf Betten legen!

Sonst wird man von der Erinnerung an die Riten der letzten Salbung durch den Priester am Sterbebett verfolgt. 

Die scheint im Hut hängen zu bleiben und jedes Mal, wenn man diesen wieder aufsetzt, so will es der italienische Aberglaube,  sieht man die letzte Salbung vor seinem inneren Auge. Ob das die eigene ist, also ein unglücklicher Blick in die Zukunft, oder die einer potentiell in dem betroffenen Bett versterbenden oder verstorbenen Person, ist nicht belegt.

Füße und italienische Aberglauben

  • Man kann auch in Italien mit dem falschen Fuß aufstehen.

Allerdings hat der italienische Aberglauben genau definiert, welches der falsche Fuß ist. Nämlich der linke. Der wird seit jeher mit dem Teufel in Verbindung gebracht.

Darum ist es wichtig, mit dem rechten Fuß zuerst aus dem Bett zu steigen und auch immer zuerst den rechten Schuh anzuziehen. Aber nicht den geschenkten!!

Im italienischen Aberglauben haben auch Linsen Platz

  • Am 01. Januar sind Linsengerichte ein absolutes Muss für Glück im neuen Jahr.

Wer hätte das gedacht? Linsen bringen Reichtum und Glück. Zumindest, wenn es nach einem der am weitesten verbreiteten italienischen Aberglauben geht.

Wer nächstes Jahr also reich werden will, sollte sich schon einmal ein paar Linsenrezepte für Neujahr raussuchen. Dann kann nichts mehr schief gehen.

Viel Glück zu wünschen kann auch Pech bringen

  • Dem Wolf ins Maul. (In bocca al lupo.)

Glück zu wünschen will gelernt sein, sagen italienische Aberglauben. Ein schlichtes “buona fortuna” (viel Glück) bringt im Zweifelsfall Unglück und sollte deshalb unbedingt vermieden werden. 

Richtiger Weise muss man dem Beglückwünschten “in bocca al lupo” (dem Wolf ins Maul) mit auf den Weg geben. Wohl ein alter Jagdgruß, wenn man den Überlieferungen glauben darf. Die passende Antwort darauf ist übrigens “crepi”, kurz für “crepi il lupo” (möge er (der Wolf) sterben). 

Merke also: “Viel Glück” bringt potenziell Unglück (direkt die Brust antippen, Mädels!), ein krepierender Wolf bringt Glück. 

Olivenöl darf bei italienischen Aberglauben nicht fehlen

  • Achtung, beim Umgang mit Olivenöl.

Olivenöl ist ein wertvolles Gut, auf das die Italiener besonders stolz sind. Es zu verschwenden, gilt nicht nur kulinarisch als Fauxpas. 

Nein, Olivenöl zu großzügig einzusetzen gilt als Verschwendung und man riskiert damit auch, viel Geld zu verlieren. Lieber nichts riskieren, nicht wahr?!

Regenschirme und ihr Einfluss auf glückliche Jahre

  • Regenschirme niemals nicht im Haus aufspannen!

Nicht, dass es dafür überhaupt einen wirklichen Grund gäbe, aber: Im Haus aufgespannte Regenschirme bringen viele Jahre Pech. 

Wer die Teile also eventuell trocknen lassen möchte, sollte das auf der Terrasse oder dem Balkon oder zumindest im Treppenhaus vor der Wohnungstür tun. Denn in der Wohnung aufgespannt droht der Regenschirm jahrelang Unglück zu bringen.

Auch italienische Aberglauben haben einen Kehraus

  • Selbst der beste Märchenprinz lässt sich mit dem Besen verjagen!

Wer als Single-Frau seinen Traummann nach Hause einlädt oder hohe Erwartungen an den Besuch hat, sollte es vermeiden, ihn in einem Raum zu begrüßen, in dem gerade gefegt wird!

Berührt der Besen die Füße des Märchenprinzen nämlich auch nur aus Versehen, wird aus der angestrebten Verkupplungsnummer nämlich nichts.

 

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