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Redewendungen, die auf Deutsch und Italienisch gleich sind Wie meinte mein Exfreund damals so „weise“? „Das römische Reich war auch bei uns.“ Das war seine Standardantwort, wenn ich mich mal wieder freute, dass ich Redewendungen entdeckt hatte, die sich von Deutsch wortwörtlich auf Italienisch übersetzen ließen und umgekehrt. So oft kommt das tatsächlich nicht vor, weil Deutsch sich aus verschiedenen Ursprüngen – romanische, germanische, skandinavische Einflüsse – besteht. Italienisch hingegen ist eine rein romanische Sprache. Dennoch gibt es immer wieder Redewendungen und alltägliche Ausdrücke, die Konversationen bereichern und leicht zu merken sind, weil sie eben (beinahe) 1:1 übersetzbar sind. Das dürfte vor allem Italienischlernern das Leben hier und da etwas vereinfachen und den Sprachwortschatz eventuell etwas bereichern. Im schlimmsten Fall ist es vielleicht einfach nur spannend zu lesen. Der Einfachheit halber hab ich beschlossen, Idiome wie „zwei Paar Schuhe“ (Deutschland) und „zwei Paar Ärmel“ (Italien) oder die „verschüttete Milch“ (Deutschland)…

leggere in italiano » Fundstück des Monats: Februar Zu den wunderschönen Seiten der italienischen Sprache gehört neben dem eigentlichen Sprechen auch das wofür die Italiener neben Spaghetti, Espresso und Cappuccino mit am bekanntesten sind: ihre Gestik! Mich faszinieren die Gesten vor allem deshalb, weil es möglich ist, damit – zumindest rudimentär – komplette Konversationen zu formulieren! Das ist eine einzigartige Spracheigenschaft, die leider immer mehr in Vergessenheit gerät. Zumindest im Norden Italiens. Im Süden wird sie – nach meiner Erfahrung – immer noch sehr leidenschaftlich gepflegt und gehütet! Und das ist auch gut so! 🙂 Vor einer ganzen Weile bin ich mehr oder weniger zufällig bei YouTube auf einen großartigen Beitrag – es gibt ja abertausende – zu den Gesten gestoßen, der mir deshalb so lebhaft in Erinnerung geblieben ist, weil der Herr im Video, Carlo Aurucci, das Ganze so sympathis rüberbringt, dass ich es nicht schaffe, das Video ohne zu…

leggere in italiano » Ob / Falls / Wenn vs. Se In meiner mir mittlerweile recht liebgewonnen Sprachapp komme ich hin und wieder auch in die Verlegenheit, deutsche Grammatik erklären zu müssen. Jetzt hab ich zwar Germanistik studiert und sogar die Literaturwissenschaften links liegen gelassen und stattdessen die Syntaxvorlesungen besucht (wieso einfach, wenn’s auch umständlich geht), aber ich würde Grammatik jetzt trotzdem nicht unbedingt als mein Spezialgebiet betrachten… Ich bin ja schon froh, wenn ich mir selbst den Unterschied zwischen Konjunktiv und Konditional klar machen kann – wobei ich regelmäßig versage, übrigens. Glücklicherweise nur in der Theorie. Also in der deutschen Theorie 😀 Fremdsprachen gelten nicht! 😀 Wenn ich nun also nach grammatikalischen Eigenheiten der deutschen Sprache gefragt werde, wird mir immer wieder mal vor Augen geführt, wie kompliziert unser Sprachsystem tatsächlich ist und ich habe mich schon öfter dabei ertappt, dass ich dachte, Deutsch ist deshalb nicht nur schwer zu…

leggere in italiano » Meinen ersten Tag Triest habe ich erfolgreich hinter mich gebracht – um nicht zu sagen: überlebt (und ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie genau, denn ich war 24 Stunden wach, hab wenig gegessen, dafür um so mehr Kaffee und am Abend Alkohol getrunken, von dem ich gerade gar nicht sicher bin, wer ihn eigentlich bezahlt hat…ich jedenfalls nicht. Wird glaube ich gleich mal Zeit für einen Anruf…) Jedenfalls war ich gestern also in dieser Bar, in der ein Bekannter (da weiß man wieder, wozu eine stetige Erweiterung seines Facebooknetzwerkes manchmal doch gut ist) arbeitet. Klar, dass dort die üblichen Stammgäste auch waren – selbstverständlich alle bestens über mein Dasein informiert. Mit einem von den Jungs (eh nur, weil es unhöflich wäre, sie alte Männer zu nennen) hab ich mich ziemlich ausführlich und lange unterhalten und habe eben auch von meinen Auswandererplänen erzählt. Im Zuge dieses Gesprächs (und…

Ach herrje, wie die Zeit vergeht. Schon wieder so lange her seit dem letzten Eintrag. Zeit, die ich mir mit viel Arbeit für die anstehende Freiberuflichkeit vertan habe, weshalb dieser Blog leider etwas in den Hintergrund gerückt ist. Ich hoffe, ich kann die lange Wartezeit mit den kommenden Zeilen wieder ein wenig gut machen. Da dove vieni? Akzente-Raten in Italien. Ich gebe mir ja (bekanntlich) in allen Fremdsprachen große Mühe nicht „deutsch“ zu klingen. Damit meine ich keine allzu harten Akzent zu bemühen, bei dem ein QU wie ein KW ausgesprochen wird und das Rollen beim italienischen R einfach geflissentlich ignoriere. Scheinbar werde ich darin merklich besser, denn bei meinem letzten Besuch in Italien gab es eine Situation, in der mein Freund plötzlich meinte: “Schatz Du machst mir Angst, manchmal klingst Du wie eine echte Italienerin.” Nun, das trifft vielleicht auf meine Aussprache von ein- oder zwei-Wort-Sätzen zu, aber bei…

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber immer häufiger fällt mir auf, dass ich, seit ich einen Italiener zum Freund habe, auch immer wieder Italiener kennenlerne. Und auch immer häufiger. Bevor ich in dieser – übermorgen übrigens immerhin ein Jahr alte – Beziehung war, kannte ich in meinem Freundeskreis genau einen Italiener. Aus Sardinien. Die eigene Familie in Mailand lasse ich an dieser Stelle erstmal außen vor, denn mit denen hielt und hält sich der Kontakt schlichtweg in Grenzen. Ich hatte also diesen einen Bekannten aus Sardinien, der zunächst wahlweise Englisch oder Italienisch (ich hatte es da gerade ein Jahr lang gelernt) oder einen Mix aus beidem, mit mir sprach. Seit ich meinen Freund habe, stieg die Zahl der italienischen Bekannten und Freunde auf circa 10 an. Das ist fast einer pro Monat, wobei sich die meisten Bekanntschaften ergeben, wenn mein Freund bei mir ist. Scheinbar ziehen…

Ich hab mich mal wieder, dank italienischem Fernsehstream, ein wenig mit meiner Lieblingssprachlernstrategie, den Eselsbrücken auseinandergesetzt und mal wieder einige Pärchen aufgetan, die sich eins zu eins vom Deutschen ins Italienische und umgekehrt transportieren lassen. Aus Zeitmangel und weil ich mit dem Kopf schon im übermorgen endlich startenden Flugzeug nach Süditalien bin, während ich meine Wohnung abreisefertig mache und meinen Koffer packe, folgt heute also mal wieder ein Sprachpseudowissenschaftlicher Post: Heute hat mein Chef mich zu sich zitiert. Mit der Ansage, er wolle mit mir darüber sprechen, wie es denn für mich in der Zukunft weitergehen solle. *Dazu sei gesagt, mein Chef weiß noch nichts von meinen Plänen und ich sitz seit einigen Monaten bei der Arbeit auf heißen Kohlen, nachdem er mir sagte, dass es möglich wäre, dass ich Ende des Jahres entlassen werden müsste. Somit geht jede Ankündigung zu einem Gespräch mit einem gewissen Knurren im Magen einher.…

Im Frühling diesen Jahres bin ich umgezogen. Von einer WG wieder in eine eigene Wohnung. Dummerweise lag ich ab Mitte Februar mit einem Bandscheibenvorfall flach und der Umzug war zum 01. März.

Kurz entschlossen stieg mein Freund ins Flugzeug und eilte mir zu Hilfe. (Diesen “Luxus” konnten wir uns nur deshalb leisten, weil er zum Januar seine Stelle verloren hat.) Den Umzug managte er quasi im Alleingang, ich konnt’ mich kaum bewegen, aber tat, was ich eben konnte.

Da die neue Wohnung auch nicht über eine Küche verfügte, mein Vater aber noch eine unbenutzt in der unbewohnten Dachwohnung seines Hauses hatte, heuerte ich den Freund meiner Mutter und meinen Onkel mit an, um zu fünft (bzw. zu viert, ich konnt’ ja kaum was machen) diese Küche also auszubauen, aufzuladen, abzuladen und wieder aufzubauen. Glücklicherweise passte sie ziemlich genau in meine neue Wohnung hinein, jedoch musste ich meine Waschmaschine in die Küche integrieren.

Das hieß natürlich auch, neue Arbeitsplatte, Schläuche verlegen, Schränke ausschneiden, etc. pp.

Die harte Arbeit übernahm dankbarerweise der Freund meiner Mutter. Und zwar 1000% genau. Ich glaube, es gab kaum eine Stelle, die nicht mittels Wasserwaage aufs akurateste überprüft und montiert wurde.

Da ich nun irgendwann aber wieder “gesund” (nennen wir es lieber: bewegungsfähiger) war, musste ich natürlich ab einem bestimmten Punkt auch wieder arbeiten. Damit die Arbeiten in der Küche sich aber nicht unnötig in die Länge zogen, kamen meine Mutter und Freund trotzdem auch an ein, zwei Werktagen vorbei. Mein Freund war ja da und konnte getrost die Tür öffnen.

So kam’s also, dass ich eines Tages von der Arbeit nach Hause kam und mein Freund mir freudestrahlend die Tür öffnete, grinste und mit stolz geschwellter Brust verkündete: “Amò, lo sai che cosa ho imparato? So dire ‘Dreckschaufel’ e ‘Bohrmaschine’!”

😀

Ich konnt’ mir ein Lachen nicht verkneifen, es war einfach zu ulkig!

Natürlich sind das nun keine Worte, die man oft braucht, aber im Zusammenhang mit dem Küchenaufbau und Umzug sind sie natürlich oft genug gefallen.

Dazu muss man sagen: Der Freund meiner Mutter spricht kein Hochdeutsch (eine Dreckschaufel ist, falls es nicht klar sein sollte, die Kehrschaufel von einem Handfegerset) oder zumindest ist er im Hochdeutschen eher schwerfällig und fühlt sich mit Dialekt einfach wohler.

Ich kann nur ahnen, wie diese Gespräche abgelaufen sein müssen: Er brabbelt meinen Freund mit breitem Dialekt voll und hält ihm jedes Arbeitsgerät vor die Nase, um ihm überbetont das deutsche Wort dafür zu sagen, während der Rest eher mit 5 Fetzen Englisch und Hand-und-Fuß, wie man so schön sagt, geklärt wurde.

Die Szene an der Wohnungstür aber hat mir den Tag unglaublich versüßt und es war einfach zu witzig!

Zur Sprache. Als ich 2013 in Australien war, hat sich mein eigentlich eher amerikanisches Englisch innerhalb weniger Tage an den australischen Akzent angepasst. Ich habe typische Ausdrucksformen, wie mate oder G’day fast sofort in meinen Sprachschatz aufgenommen und eingesetzt. Habe lots / much ohne weiter drüber nachzudenken durch das dort gängige heaps ersetzt. Nun spreche und schreibe ich seit nahezu einem Jahr täglich Italienisch. Nicht nur hat es meinem Vokabular unglaublichen Schub verliehen, sondern es schleicht sich gerade aufgrund der häufigen Nutzung fast unmerklich in meine Alltagssprache ein. Wo ich früher oft beim Fluchen auf das wenig kreative, aber sehr ausdrucksstarke F*ck gesetzt habe, entfleucht mir heute stattdessen dann eben ein vaffanculo. Nicht das Gleiche, aber nah dran und sinngemäß kommt’s schon hin. Auch ma che cazzo… rutscht mir bisweilen unkontrolliert über die Lippen, wo ich früher vielleicht so etwas wie Sch**ße gesagt hätte. So weit. So gut. Wenn’s dann…