Italien und ich

Im Frühling diesen Jahres bin ich umgezogen. Von einer WG wieder in eine eigene Wohnung. Dummerweise lag ich ab Mitte Februar mit einem Bandscheibenvorfall flach und der Umzug war zum 01. März.

Kurz entschlossen stieg mein Freund ins Flugzeug und eilte mir zu Hilfe. (Diesen “Luxus” konnten wir uns nur deshalb leisten, weil er zum Januar seine Stelle verloren hat.) Den Umzug managte er quasi im Alleingang, ich konnt’ mich kaum bewegen, aber tat, was ich eben konnte.

Da die neue Wohnung auch nicht über eine Küche verfügte, mein Vater aber noch eine unbenutzt in der unbewohnten Dachwohnung seines Hauses hatte, heuerte ich den Freund meiner Mutter und meinen Onkel mit an, um zu fünft (bzw. zu viert, ich konnt’ ja kaum was machen) diese Küche also auszubauen, aufzuladen, abzuladen und wieder aufzubauen. Glücklicherweise passte sie ziemlich genau in meine neue Wohnung hinein, jedoch musste ich meine Waschmaschine in die Küche integrieren.

Das hieß natürlich auch, neue Arbeitsplatte, Schläuche verlegen, Schränke ausschneiden, etc. pp.

Die harte Arbeit übernahm dankbarerweise der Freund meiner Mutter. Und zwar 1000% genau. Ich glaube, es gab kaum eine Stelle, die nicht mittels Wasserwaage aufs akurateste überprüft und montiert wurde.

Da ich nun irgendwann aber wieder “gesund” (nennen wir es lieber: bewegungsfähiger) war, musste ich natürlich ab einem bestimmten Punkt auch wieder arbeiten. Damit die Arbeiten in der Küche sich aber nicht unnötig in die Länge zogen, kamen meine Mutter und Freund trotzdem auch an ein, zwei Werktagen vorbei. Mein Freund war ja da und konnte getrost die Tür öffnen.

So kam’s also, dass ich eines Tages von der Arbeit nach Hause kam und mein Freund mir freudestrahlend die Tür öffnete, grinste und mit stolz geschwellter Brust verkündete: “Amò, lo sai che cosa ho imparato? So dire ‘Dreckschaufel’ e ‘Bohrmaschine’!”

😀

Ich konnt’ mir ein Lachen nicht verkneifen, es war einfach zu ulkig!

Natürlich sind das nun keine Worte, die man oft braucht, aber im Zusammenhang mit dem Küchenaufbau und Umzug sind sie natürlich oft genug gefallen.

Dazu muss man sagen: Der Freund meiner Mutter spricht kein Hochdeutsch (eine Dreckschaufel ist, falls es nicht klar sein sollte, die Kehrschaufel von einem Handfegerset) oder zumindest ist er im Hochdeutschen eher schwerfällig und fühlt sich mit Dialekt einfach wohler.

Ich kann nur ahnen, wie diese Gespräche abgelaufen sein müssen: Er brabbelt meinen Freund mit breitem Dialekt voll und hält ihm jedes Arbeitsgerät vor die Nase, um ihm überbetont das deutsche Wort dafür zu sagen, während der Rest eher mit 5 Fetzen Englisch und Hand-und-Fuß, wie man so schön sagt, geklärt wurde.

Die Szene an der Wohnungstür aber hat mir den Tag unglaublich versüßt und es war einfach zu witzig!

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Scusa?!

Irgendwann lege ich noch mal ‘ne Liste an, wie oft mein Freund im Gespräch mit anderen Entschuldigung sagt. Im Italienischen “entschuldigt” man sich –…

Spaghetti hausgemacht - echt italienisch eben.

Spaghetti alla tedesca

Wie in jeder Beziehung, kommt auch bei Fernbeziehungen irgendwann der Punkt, an dem man seinen Partner der Familie vorstellt. Bei mir gestaltet sich dies…

Termoli

Heimweh vs. Fernweh

Das blöde an Fernbeziehungen – zumal an einer, die über die Landesgrenzen hinaus geht – ist, dass man sich irgendwann in der eigenen Wohnung…