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Bari ist die Hauptstadt Apuliens, aber Lecce ist ein beliebtes Barock- und Rokoko-Zentrum. Schon rein architektonisch könnten die beiden populären Reiseziele in Apulien unterschiedlicher nicht sein. Je nachdem, was man von einem Aufenthalt im Hacken des italienischen Stiefels erwartet, ist Bari oder Lecce die bessere Wahl für einen Urlaub in Apulien.

Stellen wir also die beiden Städte gegenüber und schauen einfach mal, welche davon für eure nächste Reise interessanter wäre…

Bari oder Lecce – was ist schöner?

Die Antwort auf diese Frage birgt eine große Herausforderung. Denn Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters und ist damit eine sehr subjektive Angelegenheit. Bari, insbesondere die Altstadt Bari Vecchia, hat sich in den letzten Jahren ordentlich herausgeputzt und erstrahlt im hellen Glanz seiner creme-weißen Tuffsteingebäude, die im historischen Zentrum ein verwinkeltes Gassengewirr entstehen haben lassen, das unbedingt einen Besuch wert ist.

Lecce hingegen trumpft mit gut erhaltenen Barock-Fassaden, deren Schnörkel und Ornamente bei Besuchern der Stadt regelrechte Begeisterungsstürme hervorrufen. Und nicht zu Unrecht, wie ich anfügen möchte. Lecce ist eine schöne Stadt, das kann keiner leugnen. Nicht grundlos wird die Stadt im Salento als das Florenz des Südens bezeichnet. Bari kann mit einem so eindrucksvollen Beinamen nicht aufwarten.

Aber ist nun Bari oder Lecce schöner? Beide Städte haben ihren völlig eigenen Stil, das macht eine klare Beantwortung der Frage sehr schwierig. Sagen wir also so: Wer

  • Florenz gesehen hat und sich deren Bauten in dunklem Weiß vorstellen kann,
  • und kein ausgesprochenes Faible für Barock und Rokoko hat,

sollte sich für Bari entscheiden. Denn dort bekommt man eine Architektur geboten, die man getrost unter „mal was anderes“ verbuchen kann.

Welche Stadt hat mehr Sehenswürdigkeiten, Bari oder Lecce?

Vergleicht man die Wikipedia-Einträge zu Bari und Lecce, fällt schnell auf, dass die Liste der Sehenswürdigkeiten in Lecce deutlich länger ist, als die für Bari. Allem voran in Sachen Kirchen. Bari hat mit der Kathedrale San Sabino und der Basilika di San Nicola zwei sehenswerte Kirchenbauten, die man als wichtigste Monumente dieser Kategorie bezeichnen könnte. In Lecce hingegen stehen satte elf Hauptkirchen, die außerdem auch noch alle eine ansehnliche Barock-Fassade aufweisen.

Über ein historisches Kastell verfügen beide Städte. Aber nur Bari wartet mit einem Kilometer langen Lungomare und einer begehbaren Stadtmauer (Muraglia) auf. Beide für ausgedehnte Spaziergänge mit Blick über die Weiten der Adria wie gemacht. Trotzdem muss man der Fairness halber sagen, dass die Sehenswürdigkeiten in Bari denen in Lecce zahlenmäßig unterlegen sind.

Das Amphitheater mitten in der Stadt beschert Lecce darüber hinaus ohnehin einen Extrapunkt. Selbst wenn beide Städte bei den Sehenswürdigkeiten gleichauf wären, würde Lecce aus diesem Vergleich als klarer Sieger hervorgehen.

Wo geht Strandurlaub besser? In Bari oder in Lecce?

Gehen wir ans Eingemachte. Wer Urlaub in Süditalien macht, ist ja schließlich nicht zum Spaß da, sondern will das Klima auch voll auskosten. Da gehört (mindestens) ein Tag am Strand einfach mit dazu. Und wo kann man den besser verbringen? In Bari oder in Lecce?

Für Strandurlaub in Bari spricht, dass allein innerhalb der Stadt 3 Strände zur Auswahl stehen. Zwei davon sind Sandstrände, einer davon (San Francesco) ist ein vollwertiges (und als solches kostenpflichtiges) Lido, der andere (Pane e Pomodoro) ist zumindest in der Hochsaison mit Umkleidekabinen und einem Stand, an dem man seine Wertsachen sicher verwahren kann, ausgestattet.

Der Kieselstrand Torre Quetta ist am Stadtrand gelgen, aber dennoch super easy zu erreichen und auch dort findet ihr Toiletten (kostenlos) und kleine Büdchen, an denen ihr euch mit dem nötigsten (Wasser, Kaffee, Pizza und Eis) versorgen könnt. Außerdem ist der Strand weniger touristisch, ihr trefft hier also vor allem auf Einheimische und im Vergleich zu Pane e Pomodoro auf viel Bewegungsfreiheit. Abends steppt hier im Sommer der Bär – die Kioske verwandeln sich in Open-Air-Discos und auf der Promenade wird flaniert, was das Zeug hält.

Ein weiterer Pluspunkt für Baris Strände ist, dass sie alle problemlos (und für 1,00 €) mit den Öffentlichen erreichbar sind. Genauere Infos über die hochsommerlichen Bademöglichkeiten in der apulischen Hauptstadt, hab ich in diesem Artikel schon mal zusammengestellt.

Da kann Lecce an vielen Ecken und Enden nicht mithalten. Nicht direkt am Meer gelegen, hat das Florenz des Südens einen schweren Nachteil in Sachen Zugänglichkeit. Strandurlaub in Lecce? Für alle, die keinen eigenen oder Mietwagen am Start haben, eher nicht zu empfehlen. Es gibt zwar Busverbindungen von Lecce ans Meer, etwa nach Porto Cesareo, aber die Strecke wird (zwischen 01.07. und 31.08.) a.) nur 8 Mal am Tag bedient, dauert b.) mit einer Stunde vergleichsweise lang und lohnt sich c.) nur dann, wenn man einen der vormittäglichen Busse nimmt. Darüber hinaus sind Strandbäder wie Porto Cesareo im Sommer stark frequentiert, um nicht überlaufen zu sagen.

Einen Vorteil hat Lecce gegenüber Bari aber dann doch. In Lecce habt ihr die Wahl, ob ihr einen Strandurlaub oder Strandtag am ionischen Meer oder an der Adria (dorthin ist die Anreise dann auch deutlich kürzer) verbringen wollt. In Bari seid ihr auf letztere beschränkt.

Also, wohin fahren für einen Strandurlaub? Nach Bari oder Lecce? Ich würde in diesem Fall Bari den Vorzug geben. Erreichbarkeit, Fahrpreise und Verbindungsfrequenz sprechen einfach dafür. Und das Meer in Bari reicht von karibisch Türkis (Pane e Pomodoro) bis zu Tiefblau (Torre Quetta) und deckt damit alle Vorlieben ab, die man nur haben kann.

Ist Bari oder Lecce für Tagesausflüge in die Umgebung besser geeignet?

Die nächstgelegenen interessanten Städte, die sich für einen Tagesausflug ab Lecce eignen, sind Otranto und Gallipoli – beide mit dem Bus inklusive Umstieg etwa eine Stunde Fahrt entfernt. Näher gelegen und komfortabler erreichbar (mit Trenitalia) sind Monopoli und Brindisi. Aber ob man Brindisi unbedingt als Ausflugsziel und Sehenswürdigkeit auf seiner Liste stehen haben muss, sei mal dahin gestellt. Aber immerhin: Ihr kommt mit dem Zug in etwa anderthalb Stunden auch nach Bari, solltet ihr in eurem Lecce-Urlaub auch die apulische Hauptstadt sehen wollen. Für einen Besuch in Ostuni bräuchtet ihr ein Auto – andernfalls verbringt ihr einen halben Tag im Zug.

Wie sieht es da an der baresischen Front aus? Ein Tag in Lecce ist auch von Bari aus kein Problem, denn der Zug fährt selbstredend auch in die umgekehrte Richtung. Hinzu kommt, dass viele sehenswerte Reiseziele für einen Tagesausflug ab Bari von der Hauptstadt aus deutlich schneller erreichbar sind, als von Lecce aus. So ist Matera mit dem Auto eine, mit dem Zug zwei Stunden weit weg. Polignano a Mare und Trani liegen nur knappe 40 Minuten Zugfahrt von Bari entfernt. Und Alberobello und Barletta nur etwas über eine Stunde. Rund um Bari gibt es außerdem ein paar unterschätzte Juwelen, wie

  • die Altstadt und Krypta von Bitonto,
  • Terlizzi,
  • Locorotondo (dafür braucht ihr von Lecce aus einen eigenes KFZ, wenn ihr nicht 5 Stunden im Zug sitzen wollt),
  • Putignano samt seiner zauberhaften Teestube,
  • Gravina in Puglia (wenngleich sich hier ebenfalls ein PKW empfiehlt, sofern euch 2 Zugstunden zu lang sind),
  • Molfetta,
  • Giovinazzo,
  • oder Castellana Grotte.

Jetzt kann ich natürlich nicht beurteilen, wie sehenswert kleine Städte und Ortschaften rund um Lecce sind. Deshalb ist es nur fair, wenn man die Umgebung von Bari um Orte wie Terlizzi, Giovinazzo und Putignano rechnerisch reduziert. Dennoch bleibt Bari in Sachen Tagesausflugsoptionen in der Pole Position. Anbindung und Reisezeit, sowie Vielfalt der Umgebung sprechen dafür, dass Bari der bessere Ausgangspunkt für Tagesausflüge ist. Vor allem für Urlauber, die auf ihr Budget achten müssen und nicht jeden Tag einen Wagen mieten wollen, oder nachhaltiger reisen und darum auf den ÖPNV ausweichen möchten.

Einen Extrapunkt bekommt Bari für seine Nähe zum Gargano-Nationalpark in der Provinz Foggia. Zwar nicht mit Zug oder Bus erreichbar, aber nur eine bis anderthalb Stunden entfernt. Noch näher liegt Manfreddonia, von wo aus ihr mit Fähre oder Helikopter zu den Isole Tremiti gelangt, die für mich persönlich immer noch ein Traumausflugsziel sind und schon eine halbe Ewigkeit auf meiner Liste stehen…

Ist die Anreise nach Bari oder Lecce bequemer?

Hier brauchen wir nicht viel um den heißen Brei herum reden. Dieser Punkt geht zweifelsohne an Bari. Denn Lecce hat, anders als Bari, keinen eigenen Flughafen und ist darum nur über einen Flug nach Bari Aeroporto oder Brindisi erreichbar. Das erfordert nach der Landung in jedem Fall eine Weiterfahrt, die nicht nur Geld, sondern auch wertvolle Urlaubszeit kostet.

Bari hingegen kann – gegebenenfalls nach erfolgtem Umstieg, etwa in Rom – direkt angeflogen werden. Der Flughafen ist, anders als der in Brindisi, sehr gut an das Nahverkehrsnetz angebunden, sodass man mit dem AMTAB-Bus für einen Euro oder mit der S-Bahn (Nordbarese) für fünf Euro gut, günstig und schnell ins Stadtzentrum gelangt.

Von Brindisi nach Lecce bezahlt man hingegen 7,50 € pro Person für eine einstündige Busfahrt, die darüber hinaus nur alle 2 Stunden stattfindet.

Fazit: Urlaub in Apulien in Bari oder Lecce?

Ich habe mir schwer getan, den Aspekt der Schönheit in die Bewertung dieses Vergleiches mit einfließen zu lassen. Denn ja, wenn man verzierte Fassaden mag, dann ist Lecce die schönere Stadt. Das heißt aber mitnichten, dass Bari hässlich wäre. Das zu behaupten, würde der Hauptstadt Apuliens absolut nicht gerecht. Bari ist anders schön, aber steht Lecce deshalb in nichts nach. Darum will ich diesen Punkt einfach mal außer Acht lassen und mich auf die anderen Faktoren konzentrieren, an denen sich ein möglichst neutraler Vergleich besser festmachen lässt.

Sehenswürdigkeiten? Punkt für Lecce.
Strand und Meer? Ausgleich Bari.
Ausflüge und Umgebung? Bari geht 2:0 in Führung.
Anbindung und Erreichbarkeit? Abschlusstreffer – Bari siegt mit 3:1.

Das Ergebnis mag den ein oder anderen Apulienliebhaber überraschen. Es zeigt aber auch einfach deutlich, dass die Hauptstadt des Stiefelabsatzes als vollwertiges Reiseziel vollkommen (zu Unrecht) unterschätzt wird.

Wenn ihr also vor der Frage steht, ob ihr euren nächsten Italienurlaub in Bari oder Lecce verbringen sollt, hoffe ich, dass ihr nun ein klareres Bild habt. Je nachdem, ob ihr im Urlaub lieber an einem Ort bleibt oder gern auch von der Umgebung so viel mitnehmen möchtet, wie irgend geht, ist entweder das Japan Italiens oder das Florenz des Südens für euren perfekten Urlaub in Apulien die passende Wahl.

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4 Comments

  1. Wow welch schöne Einblicke. Wir möchten schon lange nach Apulien. Und auch trotz deiner aufschlussreichen Gegenüberstellung fällt es mir auch schwer mich zu entscheiden. Ich hoffe wir haben mal einen Sommer so VIEL Zeit, dass wir beides anschauen können. Herzlichen Dank für den italienischen Input 🙂 viele Grüße Kim

  2. Ein echt interessantes Vergleich zwischen diesen Städten.
    Bist wahrscheinlich sehr viel in Italien unterwegs.
    War bisher noch nie in Italien, ist aber bestimmt ein Urlaub wert dorthin zu gehen.
    Lg:*

  3. Liebe Julia, ich bin wohl ein entscheidungsschwacher Mensch – selbst nach deinen umfassenden Ausführungen vermag ich nicht, mich für eine der beiden Städte zu entscheiden. Aber vielleicht ist auch dein toller Bericht daran schuld 😉 die Frage “Bari oder Lecce” kann ich nach dessen Lektüre nur mit “beide” beantworten! Und jetzt lese ich noch ein paar andere interessante Berichte auf deinem schönen Blog.
    Liebe Grüße, Cornelia

    • Ach je, das ist natürlich “unglücklich”. Andererseits hältst du dir mit der Entscheidung für beide natürlich alle Möglichkeiten offen. 😉 Das kann ja auch was Gutes haben. Einfach in beiden mal einen Urlaub verbringen und die Entscheidung auf später verschieben. 😉 Danke für deinen lieben Kommentar! 🙂 Liebe Grüße Julia

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