Wie wichtig ist euch der Lebensstandard während dem Urlaub? Wie wichtig die Qualität des Lebens beim Auswandern? Ich finde, vor allem, wenn man noch unentschlossen ist, kann es nicht schaden, zu wissen worauf man sich einlässt. Denn das Prädikat “lebenswert” gibt nicht zuletzt auch Aufschluss darüber, ob die Infrastruktur in Takt ist, wie gut die Gesundheitsversorgung ist, wie sauber Straßen und Luft sind, wie die Arbeitssituation und das Kulturangebot aufgestellt sind. Diese Kriterien wurden auch für die Wahl der Städte Italiens mit der höchsten Lebensqualität 2018 zugrunde gelegt, die die Traditionstageszeitung “Italia Oggi” jedes Jahr herausgibt. Und welche haben nun die Titel als lebenswerteste Städte Italiens 2018 gewonnen?

Platz 1.) Bozen im Alto Adige
Lebenswerteste Städte Italiens 2018 Bozen
Platz 2.) Trient im Trentino
Lebenswerteste Städte Italiens 2018 TrientPlatz 3.) Belluno in Venetien
Lebenswerteste Städte Italiens 2018 Belluno

Wie die Lebensqualität erfasst wurde?

Für die Analyse des Lebensstandards wurden 9 Kategorien zugrunde gelegt. Diese wurden in insgesamt 21 Unterkategorien unterteilt. So wurden etwa für den Stichpunkt “Arbeit” Daten über die Anzahl an Start-ups in der jeweiligen Stadt erhoben, die Arbeitslosenquote oder die Anzahl eingetragener Unternehmen pro 100.000 Einwohnern. Für die Kategorie “Umwelt” wurden Daten über die Abfallproduktion und die Stickstoffwerte in der Luft gesammelt, sowie die Benutzung des ÖPNVs ausgewertet. Für den Faktor Kriminalität wurden Statistiken über verschiedene Delikte (Überfall, Vergewaltigung, Einbruch, Drogen, usw.) zugrunde gelegt.

Die Erfassung der Daten basiert also weniger auf der persönlichen Wahrnehmung und dem individuellen Wohlgefühl, sondern vor allem auf Analysen, Statistiken und belegbaren Werten. Der Qualitätsstandard ist also ein rein Fakten basierter. Genau hier liegt auch das Problem. Denn, die Beurteilung darüber, wie lebenswert eine Stadt tatsächlich ist, kann natürlich nicht rein logisch und objektiv gefällt werden. So gilt Bologna neutral gesehen etwa als eine der lebenswertesten Städte Italiens im Hinblick auf die Arbeitswelt und ökonomischen Verhältnisse. Privat weiß ich aber mindestens von 2 Personen, die sich dort überhaupt nicht wohlfühlen.

Lebensqualität hat also auch immer etwas mit dem individuellen Empfinden zu tun. Bari zum Beispiel ist in der Gesamtauswertung von Platz 96 um 7 Positionen nach hinten auf Platz 103 gerutscht. Fühl ich mich deswegen hier nicht wohl? Nö. Klar ist aber auch, dass die Negativquote – etwa über die Beschäftigungsverhältnisse – für die Einwohner die erfahrene Lebensqualität drückt. Nicht umsonst verschlägt es mich meinem Partner zuliebe 2019 (höchstwahrscheinlich) woanders hin. Ob man die Lebensqualität also rein sachlich festlegen kann, sei dahin gestellt. Jedoch können sich persönliche Erfahrungen – gerade im Hinblick auf Wirtschaft und Kriminalität – durchaus mit den Statistiken decken.

Lebenswerteste Städte Italiens, die Top 10

Die zehn Gewinnerstädte mit der höchsten Lebensqualität in ganz Italien sind:

#1. Bozen (Alto Adige)                                                  
#2. Trient (Trentino)                                                   
#3. Belluno (Venetien)
#4. Siena (Toskana)                                                      
#5. Pordenone (Friaul-Julisch Venetien)
#6. Parma (Emilia-Romagna)
#7. Aosta (Aostatal)
#8. Sondrio (Lombardei)
#9. Treviso (Venetien)
#10. Cuneo (Piemont)

Am wenigsten lebenswerte Städte Italiens, die Flop-10

Ich beginne diese Auflistung mit der letztplatzierten Stadt:

#10. Vibo Valentia (Kalabrien)
#9. Catania (Sizilien)
#8. Neapel (Kampanien)
#7. Siracusa (Sizilien)
#6. Palermo (Sizilien)
#5. Avellino (Kampanien)
#4. Caserta (Kampanien)
#3. Bari (Apulien)
#2. Imperia (Ligurien)
#1. Agrigento (Sizilien)

Was sofort auffällt:

  • Die besonders lebenswertesten Städte sind besonders in den nördlichen Gefilden des Stiefelstaates gelegen. Was Sinn macht. Denn seit jeher ist der Norden Italiens das Industrie- und Wirtschaftszentrum.
  • Die eigentlichen Gewinner sind auffallend häufig die kleineren Städte.
  • Unter den Verliererstädten finden sich auffällig viele Städte, die eigentlich kulturell so unglaublich viel zu bieten haben, es aber nicht schaffen, daraus etwas zu machen und die Qualität und Standards für die Einwohner zu verbessern.
  • Die Städte mit der schlechtesten Lebensqualität sind hauptsächlich im Süden Italiens zu finden.

Das Ranking lebenswerte Städte Italiens

Schaut euch alles genau im Detail gerne in Statistik von Italia Oggi an. Die haben das (nur auf Italienisch erhältliche) Dokument “Lebenswerteste Städte Italiens” samt Analysen bereitgestellt. Erreichbar über diesen Link.

Faktoren ↓Pos.1 Pos.2Pos.3Pos.4Pos.5Pos.6Pos.7Pos.8Pos.9Pos.10
WirtschaftTrientBozenBolognaPaduaTrevisoVeronaFerraraCuneoRovigoMailand
UmweltBrindisiMedio
Campidano
FoggiaMateraOgliastraEnnaOristanoAgrigentoNuoroRagusa
KriminalitätTrevisoRietiBellunoPordenoneOristanoMateraVicenzaLeccoUdineLodi
Soziales
Gefüge
PaduaTrevisoVenedigTrientLeccoBergamoBolognaFerraraLivornoBrescia
BevölkerungBozenBarletta-
Andria-
Trani
CasertaRagusaCataniaBariLatinaCrotoneNeapelPrato
Finanzwesen
& Bildung
ParmaSienaTrientPiacenzaUdineMantuaBellunoRiminiGoriziaCuneo
GesundheitIserniaPisaAnconaSienaMailandPotenzaCampobassoTriestCagliariGrosseto
FreizeitSienaRiminiAostaVerbano-Cusio-OssolaSassariGrossetoSavonaFlorenzImperiaSavona
LebenshaltungParmaMailandReggio
Emilia
TriestBellunoCremonaAostaVareseAlessandriaModena

1 Comment

  1. Eine interessante Aufstellung, Julia. Besonders spannend finde ich, dass vor allem die kleineren norditalienischen Städte zu den lebenswerten Städten zählen. Vielleicht sollten wir uns diese mal etwas genauer ansehen?

    Liebe Grüße,
    Monika

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