Gravina in Puglia und warum ein Besuch nicht ausgereicht hat

Dass ich Gravina in Puglia sehen wollte, war für mich schon länger klar. Meine Motivation für einen Besuch der Stadt habe ich letztes Jahr in meinem Bucketlist-Artikel über meine Wunschreiseziele 2018 damit begründet, dass hier ein Fest zu Ehren des braunen Kräuterseitlings stattfindet und mich die Grottenkirche San Michele reizen würde, ebenso wie das historische Viadukt, das das Tal von Gravina in Puglia überspannt.

Bei meinem Besuch, der nun im Oktober endlich stattfinden sollte, wurde ich dann auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Für das Pilzefest war ich einen Monat zu spät, für den Besuch der Sehenswürdigkeiten war keine Zeit. Ich hatte das Angebot Gravinas einfach unterschätzt und wir waren zu fünft unterwegs, um meiner Verwandtschaft Matera zu zeigen und wollten Gravina in Puglia “mal so eben auf dem Weg mitnehmen”.

Das römische Viadukt in Gravina in Puglia

Fakt ist: Der Plan ging nicht auf. Viele Führungen dauern mehrere Stunden und werden zudem nur in Italienisch, höchstens auf Englisch angeboten, sodass ich das meinem Besuch nicht zumuten wollte. Besonders nicht, da ich ihnen unbedingt die Sassi von Matera zeigen wollte. Dennoch möchte ich euch von meinen ersten Eindrücken aus Gravina in Puglia kurz berichten.

Denn auch die kurze Zeit, die ich dort verbracht habe und die wenigen Dinge, die ich mit der Kamera einfangen konnte, haben mir eine Sache klar verdeutlicht: Ein Besuch der Stadt lohnt sich in jedem Fall und ich werde bestimmt noch einmal wiederkommen.

Das Castello di Gravina in Puglia

Etwas außerhalb von Gravina selbst gelegen ist die Ruine des Castello di Gravina. Besuchen konnten wir die Burgruine nicht, die einstmals Federico II. als Jagdschloss und dem Klerus für Treffen der Kurie diente. Wir hätten gekonnt, denn der Zugang ist zwar durch ein Tor mit Vorhängeschloss versperrt. Allerdings kann man rechts und links dran vorbeischlüpfen. Inwiefern nun dieses Tor also einen echten Sinn hat, sei dahin gestellt. Wir haben das Gelände auch nicht widerrechtlich betreten – also, ich hätte es gemacht, aber der Mann an meiner Seite war dagegen -, denn am Ende des Tages ist von dem Castello sowieso so gut wie nichts übrig geblieben, dass es sich gelohnt hätte, eine Strafe zu riskieren, um die letzten halbwegs erhaltenen Außenmauern aus der Nähe zu betrachten. Ein nettes Fotomotiv ist der alte Jagdsitz Friedrichs II. aber dann doch.

Castello Svevo in Gravina in Puglia

Das Zentrum von Gravina in Puglia

Das Zentrum der Altstadt hat man eigentlich recht schnell durchschritten. Allzu viel Sehenswertes gibt es hier auch nicht. Allerdings gibt es hier eine tolle Aussichtsplattform mit Blick auf die Höhlen in der unwirklichen Felsenlandschaft der umliegenden Talsenken und auf das beeindruckende, römische Viadukt. Im Stadtzentrum selbst ist das größten Highlight Gravina in Puglias die Kathedrale Santa Maria Assunta, die direkt neben dem Belvedere mit Blick auf die Felsenhöhlen im Tal und das Viadukt steht.

Kathedrale S. Maria Assunta in Gravina in Puglia

Was man in Gravina in Puglia besichtigen kann

Mich reizen selbstverständlich die Dinge, die ich bei unserem ersten Besuch in Gravina nicht mitmachen konnte. So will ich gern die Felsenkirche San Michele delle Grotte entdecken (kostet Eintritt) und das Viadukt überschreiten. Außerdem möchte ich gern die Untergrund-Führung mitmachen, bei der man durch ein Labyrinth aus Kellergewölben, ehemaligen Kultstätten, Zisternen und anderen Hypogäen unterhalb der Stadt geleitet wird. Nicht zuletzt will ich einfach gern mal einen Blick in die steinzeitlichen Höhlen “Cantine di Cavato” (ebenfalls gegen Gebühr) werfen, die sich über die gesamte Felsentalsenke vor Gravina verteilen.

Ausblick auf die Höhlenlandschaft in Gravina in Puglia

Fazit: Gravina in Puglia lohnt sich

Obwohl ich selbst ja schon lange Zeit neugierig auf Gravina war und bin, muss ich gestehen, dass ich die Stadt und seine Sehenswürdigkeiten, vor allem die schiere Anzahl an Attraktionen, unterschätzt habe. Leider kann man viele Dinge nur unter Führung ortskundiger Guides unternehmen und muss dafür natürlich bezahlen. Was an sich vollkommen okay ist, denn die müssen ja auch von etwas leben. Aber wir hatten dafür leider einfach keine Zeit und keine des Italienischen mächtigen Besucher, die auch mit Englisch so ihre liebe Not haben, da hätte es sich in mehrfacher Hinsicht nicht gelohnt, während unserer Stippvisite eine davon zu buchen. Zumal dann auch noch die Mittagspause anstand und wir viel Zeit mit Warten hätten vertrödeln müssen.

Gravina in Puglia ist einen Besuch unbedingt wert! Nächstes Mal gehen wir aber etwas planvoller vor und bringen definitiv mehr Zeit mit. 🙂

4 Comments

  1. Das sieht nach einem tollen Tagesausflug in Sachen Höhlenforschung aus.
    Gut, wenn du jetzt weißt, dass es in der Region so einiges zu sehen und erleben gibt, dann wird deine nächste Tour bestimmt ausgiebiger.
    Ich persönlich bin nicht so der Höhlenfan, mir ist es in luftiger Höhe mit viel Überblick lieber.

    Liebe Grüße, Katja

    • Nee, nee, von hoch oben, kann man tief fallen – das tut weh… 😀 Ich meide es, wo es geht, den Boden zu verlassen. Da bin ich auf dem festen Boden doch besser aufgehoben. 🙂

  2. Solche unterirdischen Gänge gibt’s offenbar öfter in italienischen Städten. Wir haben solche vor ein paar Jahren in Camerano in der Marche Region besichtigt. Ich bin schon gespannt, wofür die unterirdischen Gänge in Gravina in Puglia genutzt wurden.

    • Ja, ich auch. Allerdings muss ich mich wohl noch etwas gedulden, bis ich das herausfinden werd. 🙂 Aber, sobald das der Fall ist, findet diese Info sicher ihren Weg auf den Blog.

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